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Gicht, Puringehalt von Nahrungsmitteln

Bei Menschen mit Gicht ist der Harnsäuregehalt im Blut zu hoch. Meist ist die Ursache eine verminderte Harnsäureausscheidung über die Nieren (genetisch bedingt) in Kombination mit einer erhöhten Zufuhr von Purinen über die Nahrung.

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Was sind Purine?

Purine sind ein wichtiger Bestandteil der Körperzellen, u. a. als Komponenten unserer Erbinformation. Wenn Körperzellen absterben, gelangen Purine aus dem Zellkern ins Blut. Dort werden sie allmählich abgebaut und mithilfe zahlreicher Enzyme zu dem Endprodukt Harnsäure umgewandelt. Überschüssige Harnsäure wird über die Nieren als Urin ausgeschieden.

Purine werden dem Körper zum Teil von außen durch die Nahrung zugeführt, können aber auch vom Körper selbst produziert werden.  

Nahrungsmittel, die wenig Purin enthalten

  • Getreide und Getreideprodukte, helle Brotsorten, Nudeln, Mehl und Backwaren
  • Butter, mehrfach ungesättigte Margarine und Öl
  • Früchte, Nüsse und Erdnussbutter
  • Gemüse
  • Milchprodukte (bevorzugt fettarm)

Nahrungsmittel, die viel Purin enthalten

  • Fleisch (vor allem rotes Fleisch) einschließlich Innereien; Fisch und Schalentiere
    • z. B. Sardellen, Sardinen, Niere, Leber, Fleischextrakte
  • Fleischbrühe
  • Hefe und Hefeextrakt
  • Bohnen, Erbsen, Linsen, Spinat, Spargel, Blumenkohl und Pilze
    • Studien zufolge ist ein mäßiger Konsum von purinreichem Gemüse nicht mit der Entwicklung von Gicht assoziiert.
  • Gesüßte Limonaden und Fruchtgetränke
    • Die Fruktose ist das einzige bekannte Kohlenhydrat, das den Harnsäurespiegel und das Gichtrisiko erhöht.
    • Durch den regelmäßigen Verzehr von gesüßten Limonaden, Fruchtgetränken oder fruktosereichen Getränken auf Basis von Rosinen, Orangen oder Äpfeln erhöht sich bei Männern das Gichtrisiko.
    • Zuckerfreie Limonaden sind nicht mit einem erhöhten Gichtrisiko assoziiert.
  • Bier, hochprozentiger Alkohol und andere alkoholhaltige Getränke

Ernährungsempfehlungen bei Gicht

Sämtliche Ernährungsempfehlungen sind bisher noch nicht auf ihren Einfluss auf den Krankheitsverlauf von Gicht untersucht. Es ist also noch unsicher, inwiefern die Ernährungsempfehlungen den Verlauf einer Gichterkrankung tatsächlich verbessern.

Umstellung der Kost

  • Empfohlen wird eine Ernährung mit viel Gemüse und wenig Fett.
  • Zuckerhaltige Getränke sollten vermieden werden.

Alkohol

  • Alkoholkonsum erhöht das Risiko für Gicht, der Genuss von Alkohol sollte daher eingeschränkt werden.
  • Es ist insbesondere Vorsicht geboten bei dem Konsum von Bier und hochprozentigem Alkohol.
  • Für Männer scheint 1/4 l und für Frauen 1/8 l Wein am Tag nicht mit vermehrtem Auftreten von Gicht einherzugehen.

Vitamin C

  • Aus einer Studie mit einer Beobachtungsdauer von 20 Jahren geht hervor, dass eine erhöhte Vitamin-C-Zufuhr mit einem geringeren Gichtrisiko assoziiert ist. Vitamin C wirkt erhöht die Ausscheidung von Harnsäure.

Übergewicht

Regelmäßige körperliche Aktivität

  • Aus einer Studie mit männlichen Läufern/Joggern geht hervor, dass bei Männern, die körperlich aktiv sind, die ein ideales Körpergewicht halten und die eine obst- und gemüsereiche und fleisch- und alkoholarme Ernährung aufweisen, ein geringeres Gichtrisiko besteht.

Weitere Informationen

Autorinnen

  • Hannah Brand, Dr. med., Ärztin, Berlin
  • Marie-Christine Fritzsche, Ärztin, Freiburg