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Allergische Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

Eine allergische Bindehautentzündung tritt meist in Verbindung mit Heuschnupfen und insbesondere in der Pollensaison auf. Das typische Symptom sind gerötete und stark juckende Augen.

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Was ist eine allergische Bindehautentzündung?

Definition

Eine allergische Bindehautentzündung oder Konjunktivitis ist eine Entzündung der äußersten Schleimhaut am Auge aufgrund einer allergischen Reaktion. Eine allergische Reaktion kann akut oder chronisch auftreten. Die Beschwerden treten häufig jahreszeitlich gehäuft auf, wenn vermehrt Pollenflug auftritt.

Symptome

Die klassischen Symptome einer allergischen Konjunktivitis sind gerötete und verstärkt tränende Augen mit unangenehmem Juckreiz. Bei einer allergischen Bindehautentzündung sind beide Augen gleichzeitig betroffen. Häufig treten die Symptome gemeinsam mit Heuschnupfen auf. Viele Patient*innen leiden ebenfalls unter verwandten Erkrankungen wie Asthma oder Neurodermitis.

Ursachen

Zu den häufigsten Auslösern zählen Pollen, Tierhaare, Schimmel, Kontaktlinsen und Schadstoffe wie Tabakrauch oder Autoabgase. Oftmals lässt sich jedoch keine eindeutige Ursache für eine allergische Bindehautentzündung finden.

Unterschieden wird zwischen einer akuten und einer chronischen allergischen Bindehautentzündung. Eine akute Bindehautentzündung ist die häufigere Form und in der Regel jahreszeitlich bedingt. Sie kann jedoch auch unabhängig von der Jahreszeit als Reaktion gegenüber Hausstaub oder Tierhaaren auftreten. Eine chronische allergische Bindehautentzündung ist vergleichsweise selten, verläuft aber meist schwerwiegender.

Eine allergische Bindehautentzündung ist nicht ansteckend. Allergien treten häufig familiär gehäuft auf, was auf eine erbliche Veranlagung zurückzuführen ist.

Häufigkeit

Insgesamt handelt es sich um eine häufige Erkrankung, laut Schätzungen sind etwa 6–30 % der Menschen weltweit betroffen. In gemäßigten Klimazonen wie Deutschland tritt zu 90 % die saisonale Form auf, in tropischen Klimazonen ist dagegen die ganzjährige Form häufiger. 25–40 % der Patient*innen mit Neurodermitis leiden unter einer chronischen Form der allergischen Bindehautentzündung.

Untersuchungen

  • Normalerweise berichten die Patient*innen über die typischen Beschwerden. Wenn die beschriebenen Symptome in bestimmten Situationen oder zu bestimmten Jahreszeiten auftreten, liegt die Diagnose nahe. Reaktionen auf Haustiere und Allergiehäufungen in der Familie können weitere Hinweise liefern.
  • Zusätzlich werden Gesicht und Augen untersucht, besonders Lider und Bindehaut.
  • Die Diagnose einer allergischen Konjunktivitis wird bestätigt, wenn die Beschwerden bei Vermeidung des Auslösers oder mit antiallergischer Behandlung abnehmen.
  • In bestimmten Fällen können die allergenen Faktoren mittels Allergietestung identifiziert werden.
  • Wichtig ist die Unterscheidung zu einer infektiöse Bindehautentzündung, die durch Viren oder Bakterien verursacht wird und ähnliche Symptome verursachen kann.
  • Bei Komplikationen wie Schmerzen, Sehschwierigkeiten oder Lichtempfindlichkeit erfolgt eine Überweisung an Augenärzt*innen.

Behandlung

Was können Sie selbst tun?

  • Der erste Schritt in der Behandlung einer allergischen Bindehautentzündung ist es, die Auslöser zu identifizieren und konsequent zu vermeiden. Häufig lassen sich so schon Beschwerden vermeiden.
  • Kontaktlinsen sollten Sie in akuten Phasen vermeiden.
  • Kalte Kompressen für die Augen und (gekühlte) künstliche Tränenflüssigkeit zum Ausspülen der Augen können ebenfalls Abhilfe verschaffen.

Medikamente

  • Besteht die allergische Konjunktivitis weiterhin, eventuell mit weiteren allergischen Symptomen, kann eine antiallergische Therapie durchgeführt werden.
  • Zur medikamentösen Behandlung kommen meist Augentropfen mit Substanzen zum Einsatz, die die allergische Reaktion mildern. Diese können mit künstlicher Tränenflüssigkeit kombiniert werden, da oft trockene Augen auftreten.
  • Medikamenteneinnahme in Form von Tabletten bietet sich besonders während der Pollensaison an. Hiermit lassen sich auch andere allergische Symptome wie Heuschnupfen mitbehandeln.
  • Eine häufig eingesetzte und auch während der Schwangerschaft sichere Wirkstoffgruppe sind die Antihistaminika.

Hyposensibilisierung

  • Die einzige ursächliche Behandlung der Allergie ist die Hyposensibilisierung, die insbesondere bei Baum- und Pollenallergien eine gute Wirkung zeigt. Dabei werden den Patient*innen über einen längeren Zeitraum Allergenextrakte in aufsteigender Dosierung zugeführt, um die allergische Reaktion stufenweise abzumildern.

Prognose

  • Eine akute allergische Bindehautentzündung ist eine harmlose, aber unangenehme Erkrankung. Durch Vermeidung der Auslöser und symptomlindernde Medikamente lassen sich die Beschwerden meist gut kontrollieren.
  • Die seltene chronische Form der allergischen Bindehautentzündung erfordert sorgfältige ärztliche Behandlung, da sie auch die Hornhaut betreffen und zur Erblindung führen kann.
  • Typisch ist das gemeinsame Auftreten einer Bindehautentzündung mit Asthma.

Weitere Informationen

Autor*innen

  • Markus Plank, MSc BSc, Medizin- und Wissenschaftsjournalist, Wien
  • Jonas Klaus, Arzt, Freiburg i. Br.