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Demenz

Demenz ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Erkrankungen des Gehirns. Die Ursachen für Demenz sind vielfältig. Unter anderem sind Strukturveränderungen im Hirngewebe (wie bei der Alzheimer-Krankheit) und Erkrankungen der Blutgefäße im Gehirn dafür verantwortlich.

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Was ist Demenz?

Definition

Demenz ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Erkrankungen des menschlichen Gehirns. Kennzeichen der Demenz sind eine Verschlechterung der Gedächtnisleistung und anderer geistiger Fähigkeiten, Probleme im Umgang mit Emotionen und Schwierigkeiten mit der Bewältigung von Alltagssituationen.

Symptome

Typische Symptome für Demenz sind:

  • Verschlechterung der Gedächtnisleistung
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schwindendes Urteils- und Planungsvermögen
  • verringerte Fähigkeit, abstrakt zu denken – von Demenz Betroffene interpretieren Dinge oft buchstäblich
  • verändertes Sprechen; zunächst fallen Wortfindungsstörungen auf, im Verlauf reden die Patient*innen häufig unzusammenhängend und wiederholen sich. Schließlich können sie einem Gespräch gar nicht mehr folgen.
  • Probleme mit einfachen Alltagsaufgaben, zum Beispiel in späten Stadien sogar mit dem Ankleiden oder Essen
  • emotionale Instabilität, Reizbarkeit, Initiativlosigkeit und sozial unpassendes Verhalten
  • Manche Demenzkranke werden sehr misstrauisch und beschuldigen andere, Dinge gestohlen zu haben, die sie selbst nicht mehr finden. Dabei reagieren sie oft gereizt, aggressiv oder wütend.
  • Im Verlauf erkennen die Betroffenen selbst engste Angehörige nicht mehr.
  • In späten Phasen treten ausgeprägte Inkontinenz sowie Gangstörungen auf.

Ursachen

Es gibt viele Ursachen für Demenz. Ein Teil der Demenzerkrankungen, unter anderem die Alzheimer-Krankheit, beruht auf einer Schädigung der Funktion und Struktur des Hirngewebes aufgrund verschiedener Veränderungen. Andere Demenzformen sind auf Erkrankungen der Blutgefäße im Gehirn zurückzuführen. Wie bei Gefäßkrankheiten anderer Organe (Herzinfarkt, Arterienverschlusskrankheit) sind hier die Blutgefäße geschädigt und verhärtet (verkalkt), sodass die Blutversorgung des Hirns eingeschränkt wird. Einer vaskulären Demenz lässt sich also im Gegensatz zur Alzheimer-Demenz in gewissem Maße vorbeugen durch ein gesundes Körpergewicht, aktives Leben, Rauchstopp, ausgewogene Ernährung, effektive Therapie eines Bluthochdrucks etc. Da zusätzliche Durchblutungsstörungen des Gehirns seine Funktion bei Alzheimer-Demenz noch weiter beeinträchtigen und es auch Mischformen der Demenz gibt, können diese Maßnahmen natürlich auch in Bezug auf andere Demenzformen vorbeugend hilfreich sein.

Das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, ist höher, wenn z. B. Stoffwechsel- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen. Für manche Formen der Demenz spielen auch genetische Faktoren eine Rolle. Zudem erkranken Menschen mit Trisomie 21 (Down-Syndrom) gehäuft an einer Alzheimer-Demenz.

Sogenannte sekundäre Demenzen entwickeln sich nach Schädelverletzungen, Alkoholmissbrauch oder Schädigungen durch Lösungsmittel. Auch Einflüsse wie Vitaminmangel, Stoffwechselstörungen, Gehirnentzündungen oder Gehirntumoren können eine Demenz verursachen.

Häufigkeit

In Deutschland leiden ca. 1,5 Million Menschen an Demenz, also etwa 8,6 % der über 65-Jährigen. Davon leiden ca. 60–70 % an Alzheimer-Demenz. Pro Jahr erkranken zwischen 0,9 % und 1,2 % der Bevölkerung in Deutschland neu an Alzheimer-Demenz, bei den über 65-Jährigen liegt diese Zahl bei 1,4–3,2 %.

Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit. In der Altersgruppe der 65- bis 69-Jährigen sind etwa 1,3 % von Demenz betroffen, bei den über 90-Jährigen liegt der Anteil schon bei 41 %. Etwa 97 % der Betroffenen sind älter als 65 Jahre und Frauen sind etwa doppelt so häufig von einer Alzheimer-Demenz betroffen wie Männer.

