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Orale Kontrazeptiva („Pille“)

Kombinierte Kontrazeptiva sind Tabletten, die Östrogen und Gestagen (gelbkörperähnliche Hormone) enthalten. Wenn von der Pille die Rede ist, ist die kombinierte Pille gemeint. Östrogen und das Gelbkörperhormon kommen normalerweise im Körper der Frau vor und sind für den Eisprung und eine Schwangerschaft entscheidend. Durch die Anwendung der kombinierten Pille wird der Eisprung unterdrückt und eine Schwangerschaft verhindert.

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Wirkungsmechanismus

Die kombinierte Pille verhindert den Eisprung und somit eine Schwangerschaft. Die Gebärmutterschleimhaut wird weniger empfänglich für eine befruchtete Eizelle. Das Sekret des Gebärmutterhalses wird für Spermien weniger durchlässig. Die kombinierte Pille enthält weibliche Geschlechtshormone (Östrogen und Gestagen). Die verschiedenen Präparate unterscheiden sich dabei in der Zusammensetzung der Hormone, vor allem in der Art des Gestagens.

Monophasenpräparate haben einen konstanten Hormongehalt in jeder Tablette. Bei sogenannten Sequenzpräparaten variiert der Hormongehalt im Laufe des Zyklus. Auch das Einnahmeschema unterscheidet sich bei den einzelnen Präparaten: Ursprünglich folgt auf eine 21-tägige Einnahme eine Pause von 7 Tagen (21 + 7). Bei den neueren oralen Kontrazeptiva gibt es oft ein kürzeres einnahmefreies Intervall (z. B. 24 + 4). Während der Einnahmepause setzt eine Abbruchblutung ein.

Vorteile

  • Die Pille ist sehr wirksam, wenn sie richtig angewendet wird.
  • Sie ist einfach anzuwenden.
  • Sie führt zu regelmäßigen und verhältnismäßig leichten Blutungen.
  • Sie vermindert oder unterbindet im Allgemeinen Menstruationsschmerzen.
  • Die Pille kann eingesetzt werden, um die Menstruation zu verzögern oder um eine Menstruation zu überspringen.
  • Bei langfristiger Anwendung vermindert sich das Risiko für die Entwicklung von Krebs der Eierstöcke und des Gebärmutterkrebs.
  • Die Pille kann zur Therapie beim prämenstruellen Syndrom, bei Endometriose, bei Blutungsstörungen und sehr starken Menstruationsblutungen verordnet werden. Sie wird dann üblicherweise im verlängerten Zyklus eingenommen.
  • Orale Verhütungsmittel, die Gestagene mit antiandrogener Wirkung enthalten, können bei mittelschwerer bis schwerer Akne und/oder übermäßigem Haarwuchs (Hirsutismus) bei Frauen im gebärfähigen Alter verwendet werden, wenn andere Behandlungen nicht angeschlagen haben. Auch das polyzystische Ovarialsyndrom kann mit solchen Medikamenten behandelt werden.

