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Lewy-Körperchen-Demenz

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Definition:
Lewy-Körperchen-Demenz (Lewy-Body-Demenz, LBD) ist gekennzeichnet durch progrediente kognitive Defizite mit Einschränkungen von Alltagsfunktionen, fluktuierende Einschränkungen von Wachheit und Aufmerksamkeit sowie durch Verhaltensstörungen im REM-Schlaf, visuelle Halluzinationen, Parkinsonismus und Überempfindlichkeit gegenüber Neuroleptika. 
Häufigkeit:
 Die Angaben zur Prävalenz schwanken zwischen 0 % und 5 %. Vermutlich tritt die Lewy-Körperchen-Demenz darüber hinaus häufig in Kombination mit anderen primär degenerativen Demenzformen auf.
Symptome:
Die Symptome ähneln häufig dem Delir mit fluktuierender Verwirrtheit, Aufmerksamkeitsschwierigkeiten, psychischen Symptomen und kognitiver Beeinträchtigung. Zusätzlich können Symptome autonomer Dysfunktion auffallen, wie orthostatische Hypotonie und Harninkontinenz.
Befunde:
Kognitive Defizite betreffen zu Beginn vor allem Aufmerksamkeitsleistungen, exekutive und räumlich-visuelle Funktionen, bei oft noch gut erhaltenen Gedächtnisfunktionen.
Diagnostik:
 Die Diagnose der Demenz ist eine Syndromdiagnose und stützt sich auf den klinischen Befund. Für die Bestimmung des Schweregrads und für die Verlaufskontrolle können Testverfahren wie der Mini-Mental-Status-Test (MMST) hilfreich sein. Um eine Lewy-Körperchen-Demenz von anderen ätiologischen Demenzformen abzugrenzen, können weiterführende Untersuchungen wie kranielle Bildgebung oder Liquordiagnostik notwendig werden.
Therapie:
 Es gibt bislang keinen kurativen Therapieansatz. Die Erhaltung der Lebensqualität steht im Vordergrund. Eine Behandlung mit Antidementiva kann bei Lewy-Körperchen-Demenz nur außerhalb der Zulassung erfolgen; ihr Nutzen ist bislang nicht systematisch untersucht. Die medikamentöse Behandlung der Demenz- und Begleitsymptome bedarf der Einbettung in einen individualisierten Gesamtbehandlungsplan. Je nach Schweregrad der Erkrankung, Symptom- und Problemkonstellationen kommen dabei unterschiedliche psychosoziale Interventionen zum Zug sowie Verfahren zum Training kognitiver, motorischer und sensorischer Funktionen.
  • Thomas M. Heim, Dr. med., Wissenschaftsjournalist, Freiburg
  • Elisabet Londos, docent och överläkare, Minneskliniken, Skånes universitetssjukhus
  • Ivar B. Mediås, spesialist i allmennmedisin, leder for NSAM referansegruppe i geriatri, Sørum legesenter, Sørumsand
  • Åke Rundgren, docent och överläkare, Enheten för geriatrik, Göteborgs universitet (Medibas)
  • Bjørnar Grenne, PhD, konst. overlege, Klinikk for hjertemedisin, St. Olavs Hospital, Trondheim