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Erste Hilfe bei Asthma

Ein Asthmaanfall wird durch eine Verengung der Atemwege hervorgerufen. Dies kann von leichter Atemnot bis zu stärksten Beschwerden mit akuter Luftnot und Bewusstlosigkeit führen; eine rasche Behandlung ist erforderlich.

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Hintergrund

  • Ein Asthmaanfall wird durch eine Verengung der Muskeln in den Atemwegen hervorgerufen, in deren Folge es zu Husten, keuchender, erschwerter Atmung, Luftnot, Engegefühl im Brustkorb sowie meist auch Angst kommt.
  • Ein solcher Anfall kann durch einen bestimmten Reiz wie z. B. verschiedene Allergene, Staub, Rauch, körperliche Belastung, kalte Luft oder Atemwegsinfekte ausgelöst werden oder ohne erklärlichen Grund auftreten.
  • Die Mehrzahl der Asthmaanfälle entwickelt sich langsam innerhalb vn Stunden oder wenigen Tagen, manche jedoch auch innerhalb von etwa 10 Minuten.
  • Die meisten Menschen, die an Asthma leiden, oder ihre Angehörigen (bei Kindern) wissen, wie sie sich bei einem Anfall verhalten müssen und haben entsprechende Medikamente zur Verfügung, die meist inhaliert werden. Diese Medikamente, Beta-2-Mimetika oder Bronchodilatatoren, werden mithilfe eines Sprays oder eines Inhaliergeräts eingeatmet und führen dazu, dass sich die verkrampfte Muskulatur in den Atemwegen entspannt und das Atmen wieder leichter fällt.

Typische Symptome und Beschwerdebilder

  • Atembeschwerden, insbesondere beim Ausatmen; beschleunigte Atmung (>25 Atemzüge pro Minute)
  • Pfeifendes Geräusch beim Ausatmen, das bei sehr schwerer Atemnot oft verschwindet.
  • Keuchender Husten
  • Probleme beim Sprechen aufgrund von Schweratmigkeit
  • Angst und Unruhe
  • Bläuliche Verfärbung der Lippen und des Gesichts
  • Erschöpfung bis zur Bewusstlosigkeit
  • Bei leichter bis mittelschwerer Atemnot bleibt der Puls noch zwischen 80 und 120 Schlägen/Minute. Bei stärkeren Symptomen wird der Puls zunächst deutlich schneller, fällt aber wieder ab, wenn der Patient kaum noch Luft bekommt.

Erste Hilfe

  • Ruhe bewahren.
    • Bleiben Sie ruhig und beruhigen Sie den Patienten.
    • Helfen Sie der betroffenen Person, ihren Inhalator bzw. ein Spray mit den entsprechenden Medikamenten (Beta-2-Mimetika) hervorzuholen und zu benutzen, falls sie dieses besitzt.
    • Empfohlen werden bei Erwachsenen 2–4 Hübe des Sprays alle 10–15 Minuten; bei Kindern zunächst nur alle 20–30 Minuten (bei Erfolglosigkeit häufiger).
    • In der Regel wissen die Betroffenen selbst am besten, wie sie ihr Medikament nutzen müssen, sollten aber dabei unterstützt werden, falls sie zu nervös und ängstlich sind.
    • Das gesprühte Medikament muss nach dem Ausatmen möglichst ruhig eingeatmet werden. (Kleine) Kinder nutzen häufig einen Inhalator oder einen Vernebler mit einer Gesichtsmaske, womit sie den Wirkstoff gleichmäßig einatmen können.
    • Die eingeatmeten Bronchodilatatoren beschleunigen als Nebenwirkung den Puls. Es ist sinnvoll, dies regelmäßig zu kontrollieren, damit der Puls bei zu häufiger Medikamentengabe nicht zu hoch wird.
    • Fordern Sie die betroffene Person auf, möglichst langsam und tief zu atmen. Helfen Sie ihr wenn möglich, besondere Atemtechniken zu nutzen (sog. Lippenbremse und Kutschersitz, die die Betroffenen in der Regel bereits gelernt haben).
  • Gestalten Sie die Situation so angenehm wie möglich.
    • Sorgen Sie dafür, dass sich der Patient in einer möglichst angenehmen Haltung entspannen kann. Meist sitzt die betroffene Person dabei leicht vornübergebeugt und ihre Arme ruhen auf einer festen Unterlage, z. B. einer Stuhllehne.
    • In der Regel beginnt das inhalierte Medikament innerhalb von wenigen Minuten zu wirken. Hat der Anfall nach 10 Minuten noch nicht begonnen abzuklingen, bitten Sie die Person, eine weitere Dosis des Inhalators zu nehmen.
  • Wählen Sie die 112 und rufen Sie einen Krankenwagen:
    • Wenn der Patient einen schwerwiegenden Anfall hat, bei dem ihm das Sprechen schwer fällt.
    • Wenn es innerhalb von 5 Minuten nach Gebrauch des Inhalators nicht zu einer Besserung gekommen ist.
    • Wenn sich bei der betroffenen Person Erschöpfung abzeichnet.
    • Wenn es sich um ein erstmaliges Auftreten eines schweren Asthmaanfalls handelt.
    • Wenn der Patient keine Medikamente zur Linderung zur Verfügung hat.
    • Besondere Vorsicht ist bei (kleinen) Kindern geboten. Diese können trotz starker Atemnot noch recht stabil wirken, und oder die Beschwerden können sich sehr rasch verschlechtern. Hier ist es also sinnvoll, sehr frühzeitig einen Notarzt zu rufen.
  • Weiteres Vorgehen
    • Helfen Sie dem erwachsenen Patienten während des Wartens auf den Krankenwagen alle 10–15 Minuten dabei, den Inhalator zu gebrauchen (bei Kindern in der Regel alle 20–30 Minuten; falls keine Besserung auftritt aber auch alle 10–15 Minuten).
  • Bei Bewusstlosigkeit
    • Verliert der Patient das Bewusstsein, müssen Sie die Atemwege freimachen (Kopf überstrecken) und die Atmung prüfen.
    • Atmet die betroffene Person, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage.
    • Bereiten Sie sich falls nötig darauf vor, die Wiederbelebung einzuleiten (Kinder/Erwachsene).
    • Prüfen Sie regelmäßig Lebensfunktionen wie Reaktionsfähigkeit (Bewusstsein), Puls und Atmung, bis Hilfe eintrifft.

Weitere Informationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen