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Bewusstlosigkeit

Bei Bewusstlosigkeit besteht die Gefahr, dass die Atemwege blockiert werden, beispielsweise durch Erbrochenes. Die Freihaltung der Atemwege ist eine der wichtigsten Aufgaben bei der Ersten Hilfe.

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Bewusstlosigkeit kann lebensbedrohlich sein

Bewusstlosigkeit ist ein Zustand, bei dem Betroffene sich nicht willkürlich/kontrolliert bewegen können. Ursache ist eine unzureichende Durchblutung des Gehirns und damit ungenügender Sauerstoffversorgung. Bewusstlose Menschen können noch atmen und einen regelmäßigen Herzschlag haben, die Atmung kann aber auch aussetzen.

Für Ersthelfer*innen ist es eine wichtige Aufgabe, die Atmung der bewusstlosen Person zu überprüfen. Bewusstlose Menschen können unter Umständen an Speichel oder Erbrochenem ersticken, da Schutzreflexe wie Husten reduziert oder gar aufgehoben sind.

Ursachen

Bewusstlosigkeit kann die verschiedensten Ursachen haben. Hier einige Beispiele: hohes Fieber/Sepsis, Schlaganfall, Kopfverletzungen, Gehirntumor, Vergiftungen (auch Alkohol, Drogen), Endphase einer schweren Krankheit, Stoffwechselentgleisung bei Diabetes mellitus, epileptische Anfälle, Nieren- oder Schilddrüsenkrankheiten. Andere mögliche auslösende Faktoren sind Erbrechen, Durchfall oder starke Schmerzen. Manche Menschen werden auch aufgrund von starken Emotionen wie Ekel oder Angst bewusstlos. Auch eine psychisch begründete Bewusstlosigkeit kommt vor.

Erste Hilfe bei Bewusstlosigkeit

Achten Sie auf die Atmung der bewusstlosen Person. Bewegt sich der Brustkorb oder der Bauch? Hören Sie Atemgeräusche? Wenn Sie sicher sind, dass die bewusstlose Person atmet, so lagern Sie diese in der stabilen Seitenlage. Der Hals sollte überstreckt sein. Vorteil der Seitenlage ist, dass die Zunge nicht so leicht nach hinten in den Rachen fällt und die Luftröhre verlegt. So wird verhindert, dass Schleim oder Erbrochenes in die Luftröhre fließt. Versorgen sie blutende Wunden, sofern Sie die Möglichkeit dazu haben. Vergessen Sie nicht, die Atmung regelmäßig zu überprüfen. Bei Atemstillstand beginnen Sie mit der Reanimation.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Herz-Lungen-Wiederbelebung und Bewusstlosigkeit:

Welche Untersuchungen werden bei Bewusstlosigkeit durchgeführt?

Sobald notärztliches Personal anwesend ist, werden erste diagnostische und evtl. therapeutische Schritte eingeleitet. Temperatur, Puls, Atmung und Blutdruck werden kontinuierlich überwacht. Der Schweregrad der Bewusstlosigkeit wird anhand bestimmter Kriterien beurteilt: Wie ist die Reaktion auf Ansprache, Aufforderungen und Berührung? Sind die Reflexe normal? Reagiert die Person auf Schmerzreize? Je nach Einschätzung werden Betroffene vor Ort weiter beobachtet oder sofort in eine Klinik eingewiesen und überwacht.

Zur Klärung der Ursache wird eine körperlichen Untersuchung durchgeführt und Blutwerte bestimmt. Veränderungen bzgl. Blutbild, Glukose, Nierenfunktionsparameter (Kreatinin, Harnstoff) und Elektrolyte (Na, K, Ca) können eine vorübergehende Bewusstlosigkeit erklären. Zur Einschätzung der Herzfunktion ist die EKG-Untersuchung hilfreich. Falls Sie Videoaufzeichnungen über die Ereignisse der Bewusstseinsstörung haben, zeigen Sie diese dem ärztlichen Personal.

Im Krankenhaus kann eine Bildgebung vom Schädel oder eine Lumbalpunktion (Nervenwasserprobe aus dem Rückenmark) erfolgen. Je nach Krankheitsbild werden evtl. weitere diagnostische Schritte ergriffen.

Maßnahmen und Therapie

Die wichtigste Maßnahme ist: Atemwege sichern und  verhindern, dass Speichel, Erbrochenes etc. aus dem Magen-Darm-Trakt in die Atemwege gelangt. Hierfür werden bewusstlose Personen in die stabile Seitenlage  gebracht. Enge Kleidung rund um den Hals, die Brust und den Bauch wird gelockert. Bei niedrigem Blutdruck wird das ärztliche Personal die Beine evtl. hoch lagern. Bei Bedarf wird der betroffenen Personen Sauerstoff zugeführt. Offene Verletzungen oder Blutungen werden versorgt. In den meisten Fällen wird für die Zufuhr von Flüssigkeit oder Medikamenten ein Venenkatheter gelegt. Betroffene sollten bis auf Weiteres nichts essen oder trinken.

Weitere Informationen

Quellen

Literatur

  • Deutscher Rat für Wiederbelebung. Leitlinien zur Reanimation 2015. www.grc-org.de 

Autor*innen

  • Hannah Brand, Cand. med., Berlin
  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen