Diabetes Typ 2, Kontrolle

Diabetes mellitus ist eine lebenslange Erkrankung mit einem erhöhten Risiko von Komplikationen und Spätfolgen.

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Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

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Warum wird der Diabetes kontrolliert?

Die Therapie bei Typ-2-Diabetes zielt darauf ab, den Blutzuckerspiegel auf dem richtigen Niveau zu halten und Folgekomplikationen des zu hohen Blutzuckers zu vermeiden bzw. rechtzeitig zu erkennen. Um die Wirksamkeit der Therapie feststellen zu können, sind regelmäßige Kontrollen notwendig. Man unterscheidet zwischen Selbstkontrollen und Kontrollen in der Hausarztpraxis.

Ärztliche Kontrolle

Ein Typ-2-Diabetes, der mit Umstellung des Lebensstils oder mit Tabletten behandelt wird, wird in der Arztpraxis alle 3–6 Monate kontrolliert. Eine Insulintherapie wird vor allem zu Beginn ggf. häufiger kontrolliert. Bei den Kontrolluntersuchungen in der Arztpraxis werden u. a. der Blutzucker, Blutdruck und der sog. Langzeit-Blutzucker (HbA1c ) gemessen sowie die Füße untersucht (siehe Fußpflege). Der Kreatininwert wird zur Einschätzung Ihrer Nierenfunktion bestimmt. Ihre Blutfettwerte geben Aufschluss über das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Zusammen mit mit dem ärztlichen Personal werden die Ziele der Therapie festgelegt. Diese können sich auf Bewegung, Gewicht, Ernährung, evtl. Raucherentwöhnung, Blutdruck, Nüchternblutzucker und Blutfettwerte beziehen. Am besten erstellen Sie gemeinsam einen Plan, wie die Ziele erreichen können. Erkundigen Sie sich auch nach Schulungsprogrammen für Menschen mit Diabetes.

Eine augenärztliche Kontrolle wird jedes Jahr oder auch jedes zweite Jahr empfohlen. Ihre behandelnde Augenarztpraxis wird Sie über den Abstand Ihrer Kontrolltermine informieren.

Selbstkontrolle

Menschen mit Typ-2-Diabetes können ihren Blutzuckerspiegel mit geeigneten Messgeräten selbst bestimmen. Die Werte werden in einem Diabetes-Tagebuch dokumentiert. Grundsätzlich werden Selbstkontrollen nur in besonderen Situationen empfohlen:

  • bei Insulintherapie
  • bei vorübergehenden Einstellungsproblemen/Unsicherheiten des Blutzuckerspiegels, z.bB. bei Beginn oder Umstellung der Therapie
  • zur kurzfristigen Orientierung, damit Betroffene den Einfluss von Essverhalten, Bewegung, Medikamenten etc. lernen.

Was ist HbA1c?

HbA1c ist die Abkürzung für das Glykohämoglobin A1. Hämoglobin ist ein Eiweiß, das sich in den roten Blutkörperchen befindet und Sauerstoff transportiert. An einen kleinen Teil des Hämoglobins ist Glukose (Blutzucker) gebunden. Dieser Anteil steigt, wenn der Blutzuckerspiegel über Wochen hoch ist. HbA1c ist darum ein guter Indikator für die Regulierung des Blutzuckers über einen Zeitraum von 8 bis 10 Wochen. Zur Abschätzung Ihrer Stoffwechselkontrolle wird der HbA1c alle 3 bis 6 Monate bestimmt.

Was ist das Disease-Management-Programm (DMP)?

Im Jahr 2002 wurden in ganz Deutschland strukturierte Behandlungsprogramme implementiert, um die Qualität der medizinischen Versorgung und des Behandlungsablaufes für Patient*innen mit chronischen Erkrankungen zu verbessern. Sie umfassen regelmäßige Arzttermine mit Beratungsgesprächen und Untersuchungen sowie die Vermittlung von Hintergrundinformationen z. B. durch Schulungen. Derzeit gibt es in Deutschland DMP für Menschen mit den folgenden chronischen Erkrankungen:

  • Asthma
  • chronisch obstruktive Lungenerkrankung
  • Brustkrebs
  • Typ-1-Diabetes
  • Typ-2-Diabetes
  • koronare Herzkrankheit, mit einem Modul Chronische Herzinsuffizienz
  • Rheuma
  • Osteoporose
  • Chronische Kreuzschmerzen
  • Depression.

Wer mehrere dieser Erkrankungen hat, kann für jede Erkrankung ein DMP in Anspruch nehmen. Patientinnen mit Schwangerschaftsdiabetes werden aktuell nicht in das DMP aufgenommen.

Video

  • Videotutorial DMP Diabetes (Universitätsklinik Greifswald, Jean-François Chenot)

Weitere Informationen

Diabetes

Lebensstil

Autor*innen

  • Hannah Brand, Dr. med., Ärztin, Berlin
  • Caroline Beier, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, Hamburg