Nachteile

  • Die Pille schützt nicht vor Geschlechtskrankheiten.
  • Häufig treten Nebenwirkungen auf, die aber in der Regel nach 3 Zyklen nachlassen. Häufige Nebenwirkungen sind Schmierblutungen, Übelkeit, Kopfschmerzen, empfindliche Brüste und verringerte Libido.
  • Die Verhütungspille kann zu Stimmungschwankungen führen.
  • Sie kann Migräne verschlimmern, führt aber häufiger zu einer Verbesserung. Sie sollte nicht bei Migräne mit Aura eingesetzt werden. Einige Frauen bekommen in den ersten Monaten nach Beginn der Einnahme von oralen Kontrazeptiva vermehrt Kopfschmerzen. Bei den meisten verschwinden diese Kopfschmerzen aber wieder. Die normalen Nebenwirkungen können irritierend sein, sind aber ungefährlich. Wenn Sie aufgrund störender Nebenwirkungen zu einer anderen Pille wechseln oder die Verhütungsmethode umstellen möchten, sprechen Sie mit Ihrer Gynäkologin/Ihrem Gynäkologen.
  • Bei Frauen, die die aktuell verfügbaren Kontrazeptiva einnehmen, wurde bislang kein oder nur ein gering erhöhtes Auftreten von Brustkrebs (Mammakarzinom) festgestellt.
  • Es gibt ein erhöhtes Risiko für Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) bei Anwenderinnen der kombinierten Pille. Dieses verschwindet innerhalb von 10 Jahren nach dem Abschluss der Behandlung.
  • Eine seltene, aber schwere Nebenwirkung ist das erhöhte Risiko für Blutgerinnsel (Thrombose).
    • Die Pille sollte deshalb nicht Frauen verordnet werden, die bereits ein Blutgerinnsel hatten oder Verwandte ersten Grades mit einem Blutgerinnsel haben.
    • Sie sollte auch nicht bei einer erblichen Anlage für Blutgerinnsel genommen werden oder wenn ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel besteht, wie z. B. bei Übergewicht (BMI > 30).
    • Aufgrund des Risikos für Blutgerinnsel wird die Verhütungspille nicht für Frauen empfohlen, die rauchen und über 35 Jahre alt sind.
    • Vor größeren chirurgischen Eingriffen sollte die Einnahme der Pille vier Wochen vor der Operation unterbrochen werden und erst zwei Wochen nach der Mobilisierung wieder begonnen werden.
      • Bei kleinen Operationen, die weniger als 30 Minuten dauern und wenn das Bett nach dem Eingriff schnell wieder verlassen werden kann, muss die Einnahme der Pille nicht unterbrochen werden.
    • Das Risiko für Blutgerinnsel ist bei allen kombinierten hormonellen Verhütungsmitteln erhöht.
    • Die Arzneimittelbehörde empfiehlt für Frauen, die mit der Pille beginnen, monophasische Präparate mit Levonorgestrel. In monophasischen Präparaten ist der Anteil von Östrogenen und Gestagenen in jeder Pille gleich dosiert. Studien weisen darauf hin, dass Levonorgestrel im Vergleich zu anderen Gestagenen mit einem geringeren Thromboserisiko einhergeht. Diese Empfehlungen gelten nicht für die neueren Präparate mit natürlichem Östrogen. Die gleichen Gegenanzeigen gelten aber auch für diese Präparate, ebenso wie für die übrigen kombinierten hormonellen Verhütungsmittel.
    • Eine Frau, die eine kombinierte Pille ohne Probleme verwendet hat, braucht die Verwendung nicht einzustellen oder das Produkt zu wechseln.
    • Das Risiko für ein Blutgerinnsel ist während des ersten Jahres oder bei einer Wiederaufnahme nach einer Pause von 4 Wochen oder mehr bei der Verwendung von jeglichen kombinierten hormonellen Verhütungsmitteln am größten.
    • Bei Präparaten mit ausschließlich Gestagen (sogenannten Minipillen) besteht im Gegensatz zur kombinierten Pille kein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel. Sie verursachen aber häufig unregelmäßige Blutungen.

Allgemeines

Gewichtszunahme ist keine dokumentierte Nebenwirkung für die Verhütungspillen auf dem Markt. Bei einigen Frauen vergrößern sich die Brüste nach der Einnahme der Pille aufgrund der Östrogenstimulierung. Die Pille sollte jeden Tag zu einem möglichst festen Zeitpunkt eingenommen werden, um sie nicht zu vergessen. Wenn eine Pille vergessen wurde, sollte sie innerhalb von 12 Stunden nach der letzten Pille eingenommen werden, damit weiterhin ein sicherer Empfängnisschutz besteht.

Bei Erbrechen oder Durchfall direkt nach der Einnahme der Pille kann es sein, dass der Wirkstoff nicht vollständig vom Darm aufgenommen wurde und der Schwangerschaftsschutz nicht mehr besteht, weil die den Eisprung hemmende Wirkung aussetzt. In einem solchen Fall sollten Sie die Pille wie gewöhnlich weiter einnehmen. Zur Sicherheit sollten Sie in dem betreffenden Monat aber zusätzlich Kondome zur sicheren Verhütung benutzen.

Wenn Sie die Pille nicht mehr nehmen, setzt die Fruchtbarkeit sofort wieder ein. Es reicht, nur eine Pille zu vergessen, um den Schutz vor Schwangerschaft zu unterbrechen. Das Einsetzen der Menstruation nach einer abgebrochenen Behandlung kann variieren. Meist setzt sie innerhalb von drei Monaten wieder ein. Es scheint bezüglich der Fruchtbarkeit kein Unterschied zwischen verschiedenen Typen kombinierter oraler Kontrazeptiva zu bestehen.

Die kombinierte Verhütungspille (mit Östrogen und Gestagen) wird nicht während der Stillzeit empfohlen, weil Östrogen die Milchmenge vermindern kann. Gestagenhaltige Pillen (Minipillen) können während der Stillzeit verwendet werden oder wenn Sie kombinierte Pillen aufgrund eines erhöhten Risikos für Blutgerinnsel nicht einnehmen dürfen.

Wenn Sie orale Kontrazeptiva nehmen, sollten Sie jedes halbe Jahr zu Ihrer Gynäkologin/Ihrem Gynäkologen zur Kontrolle gehen.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden
  • Julia Trifyllis, Dr. med., Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Münster/W.