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Lipödem

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Definition:
Eine disproportionale Fettgewebsvermehrung in den Beinen, seltener auch in den Armen. Die Ursache ist unbekannt. Wahrscheinlich spielen genetische und hormonelle Faktoren eine Rolle.
Häufigkeit:
Unbekannt, die Angaben schwanken zwischen 0,1 und 10 %. In der Regel sind nur Frauen betroffen.
Symptome:
An den Oberschenkeln und Unterschenkeln, evtl. auch in den Armen, kommt es zu einer allmählich zunehmenden, symmetrischen Vermehrung von Fettgewebe. Die Verteilung des Fettgewebes im Oberkörper, am Hals und im Gesicht bleibt normal, Füße und Hände sind ebenfalls ausgespart. Häufig Schmerzen und spontane subkutane Blutungen.
Befunde:
Klinisch ist eine symmetrische Vermehrung von Fettgewebe in den unteren Extremitäten bis hinunter zum Knöchel, evtl. auch in den oberen Extremitäten bis hinunter zu den Händen zu beobachten. Keine Schwellung im Bereich von Fuß/Fußrücken. Bei der Palpation ist das Fettgewebe druckschmerzhaft.
Diagnostik:
Klinische Diagnose, evtl. Bestätigung durch Gewebe-Ultraschall. Ausschluss von Lymphödem und venösem Ödem durch entsprechende Untersuchungen möglich. Im Verlauf jedoch paralleles Auftreten von Lip-, Lymph- und venösem Ödem als Komplikation häufig.
Therapie:
Keine kausale Therapie bekannt. Das Fortschreiten der Erkrankung lässt sich verlangsamen, indem das Körpergewicht konstant gehalten wird, da eine Adipositas ein Lipödem erheblich verkomplizieren kann. Falls als Komplikation ein Lymphödem hinzukommt, sind Lymphdrainagen indiziert. Begleitende venöse Ödeme können mit einer Kompressionstherapie gelindert werden. Als operative Therapie ist evtl. eine Liposuktion möglich, wird jedoch aktuell bei mangelnder Datenlage von den gesetzlichen Krankenversicherungen noch nicht übernommen (befristet Kassenleistung im Stadium III).
  • Caroline Beier, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, Hamburg