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Vaginale Pilzinfektion

Eine vaginale Pilzinfektion (Vaginalkandidose) wird durch Hefepilze hervorgerufen, häufig durch Candida albicans.

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Was ist eine vaginale Pilzinfektion?

Eine vaginale Pilzinfektion (Vaginalkandidose) wird durch Hefepilze hervorgerufen, häufig durch Candida albicans. Die Infektion kann sich auch auf den äußeren Schambereich ausdehnen.

Auch wenn die Erkrankung in der Regel nicht gefährlich ist, sind die Beschwerden für die betroffenen Frauen sehr unangenehm und können die Lebensqualität erheblich einschränken.

Symptome

  • Die Symptome äußern sich durch ein Brennen und Jucken in der Scheide, um den Scheideneingang und an den Schamlippen, sowie Beschwerden beim Wasserlassen.
  • Ein geruchloser, weißer, zunächst dünnflüssiger und später klumpiger Ausfluss (Fluor) ist typisch.
  • Die Schleimhaut ist gerötet.
  • Für viele Patientinnen ist der Geschlechtsverkehr mit Schmerzen und Empfindlichkeit verbunden.
  • Häufig verstärken sich die Symptome vor der Menstruation.

Ursachen

Hefepilze (Candida) sind bei vielen Frauen in der Scheide vorhanden, ohne dass es zu Beschwerden kommt. Verschiedene begünstigende Faktoren können zu einer Infektion mit Symptomen führen.

Candida albicans ist der häufigste verantwortliche Erreger einer vaginalen Pilzinfektion. Nur etwa 10 % werden von anderen Candida-Arten verursacht.

Begünstigende Faktoren

  • Eine geschwächte lokale Abwehr und eine ungünstige Zusammensetzung der Scheidenflora begünstigen Pilzinfektionen.
  • Hormonelle Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle. Während der Schwangerschaft und bei Einnahme von Östrogenen kommen Pilzinfektionen vermehrt vor. 
  • Eine Antibiotikabehandlung kann eine Pilzinfektion auslösen. Antibiotika hemmen das Wachstum der „guten Bakterien“ der normalen Scheidenflora, die herkömmlicherweise mit den in geringer Zahl in der Scheide befindlichen Pilzen zusammenleben. Werden die Bakterien abgetötet, kann sich der Pilz durchsetzen und stark vermehren.
  • Eine Kortisontherapie oder eine medikamentöse Behandlung zur Unterdrückung des Immunsystems kann ebenfalls eine vaginale Pilzinfektion auslösen.
  • Geschlechtsverkehr kann zu verstärkten Symptomen führen.
  • Weitere begünstigende Faktoren sind Erkrankungen wie Diabetes mellitus und Allergien, Übergewicht, genetische Veranlagung und psychosozialer Stress.
  • Möglicherweise spielt auch die Ernährung eine Rolle. Kohlenhydrat- und zuckerreiche Ernährung sowie Milchprodukte scheinen Pilzinfektionen zu begünstigen.

Häufigkeit

Die vaginale Pilzinfektion ist eine häufige Erkrankung. Die meisten Frauen (ca. 70–75 %) erkranken ein- oder mehrmals im Leben daran. Etwa 8 % aller Frauen entwickeln eine chronisch wiederkehrende Infektion mit mehr als 4 Episoden pro Jahr.

Untersuchungen

Die Diagnose wird gestellt, wenn typische Symptome vorliegen und Pilzzellen mikroskopisch nachgewiesen werden können. Bei einer gynäkologischen Untersuchung wird ein Abstrich von der Scheidenschleimhaut entnommen und unter dem Mikroskop betrachtet. Bei unklaren Fällen und wiederholten Infektionen ist die Anlage einer Pilzkultur sinnvoll. Andere mögliche Erreger sollten ausgeschlossen werden.

Einer Studie zufolge konnte nur bei einem Drittel der Frauen, die meinten, eine Pilzinfektion zu haben, diese Diagnose bestätigt werden. Eine Therapie sollte daher erst nach einer ärztlichen Untersuchung erfolgen.

Behandlung

Eine Behandlung der vaginalen Pilzinfektion ist in der Regel nur bei Symptomen erforderlich.

Medikamente

Die Therapie erfolgt mit antimykotischen Mitteln, die den Pilz beseitigen. Vaginaltabletten, Zäpfchen oder Cremes werden lokal angewendet. In bestimmten Fällen werden Tabletten zum Einnehmen verschrieben.

Lokale Behandlung

Bei erstmaligem Auftreten reicht in den meisten Fällen eine lokale Behandlung mit Imidazolen (z. B. Clotrimazol) aus. Vaginalzäpchen oder -tabletten werden in der Regel über 1–3 Tage verabreicht. Bei Bedarf kann zusätzlich eine Creme für Schamlippen und Scheideneingang verwendet werden. Einige Mittel sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Lesen und befolgen Sie die Hinweise auf der Packungsbeilage.

Tabletten

Ist eine lokale Behandlung im Genitalbereich nicht möglich oder erwünscht, kann eine Behandlung mit Tabletten (z. B. Fluconazol) erfolgen. Diese werden üblicherweise für 1 Tag verabreicht und sind verschreibungspflichtig.

Auch bei chronisch wiederkehrenden Pilzinfektionen wird eine Behandlung mit Tabletten empfohlen. Bei häufigen Rückfällen ist möglicherweise eine langfristige Behandlung angeraten, z. B. mit einer zunächst wöchentlichen, später monatlichen Einnahme einer Fluconazol-Tablette. Die Erhaltungstherapie dauert mehrere Monate.

Eine Partnerbehandlung wird nur bei entsprechenden Beschwerden und wiederkehrenden Infektionen empfohlen.

Behandlung in der Schwangerschaft

  • Eine vaginale Pilzinfektion kann in der Schwangerschaft lokal mit Clotrimazol behandelt werden.
  • In der Schwangerschaft besteht ein erhöhtes Risiko. Eine Infektion mit Hefepilzen kann während der Entbindung auf das Kind übertragen werden und zu Komplikationen führen. Daher sollten auch symptomfreie Infektionen während der letzten 6 Schwangerschaftswochen behandelt werden.

Vorbeugung

  • Sofern möglich, sollten begünstigende Faktoren (s. o.) reduziert werden.
  • Sie sollten den Intimbereich besser nicht mit Seife, sondern nur mit warmem Wasser und evtl. speziellen Intimwaschlotionen waschen.
  • Zu häufiges Waschen trocknet die Schleimhäute aus und erhöht das Infektionsrisiko.
  • Außerdem sollten Sie keine eng anliegende und synthetische Unterwäsche und enge Hosen oder Strumpfhosen tragen. Empfohlen wird Baumwollunterwäsche.
  • Sie können versuchen, vorbeugend Probiotika anzuwenden. Es besteht jedoch noch kein ausreichender Nachweis der Wirksamkeit.

Prognose

Die Prognose ist gut und die Erkrankung in der Regel ungefährlich. Während der Schwangerschaft kann es zu Komplikationen kommen.

Die akute Infektion klingt entweder spontan oder mithilfe von Antimykotika innerhalb weniger Tage ab. Bei chronischen Pilzinfektionen sind Rückfälle nach Therapieende häufig.

Weitere Informationen

Autorin

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden