Lärmschaden

Zusammenfassung

  • Definition: Ein dauerhafter Lärmschaden tritt auf, wenn die Sinneszellen in der Cochlea des Innenohrs absterben. Man bezeichnet dies als neurogene Schwerhörigkeit.
  • Häufigkeit: Jahre- oder jahrzehntelange Lärmexposition findet sich praktisch nur im Berufsleben. Aufgrund präventiver Maßnahmen zeigt sich eine abnehmende Tendenz. 2014 lag die Zahl bei 6.649 als Berufskrankheit anerkannten Fällen – damit handelt es sich bei der Lärmschwerhörigkeit um die häufigste anerkannte Berufskrankheit in Deutschland.
  • Symptome: Allmählich anhaltende Einschränkung des Hörvermögens, vor allem in den Hochtonbereichen, sowie manchmal Tinnitus.
  • Befund: Klinischer Befund ist eine Schwerhörigkeit bei Flüster- oder Sprechstimme.
  • Diagnostik: Audiometrie, ggf. Arbeitsplatzbeurteilung.
  • Therapie: Die Therapie erfolgt bei chronischem Lärmschaden durch ein Hörgerät. Der akute Lärmschaden zeigt eine hohe Selbstheilungstendenz, Infusionstherapien und hyperbarer Sauerstoff werden teilweise angewandt.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Lärm ist hörbarer Schall (z. B. Maschinengeräusch, Ton, Knall, laute Musik, störender Sprachschall), der die Gesundheit – d. h. das körperliche sowie seelische Wohlbefinden – des Menschen beeinträchtigen kann.1
  • Die auffälligsten Lärmwirkungen sind Gehörschäden, Lärm verursacht aber nicht nur Gehörschäden, sondern gefährdet generell die Gesundheit und erschwert die Arbeit in allen Bereichen des Arbeitslebens.1
  • Akutes Schalltrauma oder akutes akustisches Trauma: Schädigung des Hörorgans durch ein einmaliges Schallereignis
    • Bei Einwirkung sehr hoher Schallpegel (140 dB oder mehr) kann schon nach Minuten eine Schwerhörigkeit oder Ertaubung auftreten. Hierbei ist die Ursache eine Verletzung der Haarsinneszellen in der Gehörschnecke. Das Gehör kann bis zu einigen Wochen benötigen um sich von einem akuten Lärmtrauma zu regenerieren.
  • Lärmschwerhörigkeit: Eine durch chronische Lärmeinwirkung (meist im Beruf) entstandene Schallempfindungsschwerhörigkeits, sie zählt damit zu den Schalltraumen.
    • Wirkt Lärm hoher Intensität (> 85 dB) lange Zeit, d. h. über Jahre täglich mehrere Stunden, auf das Hörorgan ein, so kommt es zu einer bleibenden und irreversiblen Schädigung des Gehörorganes (Lärmschwerhörigkeit).
    • Ein dauerhafter Lärmschaden tritt auf, wenn die Sinneszellen in der Cochlea aufgrund einer Lärmüberlastung absterben. Die Erkrankung wird als neurogene Schwerhörigkeit klassifiziert.
  • Lärmschäden verursachen Schwerhörigkeit im Hochtonbereich, später auch in den niedrigeren Frequenzen.
  • Chronische Lärmschäden entwickeln sich vor allem im Laufe der ersten 10 Jahre, wenn die Lärmbelastung konstant ist.2
  • Die durch das Arbeitsschutzgesetz festgelegte berufshygienische Grenze für Lärm am Arbeitsplatz beträgt 85 dB. Normalerweise erträgt das Gehör eine so hohe kontinuierliche Lärmbelastung bis zu 8 Stunden lang, ohne Schaden zu nehmen.
  • Die Schmerzgrenze für Lärm liegt bei ca. 120 dB.

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Patienteninformationen

Quellen