Zum Hauptinhalt springen

Typ-1-Diabetes, Kontrolle

Bei Typ-1-Diabetes sind regelmäßige ärztliche Kontrollen notwendig. In der Regel erfolgen diese Kontrollen alle drei Monate, in manchen Fällen auch seltener. Dies hängt von der individuellen Situation der Patient*innen ab.

Zuletzt aktualisiert:

Zuletzt überarbeitet:



Wie erfolgt die Kontrolle des Diabetes?

Der Typ-1-Diabetes ist eine lebenslange Erkrankung mit einem erhöhten Risiko von akuten Komplikationen und Spätfolgen. Die Qualität der Therapie ist ausschlaggebend dafür, ob Komplikationen entstehen. Wird die Therapie vernachlässigt, oder kommt es zu einem zu hohen oder zu niedrigen Blutzuckerspiegel, können Komplikationen auftreten.

Darum müssen sich Patient*innen mit Diabetes regelmäßig untersuchen lassen. Es wird unterschieden zwischen Selbstkontrollen und Kontrollen in der Arztpraxis.

Selbstkontrolle

Alle Patient*innen mit Typ-1-Diabetes müssen den Blutzuckerspiegel selbst messen können. Die Messtechnik und die Genauigkeit des Blutzuckermessgeräts sollten regelmäßig von medizinischen Fachkräften geprüft werden.

Als Patient*in mit Diabetes sollten Sie ein Diabetestagebuch führen. Der Blutzucker sollte mindestens 4-mal täglich (vor dem Essen und vor dem Zubettgehen) gemessen werden. Zusätzliche Messungen sollten Sie u. a. vor und evtl. nach körperlicher Anstrengung/Sport, bei Krankheit, vor dem Autofahren und auf Reisen durchführen. In vielen Fällen können auch Messgeräte, die kontinuierlich den Glukosegehalt im Gewebe messen, verwendet werden. Bei der Verwendung einer Insulinpumpe wird der Blutzuckerspiegel genauso oft gemessen. Insulinpumpen können auch mit einer automatischen Glukosemessung kombiniert werden.

Ärztliche Kontrolle

In der Regel erfolgen diese Kontrollen alle 3 Monate, z. B. im Rahmen eines Disease-Management-Programms. Dies hängt von der individuellen Situation der Patient*innen ab. Es werden unter anderem Blutzucker, Blutdruck und Gewicht kontrolliert, außerdem wird die Menge an glykosyliertem Hämoglobin (HbA1c) bestimmt. Die Einstichstellen der Insulininjektionen sollten mindestens jährlich untersucht werden, da sich hier das Fettgewebe übermäßig vermehren kann.

Bei der jährlichen Kontrolle wird geprüft, ob es zu Komplikationen gekommen ist. Dabei werden die Füße untersucht und überprüft, ob Nervenschädigungen aufgetreten sind. Zudem wird der Urin auf Eiweiß (Mikroalbuminurie) untersucht. Eventuell wird zusätzlich ein EKG durchgeführt und Blut abgenommen. Bei Typ-1-Diabetes sollten die Augen alle 1–2 Jahre in einer Augenarztpraxis kontrolliert werden.

Was ist HbA1c?

HbA1c ist die Abkürzung für das Glykohämoglobin A1. Hämoglobin ist ein Sauerstoff transportierendes Eiweiß in den roten Blutkörperchen. An einen kleinen Teil des Hämoglobins ist Glukose gebunden. Dieser Anteil steigt, wenn der Blutzuckerspiegel über Wochen hoch ist. Das Glykohämoglobin A1 ist darum ein guter Indikator für die Regulierung des Blutzuckers über einen Zeitraum von mehreren Wochen.

Therapieziele

Ziel ist eine stabile Einstellung des Blutzuckers, wobei normnahe Einstellungen (HbA1c < 6,5 %) häufig mit einem hohen Risiko für Unterzuckerungen (Hypoglykämien) einhergehen und daher meist nicht sinnvoll sind. Unterzuckerungen sind langfristig mit einem mindestens so hohen, wenn nicht höheren Risiko für Gesundheitsschäden behaftet. Eine sehr strenge Zuckereinstellung auf Werte von gesunden Personen sollte daher nur angestrebt werden, wenn gewährleistet werden kann, dass keine oder kaum Unterzuckerungen auftreten.

Folgende Therapieziele dienen als Orientierung, müssen aber immer individuell angepasst werden:

Bei erwachsenen Patient*innen mit , die jünger als 80 Jahre sind

  • Der Nüchternblutzucker sollte zwischen 90–110 mg/dl (5 und 6 mmol/l) liegen.
  • Der Blutzucker während des Tages sollte 80–180 mg/dl (4,5–10 mmol/l) betragen.
  • Das Ziel für den HbA1c liegt unter 7,5 % (58 mmol/mol).

Bei Patient*innen mit Begleiterkrankungen oder Komplikationen, insbesondere bei hochbetagten Personen

  • Der Nüchternblutzucker sollte zwischen 110–160 mg/dl (6 und 9 mmol/l) liegen.
  • Der Blutzucker während des Tages sollte 110–215 mg/dl (6–12 mmol/l) betragen.
  • Dies entspricht einem HbA1c unter 8,5 % (69 mmol/mol).

Bei

  • Der angestrebte HbA1c-Wert soll unter 7,5 % sein, ohne dass Hypoglykämien auftreten.
  • Blutzuckerschwankungen sollten möglichst gering gehalten werden.

Weitere Informationen

Autor*innen

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden
  • Caroline Beier, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, Hamburg