Hundebiss

Die meisten Angriffe durch Hunde erfolgen scheinbar grundlos. Nicht immer ist daran der Hund schuld.

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Hundebisse sind ein weltweites Problem, vor allem Kinder sind betroffen. Alljährlich nehmen Tausende Menschen medizinische Hilfe in Anspruch, nachdem sie von einem Hund gebissen wurden. In einigen Fällen müssen die Patienten zu Behandlungszwecken ein Krankenhaus aufsuchen.

Britischen Studien zufolge erleiden jedes Jahr etwa 740 von 100.000 Personen einen Hundebiss; nur wenige suchen danach ärztliche Hilfe auf. Untersuchungen haben gezeigt, dass in Großbritannien 2,6 von 100.000 Menschen aufgrund von Hundebissen ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Todesfälle durch Hundebisse treten äußerst selten auf. In mehr als der Hälfte der Fälle sind Kinder unter zehn Jahren betroffen.

Was passiert bei einem Hundebiss? 

Die langen Eckzähne des Hundes halten die „Beute“ fest, während die anderen Zähne das

Gewebe zerschneiden, zerreißen und zerfetzen. Es kann zu langen Reißwunden und tiefen Wunden kommen, die von den Eckzähnen herrühren. Die Bisskraft variiert zwischen verschiedenen Hunderassen. Die Beißkraft von Kampfhunden ist z. B. signifikant, somit erhöht sich auch das Verletzungsrisiko.

Die Bakterien aus der Mundhöhle des Hundes können die Wunde verunreinigen und infizieren. Häufig tritt eine solche Infektion innerhalb von 12 Stunden auf, eine Infektion kann sich aber auch erst nach mehreren Tagen einstellen.

Warum beißen Hunde?

Die meisten Angriffe durch Hunde erfolgen scheinbar grundlos. Nicht immer ist daran der Hund schuld. Hunde wollen beim Fressen nicht gestört werden, können sich bedroht oder in ihrem Revierverhalten verletzt fühlen. Hunde können zudem eifersüchtig reagieren, wenn andere Familienmitglieder mehr Aufmerksamkeit erlangen.

Zum Angriffsverhalten bestimmter Hunde gegenüber Menschen gibt es zahlreiche Diskussionen. Die meisten Untersuchungen gelangen zu dem Schluss, dass es vor allem große Hunde wie Schäferhunde, Pitt Bull Terrier, Rottweiler und Dobermänner sind, die am häufigsten beißen. Doch selbst kleine Hunde können den Menschen ernsthaft verletzen.

Therapie

Reinigen Sie die Wunde sofort mit Desinfektionsmittel oder Seife und Wasser. Entfernen Sie alle Fremdmaterialrückstände. Beurteilen Sie die Wunde entsprechend ihrer Lage und Tiefe. Ist es zu Verletzungen von Sehnen gekommen, d. h. kann die betroffene Person den Arm/ die Hand/das Bein normal bewegen? Wurden Blutgefäße beschädigt, bestehen also größere Blutungen? Weist die gebissene Person ein geschwächtes Immunsystem auf? In solchen Fällen sollte sofort ärztlicher Rat eingeholt werden.

Bei tiefen Wunden, zerrissenen Wunden und einem Biss im Gesicht, am Kopf oder Hals muss schnellstmöglich ärztlicher Rat eingeholt werden. Selbst Wunden an den Händen oder Füßen können schwere Folgen haben, da Sehnen und Gelenkhöhlen dicht an der Haut liegen.

Bei drei von vier Kindern unter zehn Jahren, die von einem Hund gebissen werden, befinden sich die Bisse am Kopf oder im Gesicht. Trifft ein kleines Kind auf einen großen Hund, kann der Hund das Kind so stark schütteln, dass Halsverletzungen die Folge sind. In solchen Fällen muss der Hals des Kindes fixiert werden, bis eine ärztliche Untersuchung erfolgen kann.

Von einem Arzt wird die Wunde weiter gereinigt. Dabei wird auch die Frage geklärt, ob die Wunde genäht werden muss. Dies ist lediglich relevant, wenn die Wunde nicht mehr als acht Stunden alt ist. In vielen Fällen wird vom Nähen Abstand genommen, da dadurch eine erhöhte Gefahr für eine bakterielle Infektion besteht. Bei größeren, tieferen Wunden werden ärztlicherseits prophylaktisch Antibiotika verabreicht, um das Infektionsrisiko zu verringern. Bei tieferen Wunden und Schrammen wird gegen Tetanus geimpft. Nach der Behandlung sollte die Bissstelle (Hand/Arm/Bein) still gehalten und erhöht gelagert werden.

Abgesehen von leichteren Hundebissverletzungen ist eine erneute ärztliche Kontrolluntersuchung innerhalb von ein bis zwei Tagen üblich. Insbesondere eine spätere Infektionsgefahr macht diese anschließende Kontrolluntersuchung notwendig.

Eine prophylaktische Behandlung mit Antibiotika dauert in der Regel fünf Tage. Die Behandlung von Wundinfektionen sollte mindestens 14 Tage fortgesetzt werden.

Tollwutgefahr bei Bissen im Ausland

Der letzte Tollwutfall in Deutschland wurde im Februar 2006 bei einem Fuchs in der Nähe von Mainz verzeichnet. Tollwut tritt aber nach wie vor in Mitteleuropa auf. Sie kommt vor allem in Entwicklungsländern und dort vor, wo ungeimpfte Hunde in der Umgebung frei herumlaufen. Tollwut wird durch Biss- und Reißwunden an der Haut übertragen. Bei Auslandsaufenthalten sollten Sie sich keinen Tieren nähern. Dies gilt insbesondere für kranke Tiere, die stark sabbern oder teilweise gelähmt scheinen.

Alljährlich sterben auf der Welt 30.000 bis 50.000 Menschen an Tollwut. Eine Tollwutinfektion führt fast immer zum Tode. Selbst kleine Bisse in Hochrisikoländern sollten daher ernst genommen werden. Suchen Sie dringend eine gesundheitliche Betreuung auf und ergreifen sie evtl. vorbeugende Maßnahmen. Reinigen Sie die Wunde mehrere Minuten unter fließendem Wasser und säubern Sie die Wunde mithilfe von Seife oder Desinfektionsmittel.

Hundebissen vorbeugen

Bringen Sie Ihren Kindern bei, dass sie bei der Begegnung mit einem Hund vorsichtig sein und den Hund mit Respekt behandeln sollen.

  • Vermeiden Sie einen direkten Blickkontakt mit dem Hund.
  • Ärgern Sie den Hund nicht.
  • Streicheln Sie keine fremden Hunde.
  • Kinder sollten nie mit einem Hund spielen, wenn kein Erwachsener dabei ist.
  • Schreien und rennen Sie nicht, wenn ein Hund in der Nähe ist.
  • Lassen Sie einen Hund, bevor Sie ihn streicheln, erstmal an Ihnen schnuppern.
  • Stören Sie niemals einen Hund, der frisst, schläft oder sich um seine Welpen kümmert.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Tier- und Menschenbiss. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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