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Anämie bei chronischer Erkrankung

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Definition:
Hypochrom-mikrozytäre Anämie im Rahmen einer chronischen Erkrankung (Anaemia of Chronic Disease = ACD), die pathophysiologisch auf eine zytokinvermittelte Störung der Eisenverwertung zurückzuführen ist. Auftreten vor allem im Rahmen von Autoimmunerkrankungen, chronischen Infektionen, Malignomen und chronischer Nierenkrankheit.
Häufigkeit:
Häufige Anämieform, insbesondere bei älteren Menschen.
Symptome:
Die Anamnese wird meist durch die Symptome der Grunderkrankung geprägt. Evtl. anämiebedingte Leistungsschwäche.
Befunde:
Klinische Befunde vor allem abhängig von der Grunderkrankung. Evtl. Blässe, Belastungsdyspnoe, Tachykardie als Ausdruck der Anämie.
Diagnostik:
Diagnosestellung durch Kombination aus chronischer Grunderkrankung und typischen Laborbefunden (Blutbild, Parameter des Eisenstoffwechsels) nach Ausschluss einer anderen Anämieursache.
Therapie:
Im Vordergrund steht die Behandlung der Grunderkrankung. Optionen sind vor allem intravenöse Eisensubstitution (orale Gabe unwirksam) und Gabe von ESA (Erythropoese stimulierende Agenzien). Transfusion von Erythrozytenkonzentraten nur selten erforderlich.
  • Michael Handke, Prof. Dr. med., Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Intensivmedizin, Freiburg i. Br.