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Pelvic Inflammatory Disease (PID, akute Unterleibsentzündung)

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Definition: 
Entzündungen im Bereich des kleinen Beckens (Adnexitis, Zervizitis, Endometritis, Peritonitis im kleinen Becken) werden unter dem Begriff Unterleibsentzündung (Pelvic Inflammatory Disease, PID) zusammengefasst.
Häufigkeit: 
Es wird vermutet, dass pro Jahr 10–20 von 1.000 Frauen in Ländern mit hohem Einkommen an PID erkranken.
Symptome: 
Symptomatisch äußert sich die Erkrankung durch Beckenschmerzen und Ausfluss, gelegentlich treten Fieber und Allgemeinsymptome, Dyspareunie sowie Harnwegssymptome auf.
Befunde: 
Typischerweise besteht eine Entzündung am Gebärmutterhals und vermehrt Ausfluss. Gebärmutter und Adnexe sind bei der Palpation schmerzempfindlich.
Diagnostik:
Die Diagnose wird v. a. klinisch gestellt. Zusätzlich kann ein NAAT (Nucleic-Acid-Amplification-Test), z. B. PCR (Polymerase Chain Reaction) auf Chlamydien und Gonokokken durchgeführt und eine Bakterienkultur angelegt werden. Häufig besteht ein CRP-Anstieg.
Therapie: 
Antibiotika und körperliche Schonung. In schwerwiegenden Fällen sowie bei Schwangeren ist eine stationäre Therapie indiziert. Unverzügliche Untersuchung und Behandlung der regelmäßigen Sexualpartner ist Voraussetzung für einen langfristigen Therapieerfolg.
Beratung: 
Information der Sexualpartner über mögliche Ansteckung und Präventionsmöglichkeiten. Aufklärung über sexuell übertragbare Krankheiten sowie Verhütungsmethoden.
  • Laura Morshäuser, Ärztin, Freiburg im Breisgau
  • Johannes Spanke, Facharzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsmedizin Greifswald (Review)
  • Per Bergsjø, professor emeritus, dr. med., Universitetet i Bergen. Spesialist i kvinnesykdommer og fødselshjelp, forsker ved Nasjonalt folkehelseinstitutt, Oslo