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Erste Hilfe bei Herzinfarkt mit akuten Brustschmerzen

Akute Brustschmerzen können auf einen akuten Herzinfarkt hindeuten. Ein Herzinfarkt ist lebensbedrohlich und erfordert umgehend eine Einweisung ins Krankenhaus.

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Hintergrund

  • Ein Herzinfarkt wird durch eine Verstopfung – meist in Form eines Blutgerinnsels –einer Arterie (Herzkranzgefäß, Koronararterie) verursacht, über die Blut an Teile des Herzmuskels befördert wird.
  • Die Blockierung des Gefäßes führt dazu, dass der entsprechende Teil des Herzmuskels nicht mehr mit Blut versorgt wird. Welche Folgen dies hat, hängt davon ab, wie groß der von der Blutversorgung abgeschnittene Teil des Herzmuskels ist. Grundsätzlich treten jedoch in fast allen Fällen akute Brustschmerzen auf.
  • Die schwerwiegendste Komplikation eines Herzinfarkts sind Herzrhythmusstörungen – Asystolie oder Kammerflimmern – die zum Herzstillstand führen.
  • Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt müssen Sie dafür sorgen, dass die betroffene Person Ruhe erhält und so schnell wie möglich in ein Krankenhaus gebracht wird.

Typische Symptome und Beschwerdebilder

  • Brustschmerzen mit starkem Engegefühl, die in den Kiefer und die Arme ausstrahlen können. Bei kleineren Infarkten können die Schmerzen auch nur mäßig ausgeprägt sein.
  • Klamme Haut und kalter Schweiß.
  • Übelkeit und Erbrechen.
  • Eventuell Schweratmigkeit.
  • Eventuell Schwindel und Ohnmachtsneigung.
  • Eventuell bläulich verfärbte Lippen.

Erste Hilfe

  • Sorgen Sie dafür, dass sich die betroffene Person setzt.
    • Die betroffene Person sollte den Oberkörper am besten etwas erhöht lagern (etwa 30°), z.B. mithilfe eines dicken Kissens. Kopf und Schultern sollten gut abgestützt werden und die Knie gebeugt sein.
  • Versuchen Sie, die Person zu beruhigen und von Lärm abzuschirmen.
  • Wählen Sie den Notruf 112 oder rufen Sie auf anderem Wege akutmedizinische Hilfe. Dort werden Sie erfragen können, wie schnell ein Notarzt vor Ort sein kann. Eventuell ist der Einsatz eines Rettungshubschraubers geboten.
  • Falls die Entfernung zum nächsten Krankenhaus oder Arzt groß ist, kann mitunter Zeit gespart werden, wenn Sie die betroffene Person selbst mit dem Auto zum nächsten Krankenhaus bringen.
    • Es sollte aber eine weitere Begleitperson für den Patienten mit im Auto sein.
    • Falls Sie selbst einen Herzinfarkt erlitten haben, dürfen Sie nie selbst Auto fahren.
  • Der Patient sollte eine Tablette Acetylsalicylsäure (ASS; 150 bis 300 mg) einnehmen.
    • Die Tablette sollte zerkaut werden, um die Aufnahme ins Blut zu beschleunigen.
    • Falls der Patient über ein Medikament gegen Angina, wie etwa Nitroglycerin-Spray verfügt, sollte es eingenommen werden.
  • Ist der Patient bewusstlos und atmet nicht, ist eine Herz-Lungen-Wiederbelebung nötig:
    • Falls die betroffene Person bewusstlos ist und Sie die Notrufzentrale (112) anrufen, werden Sie eventuell aufgefordert, die Herz-Lungen-Wiederbelebung einzuleiten.
    • Wenn Sie darin nicht geschult sind, wird Ihnen die Vorgehensweise erklärt werden.
    • Setzen Sie die Wiederbelebung fort, bis Hilfe eintrifft.

Weitere Informationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen