Gastroskopie

Bei der Gastroskopie (auch als Magenspiegelung bezeichnet) handelt es sich um die Untersuchung der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms mithilfe eines sogenannten Gastroskops.

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Was ist eine Gastroskopie?

Gastroskopie
Gastroskopie

Bei der Gastroskopie (auch als Magenspiegelung bezeichnet) handelt es sich um die Untersuchung der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms mithilfe eines sogenannten Gastroskops. Ein Gastroskop ist eine biegsamer Schlauch, der Farbbilder aus dem Inneren des Körpers auf einen Bildschirm übertragen kann.

Die Gastroskopie ist eine häufige Untersuchung und wird sowohl in Facharztpraxen als auch in den meisten Krankenhäusern durchgeführt. Die Untersuchung erfolgt meist ambulant in einer Facharztpraxis.

Warum wird eine Gastroskopie durchgeführt?

Symptome und Beschwerdebilder im oberen Teil des Verdauungstrakts sind oft vage und unpräzise. Diagnosen, die sich allein auf die Krankengeschichte stützen, können daher unsicher sein. Daher ist eine Gastroskopie dann zu empfehlen, wenn eine genaue Diagnose erforderlich ist. Die Untersuchung erfolgt zur Ermittlung krankhafter Veränderungen der Schleimhäute in den drei oben genannten Organen. So sollen z. B. Verletzungen, entzündliche Veränderungen und gutartige oder bösartige Tumoren erkannt werden. Die Gastroskopie wird auch zur Kontrolle des Abheilens von Magengeschwüren eingesetzt. Bei akuten Blutungen im Magen-Darm-Trakt wird die Gastroskopie zur Ermittlung der Blutungsquelle eingesetzt, bei der es sich häufig um ein blutendes Magengeschwür handelt.

Manchmal kann auch der untersuchende Facharzt nicht zuverlässig beurteilen, ob eine sichtbare Veränderung der Schleimhaut von Bedeutung ist oder nicht. Dies gilt insbesondere für die Unterscheidung zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren. In diesen Fällen werden Gewebeproben, sogenannte Biopsien, genommen. Durch einen Kanal des Gastroskops wird eine Zange eingeführt, mit dem ein kleines Stück des betroffenen Bereichs abgezwickt werden kann. Diese Gewebeprobe wird in ein Labor eingeschickt. Dort wird sie unterm Mikroskop betrachtet, um mit größerer Sicherheit die Diagnose stellen zu können, z. B. ob eine Krebserkrankung vorliegt oder nicht.

Durch das Gastroskop können auch kleine operative Eingriffe erfolgen. So können beispielsweise kleine Geschwulste (Polypen) mithilfe einer Schlinge entfernt werden, die durch das Gastroskop eingeführt wird. Die Schlinge wird um den Tumor oder den Stiel des Polypen gelegt, dann wird Strom durch die Schlinge geleitet, sodass die Verbindung der Geschwulst zur Schleimhaut ohne größere Blutung durchtrennt wird und die Geschwulst unter dem Mikroskop weiter untersucht werden kann.

Praktische Informationen

Das Verfahren kann sich je nachdem, wo die Untersuchung durchgeführt wird, leicht unterscheiden, im Allgemeinen gilt aber Folgendes:

  • Sie müssen nüchtern zur Untersuchung kommen. Dies bedeutet, dass Sie nach Mitternacht vor der Untersuchung bzw. spätestens 6 Stunden vor der Untersuchung nicht mehr essen, trinken oder rauchen dürfen.
  • Falls Sie Gerinnungshemmer oder Insulin einnehmen, wenden Sie sich an Ihren Hausarzt, um die Medikamenteneinnahme entsprechend einzustellen. Bei Gerinnungshemmern gilt in der Regel, dass Sie in den letzten 2–4 Tagen vor der Untersuchung die Einnahme des entsprechenden Medikaments aussetzen. Dadurch sollen schwerwiegende Blutungen im Zusammenhang mit der Untersuchung vermieden werden.
  • Wenn Sie ASS oder NSAR einnehmen (fragen Sie gegebenenfalls Ihren Arzt), dürfen Sie diese Medikamente in den letzten 5 Tagen vor der Untersuchung nicht mehr einnehmen.
  • Meist erhalten Sie in Verbindung mit der Untersuchung ein Beruhigungsmittel. In diesem Fall dürfen Sie nach der Untersuchung nicht selbst mit dem Auto nach Hause fahren.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Unmittelbar vor der Untersuchung wird Ihnen ein Lokalanästhetikum in den Rachen gesprüht. Diese örtliche Betäubung hält ungefähr eine halbe Stunde an. Außerdem wird häufig ein Beruhigungsmittel injiziert. Dann wird ein Kunststoffring zwischen Ober- und Unterkiefer platziert, damit Sie nicht in den Schlauch des Gastroskops beißen. Eventuell vorhandene Zahnprothesen müssen vor der Untersuchung herausgenommen werden.

Das Gastroskop ist ein fingerdicker Schlauch. Er ist dünner als viele Lebensmittel, die Sie ganz normal schlucken können.

Das Gastroskop wird dann durch den Mund und die Speiseröhre nach unten und weiter in den Magen und Zwölffingerdarm geführt. Es wird Luft eingeblasen, um den jeweiligen Bereich zu erweitern, damit der untersuchende Facharzt den bestmöglichen Überblick erhält. Während der Untersuchung liegen Sie mit der linken Seite auf einer Liege. Häufige Beschwerden sind Brechreiz, Druckgefühl und Blähungen. Die Untersuchung dauert in der Regel zwischen 10 und 30 Minuten.

Magen

Durch das Untersuchungsgerät selbst kommt es so gut wie nie zu Schäden an der Speiseröhre, am Magen oder Zwölffingerdarm. Wenn Gewebeproben entnommen werden oder Polypen entfernt werden, kann es gelegentlich zu Blutungen kommen. Daher müssen Sie noch 1–2 Stunden nach der Untersuchung in der Facharztpraxis oder Klinik bleiben. Während dieser Beobachtungsphase dürfen Sie weder essen noch trinken. Falls größere Polypen aus dem Magen entfernt wurden, müssen Sie möglicherweise noch bis zum nächsten Tag im Krankenhaus bleiben, um sicherstellen zu können, dass es nicht zu Blutungen im Magen kommt.

Weiterer Verlauf

Der Facharzt teilt Ihnen das Ergebnis der Untersuchung mit. Ihr Hausarzt erhält einen Bericht über die Untersuchung, und das Ergebnis möglicher Gewebeproben liegt normalerweise innerhalb von 1–4 Wochen vor. Falls die Proben Veränderungen zeigen, bei denen spezielle Kontrollen oder weitere Maßnahmen erforderlich sind wie z. B. eine Operation, dann werden Sie vom Facharzt oder Hausarzt entsprechend informiert und begleitet.

Falls es nach der Untersuchung zu besonderen Problemen wie blutigem Erbrechen, schwarzem oder teerartigem Stuhl oder starken Bauchschmerzen kommt, wenden Sie sich direkt ans Krankenhaus.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Gastroskopie. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Albertinen-Krankenhaus Hamburg. Endoskopie-Bilder Ösophagus. Endoskopie-Atlas. Hamburg 2016. www.endoskopiebilder.de
  2. Albertinen-Krankenhaus Hamburg. Endoskopie-Bilder Magen. Endoskopie-Atlas. Hamburg 2016. www.endoskopiebilder.de
  3. Albertinen-Krankenhaus Hamburg. Endoskopie-Bilder Duodenum. Endoskopie-Atlas. Hamburg 2016. www.endoskopiebilder.de
  4. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten. Gastroösophageale Refluxkrankheit. AWMF-Leitlinie Nr. 021-013, Stand 2014. www.awmf.org
  5. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten. Gastrointestinale Endoskopie, Sedierung. AWMF-Leitlinie Nr. 021-014, Stand 2015. www.awmf.org
  6. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Gastrointestinale Endoskopie, Qualitätsanforderungen. AWMF-Leitlinie Nr. 021–022, Stand 2015. www.awmf.org