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Narbenbruch

Die Operation aufgrund eines Narbenbruchs ist ein Eingriff mit entsprechendem Risiko für Komplikationen und Rückfälle.  Die Entscheidung zu einer operativen Korrektur ist eine strenge Risiko-Nutzen-Abwägung und hängt auch davon ab, wie stark Ihre Beschwerden sind.

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Was ist ein Narbenbruch?

Bei einem Narbenbruch, auch Narbenhernie genannt, handelt es sich um eine Vorwölbung oder den Durchtritt von Bauchfell, Fettgewebe oder Baucheingeweiden durch eine Bruchpforte in der vorderen Bauchwand, die infolge einer früheren Operation im Bereich der Operationsnarbe auftritt. Bei der ursprünglichen Operation wurden die Hautschichten und die Muskulatur, die die Bauchwand zusammenhalten, getrennt. Auch wenn die Operationswunde ordnungsgemäß vernäht wurde, stellt dieser Bereich eine Schwachstelle in der Bauchwand dar, die unter bestimmten Bedingungen nachgeben kann. Starkes Übergewicht, Verstopfung und Wundinfektionen erhöhen das Risiko eines Narbenbruchs.

In seltenen Fällen können Hernien der Bauchwand (mit Ausnahme von Leistenbrüchen) auch angeboren sein. Berechnungen zufolge beruhen aber mindestens 80 % aller bei Erwachsenen auftretenden Bauchwandbrüche auf einer früheren Operation. 10–15 % aller Patienten entwickeln nach einer Bauchoperation einen Narbenbruch.

Symptome

Das primäre Symptom des Narbenbruchs ist eine Schwachstelle im Bereich der Operationsnarbe, die zu einer Lücke der Bauchwand führt. Die Haut darüber ist verschlossen. Je nach Größe des Bruches kann diese mitunter sehr stark hervortreten. Meist geht ein Narbenbruch, abgesehen vom kosmetischen Aspekt, lediglich mit geringen Beschwerden einher. In einigen Fällen kann er aber sehr unangenehm sein und auch Schmerzen bereiten.

Wenn Teile des Darms oder von Organen aus dem Inneren der Bauchhöhle in den Bruchsack gelangen, können diese eingeklemmt werden. Dies führt zu starken Schmerzen, evtl. mit Übelkeit und Erbrechen.

Narbenbruch, Operation

Die Operation aufgrund eines Narbenbruchs ist ein umfangreicher Eingriff mit einem Risiko für Komplikationen und Rückfälle. Mitunter kann sie einen längeren Krankenhausaufenthalt und eine lange Genesungszeit nach sich ziehen. Die Entscheidung zu einer operativen Korrektur ist eine strenge Risiko-Nutzen-Abwägung und hängt auch davon ab, wie stark Ihre Beschwerden sind. Lassen Sie sich dazu ausführlich von Ihrer Hausärztin/Ihrem Hausarzt und bei Bedarf auch von einer Chirurgin/einem Chirurgen beraten.

Wenn Teile des Darms eingeklemmt sind, ist eine sofortige Operation notwendig. Eine solche Notfalloperation können Sie vermeiden, wenn Sie einen Bruch rechtzeitig operieren lassen.

Früher wurde ein Narbenbruch in einer offenen Operation behoben. Heutzutage bevorzugt man allerdings zunehmend die sogenannte Schlüssellochchirurgie (laparoskopisches Operationsverfahren). Bei kleinen Brüchen wird die Lücke in der Bauchwand durch eine Naht verschlossen. Bei größeren Brüchen kann die Bauchwand mit einem Netz stabilisert werden.

In 30–50 % aller Fälle kommt es nach der Operation zu einem Rückfall, und auch bestimmte Komplikationen wie Wundinfektionen, gerissene Operationsnarben und Blutergüsse (Hämatome) lassen sich nicht ausschließen. Die ständige Verbesserung der Operationstechnik – insbesondere die Einführung der Laparoskopie – haben aber dazu geführt, dass sich auch die Operationsergebnisse stetig verbessern. 

Im Anschluss an die Operation sollten Sie bis zu 4 Wochen keinen Sport treiben, schweres Heben sollte bis zu 12 Wochen vermieden werden.

Prognose

Ein Bruch kann sich mit der Zeit vergrößern. Ein Narbenbruch von mäßiger Größe, der keine wesentlichen Beschwerden für Sie mit sich bringt, muss nicht unbedingt behandelt werden.

Das Risiko für schwere Komplikationen ist insgesamt relativ gering. Nach einer Operation können Rückfälle auftreten.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden