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Alzheimer-Demenz

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Definition:
Demenz ist ein Syndrom infolge meist chronisch oder progressiv verlaufender kortikaler und subkortikaler neurodegenerativer Krankheitsprozesse. Demenzen sind gekennzeichnet durch kognitive Beeinträchtigung, gestörte emotionale Kontrolle und eingeschränkte Alltagskompetenzen. Die Alzheimer-Demenz ist eine primär degenerative Erkrankung mit weitgehend ungeklärter Ätiologie und charakteristischen neuropathologischen und neurochemischen Merkmalen.
Häufigkeit:
In Deutschland sind über 1 Mio. Menschen von Demenz betroffen. Ca. 60–70 % leiden vermutlich an der Alzheimer-Krankheit. Etwa 97 % sind älter als 65 Jahre. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer.
Symptome:
Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen, verringerte räumliche und zeitliche Orientierungsfähigkeit, eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit, Wortfindungsstörungen und Apraxie.
Befunde:
Kognitive Beeinträchtigung, Störungen der emotionalen Kontrolle und eingeschränkte Alltagskompetenz.
Diagnostik:
Die Diagnose der Demenz ist eine Syndromdiagnose und stützt sich auf den klinischen Befund. Für die Bestimmung des Schweregrads und für die Verlaufskontrolle können Testverfahren wie der Mini-Mental-Status-Test (MMST) hilfreich sein. Um eine sporadische Alzheimer-Demenz von anderen ätiologischen Demenzformen abzugrenzen, können weiterführende Untersuchungen wie kranielle Bildgebung, Liquordiagnostik oder Gentests notwendig werden.
Therapie:
Bislang kein kurativer Therapieansatz. Erhaltung der Lebensqualität steht im Vordergrund. Die medikamentösen Therapieoptionen sind von begrenztem Nutzen hinsichtlich der kognitiven Symptome und bedürfen der Einbettung in einen individualisierten Gesamtbehandlungsplan. Je nach Schweregrad der Erkrankung, Symptom- und Problemkonstellationen kommen dabei unterschiedliche psychosoziale Interventionen zum Zug sowie Verfahren zum Training kognitiver, motorischer und sensorischer Funktionen.
  • Thomas M. Heim, Dr. med., Wissenschaftsjournalist, Freiburg