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Episkleritis

Eine Episkleritis ist eine entzündliche Erkrankung der Episklera, einer Bindegewebsschicht zwischen der Lederhaut (Sklera) und der Bindehaut (Konjunktiva) des Auges.

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Was ist eine Episkleritis?

Definition

Die Episkleritis ist eine entzündliche Erkrankung der Episklera, einer Bindegewebsschicht zwischen der Lederhaut (Sklera) und der Bindehaut (Konjunktiva) des Auges.

Symptome

Ohne vorangegangene Verletzung entwickelt sich plötzlich ein umschriebener, geröteter Bereich am Auge. Häufig ist eine dreiecksförmige (sektorielle) Ausbreitung zwischen der Iris und dem Lidrand. Die Entzündung ist selten schmerzhaft, kann sich jedoch insbesondere bei Augenbewegungen unangenehm anfühlen. Das betroffene Auge tränt vermehrt, das Sehvermögen ist bei einer Episkleritis jedoch nicht eingeschränkt. Häufig betrifft die Episkleritis nur ein Auge. Es können aber auch beide Augen betroffen sein.

Die Episkleritis ist ein relativ häufiges Krankheitsbild. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Bei einigen Patient*innen tritt die Entzündung wiederholt auf.

Ursachen

Die Ursache der Episkleritis ist nicht eindeutig geklärt. Die Entzündung ist nur in seltenen Fällen auf Erreger wie Bakterien oder Viren zurückzuführen. Vielmehr geht man von einer Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems aus. Manchmal kann die Episkleritis mit Stress, Belastungssituationen oder Allergien in Verbindung stehen. Äußerst selten kann die Episkleritis durch Autoimmunkrankheiten bedingt sein. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle findet sich keine Ursache für die Episkleritis.

Häufigkeit

Die Episkleritis ist eine häufige Erkrankung, die häufiger bei Frauen als bei Männern vorkommt und sich in 2/3 der Fälle an nur einem Auge präsentiert.

Untersuchungen

Die Diagnose wird recht einfach anhand der geschilderten Beschwerden und der Untersuchung des Auges gestellt. Wenn weitere Teile des Auges betroffen sind, empfiehlt sich ggf. eine augenärztliche Untersuchung. In den meisten Fällen sind keine weiteren Untersuchungen notwendig. Blutuntersuchungen können ergänzt werden, wenn eine zugrunde liegende Erkrankung vermutet wird.

Behandlung

Ziel der Behandlung ist die Entzündungshemmung und Linderung der Symptome. In leichten Fällen ist keine Behandlung erforderlich, da die Erkrankung meist von selbst ausheilt.

Häufig erfolgt eine Behandlung der Episkleritis, um einen rascheren Rückgang der Entzündung zu erreichen. Hierzu werden kortikosteroidhaltige Augentropfen oder Augentropfen mit einem anderen entzündungshemmenden Wirkstoff verabreicht. Hiermit lassen sich die Beschwerden lindern und die Entzündung meist innerhalb von drei bis vier Tagen zurückdrängen.

Für die Dauer von Entzündung und Behandlung sollten keine Kontaktlinsen getragen werden.

Prognose

Die Episkleritis ist eine häufige Erkrankung und klingt in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen ohne bleibende Schäden von selbst ab. Nach einer Episkleritis ist jedoch das Risiko für ein erneutes Auftreten in der Zukunft erhöht. Dieselbe Behandlung kann dann mit vergleichbarem Erfolg erneut zum Einsatz kommen.

Weitere Informationen

Autor*innen

  • Natalie Anasiewicz, Dr. med., Ärztin, Davos
  • Jonas Klaus, Arzt, Freiburg i. Br.

Quellen

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Episkleritis. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

Literatur

  1. Roy H. Episcleritis. Medscape, last updated Jul 15, 2019emedicine.medscape.com  

  2. Schonberg S, Stokkermans TJ. Episcleritis. 2021 Aug 25. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2021 Jan–. PMID: 30521217.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov  

  3. Frings A, Geerling G, Schargus M: Red eye—a guide for non-specialists. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 302–12. DOI: 10.3238/arztebl.2017.0302www.aerzteblatt.de  

  4. Bathula BP, Pappu S, Epari SR, Palaparti JB, Jose J, Ponnamalla PK. Tubercular nodular episcleritis. Indian J Chest Dis Allied Sci. 2012 Apr-Jun;54(2):135-6. PMID: 22973786.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov  

  5. Lang G, Lang G. Augenheilkunde. Georg Thieme Verlag, 27.05.2015 S.187