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Erkrankungen der Tränenwege und Tränendrüsen

Eine Verengung der Tränenwege (Tränenwegsstenose) bei Kleinkindern ist durch wiederkehrenden, oft eitrigen Flüssigkeitsaustritt aus einem oder beiden Augen gekennzeichnet.

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Worum handelt es sich bei Erkrankungen der Tränenwege und Tränendrüsen?

Der Tränenapparat besteht aus einer Haupttränendrüse, die unter dem oberen Augenlid an der Außenseite des Auges liegt, sowie mehreren kleineren Drüsen im Augenlid. Im Augenwinkel an der Nasenwurzel sammelt ein Tränensack die Tränenflüssigkeit, und ein Tränenkanal leitet die Tränenflüssigkeit aus dem Auge in die Nase ab. Erkrankungen der Tränenwege und Tränendrüsen lassen sich in 3 verschiedene Typen einteilen:

  • Tränenwegsstenose mit einer Verstopfung der Tränenwege
  • Tränensackentzündung
  • Tränendrüsenentzündung.

Eine Verengung der Tränenwege (Tränenwegsstenose) ist durch wiederkehrenden, oft eitrigen Flüssigkeitsaustritt aus einem oder beiden Augen gekennzeichnet. Die Flüssigkeit läuft aus dem Augenwinkel auf der Nasenseite. Eine Entzündung des Tränensacks oder der Tränendrüsen führt zu Schmerzen, Schwellungen und einem Nässen um die Augen in unterschiedlicher Stärke.

Die Tränenwegsstenose bei Säuglingen ist häufig angeboren und öffnet sich bei den meisten Kindern spontan innerhalb der ersten 2 Lebensjahre.

Eine Verengung des Tränenkanal, der als Ablauf für die Tränen aus dem Auge dienen soll, kann dazu führen, dass sich der Tränensack entzündet. Davon sind vor allem Kleinkinder sowie Personen zwischen 60–70 Jahren betroffen. Frauen leiden häufiger darunter als Männer.

Eine Entzündung der Tränendrüse ist selten, sie kann gleichzeitig mit einer Virusinfektion auftreten.

Ursachen

Verengte Tränenwege bei Kleinkindern beruhen auf einer verzögerten Entwicklung des Tränenkanals – das Kind wurde mit einem zu engen Tränenkanal geboren. Enge Tränenkanäle sind ein prädisponierender Faktor für eine Entzündung des Tränensacks. Die Entzündung des Tränensacks beruht meist auf einer bakteriellen Infektion.

Eine Entzündung der Tränendrüse ist selten und meist auf eine Virusinfektion zurückzuführen. Wenn der Tränensack allerdings bereits aufgrund einer Virusinfektion entzündet ist, kann es leicht zusätzlich zu einer bakteriellen Infektion kommen.

Diagnose

Die Diagnose wird anhand der Krankengeschichte und der Augenuntersuchung gestellt. Oft ist es möglich, Eiter aus dem Tränensack zu drücken, wenn dieser entzündet ist. Der Eiter kann auf Erreger untersucht werden.

Therapie

Meist öffnet sich der Tränenkanal bei Kleinkindern von selbst. Allerdings können bis dahin mehrere Monate vergehen. Dabei ist neben einer gründlichen Reinigung mit lauwarmem Wasser vorerst keine Behandlung notwendig. Außerdem kann man bei engen Tränenkanälen bei Kindern den Bereich des Tränensacks zwischen Augenwinkel und Nase vorsichtig massieren, um die Verstopfung zu lösen. In Einzelfällen, wenn sich eine Infektion entwickelt, kann eine Behandlung mit Antibiotika erforderlich sein.

In seltenen Fällen kann es bei einer Entzündung des Tränensacks notwendig sein, den Tränenkanal mithilfe eines kleinen chirurgischen Eingriffs zu öffnen, um Eiter abzulassen. Wenn es nicht möglich ist, auf diese Weise einen permanenten Abfluss zu schaffen, kann eine Operation notwendig sein, um einen künstlichen Kanal vom Tränensack zur Nase anzulegen.

Prognose

Eine angeborene Tränenwegsstenose bei Säuglingen heilt in der Regel von selbst innerhalb der ersten Lebensjahre ab und muss nur selten behandelt werden. Eine Entzündung des Tränensacks kann dadurch chronisch werden, dass sich Verengungen der Tränenwege bilden. In diesem Fall sollten die Patient*innen sich augenärztlich untersuchen lassen, um die Notwendigkeit eines operativen Eingriffs zu beurteilen.

Bei einer Entzündung des Tränensacks oder der Tränendrüsen kann sich in seltenen Fällen eine Schwellung oder ein Abszess bilden, und die Infektion kann sich ins umgebende Gewebe ausbreiten. Dann ist eine intensive Therapie mit Antibiotika und möglicherweise auch ein operativer Eingriff erforderlich.

Weitere Informationen

Autor*innen

  • Markus Plank, MSc BSc, Medizin- und Wissenschaftsjournalist, Wien