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Brustkrebs, einige Fakten und Informationen

Von Brustkrebs (Mammakarzinom) sind vorwiegend Frauen betroffen. Auf hundert Frauen, die an Brustkrebs erkranken kommt ein Mann.

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Was ist Brustkrebs?

Bei dieser Krebserkrankung kommt es zu einem unkontrollierten und raschen Zellwachstum in der Brust. Dieses Wachstum kann der Körper nicht stoppen. Die Krebszellen im Brustgewebe stammen in der Regel aus der Brust selbst. Eine Ausbreitung von Krebszellen aus anderen Organen ins Brustgewebe kann erfolgen, tritt aber äußerst selten auf.

Eine häufige Vorstufe von Brustkrebs wird in der Fachsprache als „Carcinoma in situ“ bezeichnet. Dabei handelt es sich zwar um krankhaft veränderte Zellen, die sich aber noch in ihrem ursprünglichen Gewebe, meist den Milchgängen, befinden und noch nicht in die Tiefe gewachsen sind. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass diese Zellen sich zu invasiven Krebszellen entwickeln, die im weiteren Verlauf in verschiedene Organe streuen und dort zu Tochtergeschwülsten (Metastasen) heranwachsen können.

Häufigkeit

Von Brustkrebs (Mammakarzinom) fast nur Frauen betroffen, etwa hundert Mal so häufig wie Männer. Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Diese macht ungefähr 30 % aller Krebsfälle bei Frauen aus. Alljährlich erhalten rund 70.000 Frauen und rund 700 Männer in Deutschland diese Diagnose. Im Jahr 2016 waren 68.950 Frauen und 750 Männern mit dieser Diagnose konfrontiert.

Im Vergleich zu 1970 haben sich die Erkrankungszahlen verdoppelt, die brustkrebsbedingte Sterblichkeit ist jedoch tendenziell rückläufig. Nahezu 1 von 8 Frauen wird im Lauf ihres Lebens an Brustkrebs (Mammakarzinom) erkranken. Durch die Einführung des Mammografie-Screenings 2005 kam es zu einem sprunghaften Anstieg der Anzahl diagnostizierter Erkrankungen, die jedoch wieder rückläufig ist. Auch wenn das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, mit dem Alter steigt, sind etwa ein Drittel der betroffenen Frauen bei Diagnosestellung jünger als 55 Jahre.

Bei dieser Erkrankung spielt die genetische Veranlagung (Vererbung) eine Rolle. Daher ist die Gefahr einer Brustkrebserkrankung (Mammakarzinom) bei Frauen mit nahen Verwandten, die an Brustkrebs erkrankt sind, auch größer.

Eine der Ursachen für die Zunahme dieser Krebsform besteht in der verbesserten Diagnostik. In einigen Fällen ist nicht sicher, ob sich die früh diagnostizierten Krebsvorstufen überhaupt zu einer gefährlichen Krebserkrankung weiterentwickeln. Bei Krebsbefunden im Frühstadium ist es sicherer, die Krebsgefahr auszuräumen, als die weitere Entwicklung abzuwarten. Schließlich kann sich daraus eine schwerwiegende Erkrankung entwickeln.

Glücklicherweise stehen die Chancen für eine Behandlung der Erkrankung gut. 80 % der Betroffenen sind fünf Jahre nach der Diagnose noch am Leben. Insgesamt stirbt eine von drei Betroffenen infolge der Erkrankung. Damit sterben in Deutschland knapp 18.000 Patienten jährlich an Brustkrebs (Mammakarzinom). Bei jüngeren Frauen breitet sich die Erkrankung oft schneller im Körper aus.

Wo genau entsteht eine Krebserkrankung in der Brust?

Die Brust besteht aus Fett-, Drüsen- und Bindegewebe. Die Milchdrüsen (Brustdrüse, Glandula mammaria) der Brust weisen Verzweigungen (Milchgänge, Ductus lactiferi) auf, die durch die Brust führen und in der Brustwarze (Mamille) münden. Bei rund 80 % der Brustkrebsfälle befindet sich die Ursache in den Milchgängen (duktales Mammakarzinom), während 10–20 % der Krebserkrankungen in den Milchdrüsen (lobuläres Mammakarzinom) entstehen. Zudem werden Krebsvorstufen unterschieden, die zum einen in der eigentlichen Drüse (LCIS = lobuläres Carcinoma in situ, modernere Bezeichnung LIN = lobuläres In-situ-Karzinom) oder in den Milchgängen (DCIS, duktales Carcinoma in situ) entstehen.

Einteilung in Krebsstadien

Die Krebserkrankung wird in verschiedene Stadien unterteilt. Im Stadium 1 finden sich lediglich lokale und abgegrenzte Veränderungen in der Brust. Stadium 4 bezeichnet eine weit fortgeschrittene Krebserkrankung mit Streuung in andere Organe (sogenannte Metastasierung). Am häufigsten streut diese Krebserkrankung in die benachbarten Lymphknoten (Nodi lymphatici). Beim Brustkrebs sind dabei in der Regel die Lymphknoten in der Achselhöhle oder am Schlüsselbein betroffen. Die Fernstreuung (Fernmetastasierung) von Brustkrebs erfolgt hauptsächlich in die Lungen und Knochen. Seltener sind Leber und Gehirn betroffen. Hat der Krebs in andere Organe gestreut, ist dennoch Langzeitüberleben möglich. Beim Brustkrebs mit Metastasen lebt fünf Jahre nach der Diagnose noch etwa ein Viertel der Betroffenen.

Weitere Informationen

Autoren

  • Thomas M. Heim, Dr. med. Wissenschaftsjournalist, Freiburg
  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden
  • Julia Trifyllis, Dr. med., Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Münster/W.