Untersuchungen

  • Besonders wichtig ist die Krankengeschichte. Ärzt*innen ziehen Schlüsse aus den Symptomen und dem Verhalten der Betroffenen.
  • Dazu kommen allgemeine körperliche und spezielle neurologische Untersuchungen.
  • Es folgen standardisierte Tests zur Beurteilung der geistigen Funktionen und auf Probleme bei Tätigkeiten, die früher selbständig erledigt wurden.

Labortests und klinische Untersuchung

Mit Bluttests und normalen klinischen Untersuchungen werden mögliche Stoffwechselstörungen und andere eventuelle Ursachen für die Symptome abgeklärt.

Außerdem erfolgt eine Elektrokardiografie (EKG), um die Herztätigkeit zu untersuchen. In seltenen Fällen kann eine Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) des Gehirns durchgeführt werden oder die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit untersucht werden.

Beurteilung der Fahrtauglichkeit

Eine neuropsychologische Untersuchung und Tests zur Beurteilung der Fahrtauglichkeit werden durchgeführt. Sollte eine an Demenz erkrankte Person als nicht mehr fahrtauglich eingeschätzt werden und trotz Aufklärung über die Gefährdung und ausdrücklicher gegenteiliger Aufforderung weiter Auto fahren, kann unter Umständen die zuständige Ordnungsbehörde benachrichtigt werden.

Wichtig ist, die Betroffenen zu unterstützen und ihnen dabei zu helfen, auf andere Transportmittel umzusteigen.

Genetische Untersuchung

Bei Verdacht auf eine familiäre Alzheimer-Demenz kann ggf. eine genetische Testung erfolgen.

Behandlung

  • Das wichtigste Ziel der Therapie ist es, für die Betroffenen und ihre Angehörigen Sicherheit zu schaffen.
  • Wenn es behandelbare Ursachen für die Erkrankung gibt, dann werden diese therapiert.
  • Wichtig ist ein aktives geistiges und soziales Leben für die Betroffenen. Körperliches und geistiges Training wirkt sich auf viele Bereiche des Lebens positiv aus. Begleitend sind meist kognitive Übungen, Musiktherapie, Ergotherapie und verschiedene ähnliche Verfahren sinnvoll.
  • Es gibt momentan keine wirksamen Medikamente gegen die Entwicklung oder das Fortschreiten einer Demenz. Dagegen können manche Substanzen kognitive Störungen auslösen und sollten daher wenn möglich abgesetzt werden.
  • Für Patient*innen, die an der Alzheimer-Krankheit leiden, gibt es Medikamente, die zumindest bei einigen Betroffenen die Symptome ein wenig lindern oder hinauszögern können.
  • Aggressivität und übergriffiges Verhalten können mit sogenannten Neuroleptika behandelt werden, die meist jedoch nur vorübergehend eingesetzt werden.
  • Die konkrete Lebenssituation der Betroffenen und ihrer Angehörigen kann durch einfache Maßnahmen verbessert werden. Stundenpläne und Checklisten sorgen für Ordnung im Tagesablauf. Möglicherweise verwirrende und unnötige Gegenstände sollten entfernt werden. Regelmäßige Besuche und Aktivitäten sollten beibehalten werden.
  • Es gibt verschiedene Hilfeleistungen und kommunale Einrichtungen wie z. B. ambulante Pflege oder Unterstützung im Haushalt. Auch ein vorübergehender oder längerer Aufenthalt in einer Pflegeeinrichtung ist möglich.
  • Es gibt Patientenorganisationen, die Hilfe und Rat bieten, zum Beispiel die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. Selbsthilfe Demenz .

Prognose

  • Eine Demenzerkrankung entwickelt sich normalerweise langsam und allmählich mit zunehmender Schwere der Symptome.
  • Gedächtnisprobleme und Schwierigkeiten, sich an Namen von Dingen und Menschen zu erinnern, treten meist zuerst auf.
  • Größere Sprachprobleme, Koordinationsprobleme und Schwierigkeiten mit alltäglichen Aufgaben folgen in späteren Phasen.
  • Schließlich kann es zu körperlicher Schwäche, eingeschränkter Mobilität bzw. zunehmender Bettlägerigkeit und Harninkontinenz kommen.
  • Die Diagnose einer Demenz scheint trotz Behandlung körperlicher Begleiterkrankungen mit einer niedrigeren Lebenserwartung einherzugehen.

Weitere Informationen

Autor

  • Markus Plank, MSc BSc, Medizin- und Wissenschaftsjournalist, Wien