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Ektropium (Auswärtskippung des Augenlids)

Mit Auswärtskippung des Augenlids (Ektropium) wird eine Erkrankung bezeichnet, bei der das untere Augenlid nach außen gerollt ist.

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Was ist Ektropium?

Bei einem Ektropium ist das untere Augenlid nach außen gewendet. Die Erkrankung tritt in der Regel auf beiden Seiten auf und kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. 

Häufig wird ein verstärkter Tränenfluss im Zusammenhang mit auswärtsgewendeten Augenlidern beobachtet. Die Betroffenen müssen sich häufig die Augen trocknen. Der Teil des Augenlids, der normalerweise dem Auge zugewandt ist, ist häufig gerötet, gereizt und verdickt, wenn er nach außen gedreht und ungeschützt ist. Das Auge kann sich trocken und unangenehm anfühlen.

Eine Auswärtskehrung der Augenlider kommt häufig bei älteren Menschen vor. Mit zunehmendem Alter verliert das Gewebe an Elastizität und die Muskeln rund um das Auge erschlaffen. Daher hängt das Unterlid etwas nach unten und dreht sich außen. Bei jüngeren Menschen kann es infolge einer Schädigung oder Lähmung des Gesichtsnervs oder nach einer Verletzung im Bereich des Augenlids zu einem Ektropium kommen.

Der vermehrte Tränenfluss ist auf die fehlende Ableitung der Tränenflüssigkeit zurückzuführen. Die Öffnung zum Tränenkanal befindet sich an der Innenseite des unteren Augenlids, welches normalerweise zum Auge hingewandt ist und die überschüssige Tränenflüssigkeit ableitet. Bei nach außen gedrehtem Augenlid geht der Kontakt zwischen dieser Öffnung und dem Tränenfilm am äußeren Auge verloren, der Abflussweg für die Tränenflüssigkeit ist somit nicht mehr gewährleistet. Die Augen werden daher „feucht“ und tränen.

Diagnostik

Aufgrund des charakteristischen klinischen Bildes lässt sich leicht eine Diagnose stellen. Es erfolgt eine augenärztliche Untersuchung, um festzustellen, ob die Störung auf altersbedingte Veränderungen oder eine andere zugrunde liegende Ursache zurückzuführen ist.

Therapie

Häufiges Trocknen oder Reiben der Augen kann das Problem verschlimmern. Vermeiden Sie das Berühren der Augen soweit möglich.

Künstliche Tränenflüssigkeit oder eine Augensalbe können die Beschwerden lindern. Als vorübergehende Maßnahme kann auch ein Augenlid-Tape eingesetzt werden.

Wenn eine Lähmung des Gesichtsnervs Ursache des Problems ist, klingen die Beschwerden in vielen Fällen von selbst ab. Bei diesen Patienten sollte daher erst dann eine chirurgische Behandlung eingeleitet werden, wenn sich eine weitere Verbesserung mit ziemlicher Sicherheit ausschließen lässt.

Bei altersbedingten Veränderungen oder Narben ist nicht mit einer spontanen Besserung zu rechnen. Die Therapie besteht in solchen Fällen in einer kleinen, ambulanten Operation. Je nach Schweregrad und Ursache werden verschiendene Techniken angewandt. Das Augenlid kann z. B. horizontal minimal verkürzt werden. Dadurch wird eine Streckung des Gewebes erreicht und es nimmt seine ursprüngliche Position wieder ein.

Weitere Informationen

  • Ektropium – Informationen für ärztliches Personal

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden