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Blutungen nach der Menopause

Postmenopausale Blutungen sind vaginale Blutungen, die ein oder zwei Jahre nach der letzten Menstruation (Menopause) auftreten. Die unerwartete vaginale Blutung verläuft in der Regel schmerzfrei.

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Definition

Je näher die Menopause rückt, desto seltener reifen in den Eierstöcken Eizellen heran. In der Folge nimmt die Hormonproduktion der Eierstöcke immer mehr ab, bis sie allmählich ganz eingestellt wird. Zunächst wird die Menstruation hierdurch unregelmäßig, bis sie schließlich vollständig ausbleibt. Das Durchschnittsalter, in dem die letzte Menstruation (Menopause) stattfindet, beträgt in Mitteleuropa 51 Jahre.

Von Blutungen nach der Menopause wird gesprochen, wenn Blutungen mehr als ein Jahr nach der letzten Regelblutung auftreten. Ausnahmsweise können hormonelle Schwankungen auch zu einer Blutung nach mehr als einem Jahr führen. Trotzdem muss jede postmenopausale Blutung ärztlich abgeklärt werden.

Hormontherapie

In manchen Fällen wird in den Wechseljahren mit einer Hormontherapie begonnen. Die meisten Präparate, die eingesetzt werden, führen zu menstruationsähnlichen Blutungen ein Mal im Monat. Regelmäßige Blutungen, die durch die Behandlung entstehen, sind normal und erwünscht, um das Krebsrisiko zu senken. Bei manchen Präparaten, die zur Hormontherapie eingesetzt werden, sind Blutungen dagegen nicht vorgesehen. Auch hierbei ist es jedoch normal, dass in den ersten 3–4 Monaten der Behandlung zu Schmierblutungen oder schwächeren Blutungen kommt. Bei Blutungen, die nach diesem Zeitraum auftreten, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Findet keine Hormontherapie statt, sollte es in der Regel nach der Menopause nicht zu Blutungen kommen. Bis der Gegenbeweis erbracht ist, gelten Blutungen nach der Menopause aus gynäkologischer Sicht als mögliches Anzeichen einer Krebserkrankung. Anders gesagt: die Ursache muss immer ärztlich abgeklärt werden.

Ursachen

Postmenopausale Blutungen können verschiedene Ursachen haben:

Häufige Ursachen

  • Hormontherapie
    • Die Östrogenbehandlung ist die häufigste Ursache für Blutungen nach der Menopause. Bei der Einnahme von Östrogenpräparaten unter Zugabe von Gestagen wird die Gebärmutterschleimhaut in den Einnahmepausen regelmäßigen abgestoßen. Hierbei kommt es zu Abbruchblutungen (menstruationsähnlichen Blutungen), was ganz normal ist.
    • Auch bei reinen Östrogenpräparaten, bei denen es normalerweise nicht zu Abbruchblutungen kommen sollte, kann es zu harmlosen Schmierblutungen oder zu schwächeren Blutungen kommen.
  • Polypen des Gebärmutterhalses (Zervixpolypen)
    • Auch gutartige Polypen im Gebärmutterhals können bluten, vor allem nach dem Geschlechtsverkehr.
  • Scheidentrockenheit (Atrophische Vaginitis): verdünnte, trockene Scheidenschleimhaut.
    • Diese ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der Körper nach der Menopause mit dem Aufhören der Menstruation weniger weibliche Geschlechtshormone produziert. Kleine Risse der Scheidenschleimhaut können zu schwächeren Blutungen führen, vor allem nach dem Geschlechtsverkehr.
  • Krebs der Gebärmutterhöhle, (Endometriumkarzionom)
    • Dies ist die häufigste Unterleibskrebsart bei Frauen nach der Menopause.
    • 90 % der betroffenen Patientinnen sind über 50 Jahre alt.
    • Die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines Endometriumkarzinoms bei postmenopausalen Blutungen beträgt 5–10 %, mit zunehmendem Alter und bei Vorliegen von Risikofaktoren steigt das Risiko.

Seltenere Ursachen

  • Muskelknoten der Gebärmutter (Myome)
    • Myome sind gutartige Wucherungen der glatten Muskulatur der Gebärmutter.
    • Sie können in Einzelfällen zu postmenopausalen Blutungen führen.
    • Sie zählen zu den häufigsten Tumoren im kleinen Becken und treten bei einem Viertel aller Frauen über 35 Jahren auf. Das Vorkommen steigt mit dem Alter.
  • Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)
    • Jährlich kommt es zu rund 4600 Neuerkrankungen in Deutschland.
    • Symptome hierfür sind spontane Blutungen oder Kontaktblutungen und starker Ausfluss, in Ausnahmefällen Schmerzen.
  • Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)
    • Eine äußerst seltene Ursache für vaginale Blutungen.
    • In frühen Stadien verursacht die Erkrankung kaum Symptome.
    • Eierstockkrebs tritt am häufigsten bei Frauen zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf.
    • Die Zahl der Neuerkrankungen liegt in Deutschland bei etwa 7380 pro Jahr.

Diagnostik

Häufig liefert das Blutungsmuster einen Hinweis auf die Ursache. Ihr Arzt wird eine gynäkologische Untersuchung sowie einen Zellabstrich des Gebärmutterhalses und ggf. eine Zellprobe der Gebärmutterschleimhaut vornehmen. Oftmals wird die gynäkologische Untersuchung durch eine Ultraschalluntersuchung ergänzt. Ggf. wird auch eine Reihe von Blutuntersuchungen durchgeführt. Wenn Krebs nicht ausgeschlossen werden kann, finden weitergehende Untersuchungen statt. Hierbei kann es sich um folgende Untersuchungen handeln:

  • Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung): hierbei wird ein spezielles Endoskop in die Gebärmutter eingeführt, um die Gebärmutterschleimhaut zu beurteilen.
  • Häufig erfolgt eine Ausschabung der Gebärmutter.

Behandlung

Die Behandlung zielt darauf ab, die Blutungen zu unterbinden und die eventuellen Ursachen zu behandeln. Trockenheit und Reizungen der Scheidenschleimhaut werden mit Östrogencreme oder -zäpfchen behandelt.

Beruht die Blutung auf der Hormontherapie, kann die Behandlung umgestellt werden oder, wenn möglich, beendet werden.

Weitere Informationen

Autor*innen

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden
  • Julia Trifyllis, Dr. med, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Münster/W