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Demenz

Demenz ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Erkrankungen des Gehirns. Die Ursachen für Demenz sind vielfältig. Unter anderem sind Strukturveränderungen im Hirngewebe (wie bei der Alzheimer-Krankheit) und Erkrankungen der Blutgefäße im Gehirn dafür verantwortlich.

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Was ist Demenz?

Demenz ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Erkrankungen des menschlichen Gehirns. Kennzeichen der Demenz sind eine Verschlechterung der Gedächtnisleistung und anderer geistiger Fähigkeiten, Probleme im Umgang mit Emotionen und Schwierigkeiten mit der Bewältigung von Alltagssituationen.

Typische Symptome für Demenz sind:

  • Verschlechterung der Gedächtnisleistung
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schwindendes Urteilsvermögen
  • Schwindendes Planungsvermögen
  • Verringerte Fähigkeit, abstrakt zu denken – von Demenz Betroffene interpretieren Dinge oft buchstäblich.
  • Verändertes Sprechen; zunächst fallen Wortfindungsstörungen auf, im Verlauf reden die Patient*innen häufig unzusammenhängend und wiederholen sich häufig. Schließlich können sie einem Gespräch gar nicht mehr folgen.
  • Probleme mit einfachen Alltagsaufgaben, zum Beispiel in späten Stadien sogar mit dem Ankleiden oder Essen.
  • Emotionale Instabilität, Reizbarkeit, Initiativlosigkeit und sozial unpassendes Verhalten
  • Im Verlauf erkennen die Betroffenen selbst engste Angehörige nicht mehr.
  • In späten Phasen ausgeprägte Blasen- und Darmschwäche, Gangstörungen, Kraftmangel, Gewichtsverlust.

In Deutschland leiden ca. 1,5 Million Menschen an Demenz, davon die meisten an Alzheimer-Demenz. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit. In der Altersgruppe der 65- bis 69-Jährigen sind etwa 1,3 % von Demenz betroffen, bei den über 90-Jährigen liegt der Anteil dagegen bei 40,9 %.

Ursachen

Es gibt viele Ursachen für Demenz. Ein Teil der Demenzerkrankungen, unter anderem die Alzheimer-Krankheit, beruht auf einer Schädigung der Funktion und Struktur des Hirngewebes aufgrund verschiedener Veränderungen. Andere Demenzformen sind auf Erkrankungen der Blutgefäße im Gehirn zurückzuführen. Das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, ist höher, wenn Stoffwechsel- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen oder das Gehirn durch wiederholte Mikroinfarkte oder Mikroblutungen geschädigt ist. Für viele Formen der Demenz spielen auch genetische Faktoren eine Rolle.

Sogenannte sekundäre Demenzen entwickeln sich nach Schädelverletzungen, Alkoholmissbrauch oder Schädigungen durch Lösungsmittel. Auch Einflüsse wie Vitaminmangel, Stoffwechselstörungen, Gehirnentzündungen oder Gehirntumoren können eine Demenz verursachen.

Diagnostik

Besonders wichtig ist die Krankengeschichte. Ärzt*innen ziehen Schlüsse aus den Symptomen und dem Verhalten der Betroffenen. Dazu kommen eine allgemeine körperliche und spezielle neurologische Untersuchung.

Es folgen genaue Untersuchungen zur Beurteilung der geistigen Funktionen und auf Probleme bei Tätigkeiten, die früher selbständig erledigt wurden. Mit verschiedenen Bluttests werden mögliche Stoffwechselstörungen und andere eventuelle Ursachen für die Symptome abgeklärt. Außerdem erfolgt eine Elektrokardiografie (EKG), um die Herztätigkeit zu untersuchen. In einigen Fällen kann eine Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) des Gehirns durchgeführt werden oder die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit untersucht werden.

Behandlung

Das wichtigste Ziel der Therapie ist es, für die Betroffenen und ihre Angehörigen Sicherheit zu schaffen. Wenn es behandelbare Ursachen für die Erkrankung gibt, dann werden diese therapiert. Dies gilt zum Beispiel für Stoffwechselerkrankungen oder Mangelerscheinungen. Wichtig ist ein aktives geistiges und soziales Leben für die Betroffenen. Körperliches und geistiges Training wirkt sich auf viele Bereiche des Lebens positiv aus. Begleitend sind meist kognitive Übungen, Musiktherapie, Ergotherapie und verschiedene ähnliche Verfahren sinnvoll.

Es gibt momentan keine wirksamen Medikamente gegen die Entwicklung oder das Fortschreiten einer Demenz. Dagegen können manche Substanzen kognitive Störungen auslösen und sollten daher wenn möglich abgesetzt werden. Für Patient*innen, die an der Alzheimer-Krankheit leiden, gibt es Medikamente, die zumindest bei einigen Betroffenen die Symptome ein wenig lindern oder hinauszögern können. Aggressivität und übergriffiges Verhalten können mit sogenannten Neuroleptika behandelt werden, die meist jedoch nur vorübergehend eingesetzt werden.

Die konkrete Lebenssituation der Betroffenen und ihrer Angehörigen kann durch einfache Maßnahmen verbessert werden. Stundenpläne und Checklisten sorgen für Ordnung im Tagesablauf. Möglicherweise verwirrende und unnötige Gegenstände sollten entfernt werden. Regelmäßige Besuche und Aktivitäten sollten beibehalten werden.

Es gibt verschiedene Hilfeleistungen und kommunale Einrichtungen wie z. B. ambulante Pflege oder Unterstützung im Haushalt. Auch ein vorübergehender oder längerer Aufenthalt in einer Pflegeeinrichtung ist möglich. Es gibt Patientenorganisationen, die Hilfe und Rat bieten, zum Beispiel die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. Selbsthilfe Demenz .

Prognose

Eine Demenzerkrankung entwickelt sich normalerweise langsam und allmählich mit zunehmender Schwere der Symptome. Gedächtnisprobleme und Schwierigkeiten, sich an Namen von Dingen und Menschen zu erinnern, treten meist zuerst auf. Größere Sprachprobleme, Koordinationsprobleme, Schwierigkeiten mit alltäglichen Aufgaben folgen in späteren Phasen. Schließlich kann es zu körperlicher Schwäche, eingeschränkter Mobilität bzw. zunehmender Bettlägerigkeit und Harninkontinenz kommen.

Weitere Informationen

Autor*innen

  • Markus Plank, MSc BSc, Medizin- und Wissenschaftsjournalist, Wien
  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen