Karzinom der Mundhöhle

Das Karzinom der Mundhöhle umfasst Karzinome der Lippen, der Zunge, der Speicheldrüsen, anderer Teile der Mundhöhle und des Pharynx auf der Ebene der Mundhöhle. Tabak, Schnupftabak und Alkohol sind prädisponierende Faktoren. Die Hauptbehandlung ist die chirurgische Therapie.

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"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

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Was ist ein Karzinom der Mundhöhle?

Mit der Mundhöhle ist der Bereich von den Lippen bis hinter dem Gaumensegel gemeint. Das ist ein Bereich, den man im Spiegel selbst sehen und überprüfen kann.

Krebs wird als unkontrolliertes Zellwachstum beschrieben. Damit sind Zellen gemeint, die die Fähigkeit verloren haben, ihr eigenes Wachstum zu kontrollieren. Dies führt zu einer Ansammlung von diesem Zelltyp an einer oder mehreren Stellen, es bilden sich ein oder mehrere Tumoren.

Dies bedeutet nicht, dass es sich bei jedem Tumor, der in der Mundhöhle gefunden wird, um ein Karzinom handelt. Viele ungefährliche Erkrankungen können ebenfalls Tumoren verursachen. Eine wichtige Aufgabe für die Ärzte ist die Unterscheidung der harmlosen Tumoren von den gefährlichen.

Ein Mundhöhlenkarzinom ist relativ selten. Das Mundhöhlenkarzinom liegt mit sechs Prozent aller Krebserkrankungen weltweit an 6. Stelle. Bei Männern ist es die fünfthäufigste und bei Frauen die 15-häufigste Krebsneuerkrankung (Stand 2012). Das Fünf-Jahres-Überleben von Patienten mit diagnostiziertem Mundhöhlenkarzinom liegt in Deutschland bei etwa 55 Prozent.

Ursachen

Wir wissen nicht genau, was die Ursache für diese Krebsarten ist. Die Verwendung von Tabak und Schnupftabak über einen langen Zeitraum hinweg steht jedoch in enger Verbindung mit diesem Krebstyp. Zusammen mit hohem Alkoholkonsum erhöht dies das Risiko von Krebs. Die Forschung hat jedoch keinen Zusammenhang mit schlechter Mundhygiene nachgewiesen.

In den letzten Jahren haben Wissenschaftler einen signifikanten Anstieg in der Häufigkeit von Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) im hinteren Teil des Rachens und im Hals entdeckt. HPV scheint ein wichtiger ursächlicher Faktor für Krebserkrankungen in diesem Bereich zu sein, aber bei einem Mundhöhlenkarzinom hat man keine Anhaltspunkte für einen solchen Zusammenhang.

Symptome

Jeder wird gelegentlich rote oder weiße Flecken in der Mundhöhle entdecken. Diese sind in der Regel harmlos und verschwinden nach und nach von selbst. Wenn Sie solche Flecken bekommen, die nicht weggehen, die das Aussehen verändern, die bluten oder beginnen, wund zu werden, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Viele der Krebsarten, die in diesem Bereich auftreten können, haben einen solchen Verlauf, bei denen Veränderungen entstehen, die Vorstadien eines Karzinoms sind. Daher ist es wichtig, einen Arzt zu konsultieren, sobald Sie misstrauisch werden.

Diagnostik

Die Diagnose wird durch eine mikroskopische Untersuchung einer Gewebeprobe aus dem Tumor gestellt. Bevor dies geschehen ist, kann man keine sicheren Aussagen treffen. Der Hausarzt wird einige einfache Untersuchungen durchführen, vielleicht einige Bluttests machen, evtl. eine Röntgenuntersuchung beantragen. Ein Spezialist wird dann die Verantwortung übernehmen.

CT und MRT können erforderlich sein, um die Verbreitung des Tumors zu erfassen. Eine Biopsie des Tumors ist wichtig für das Stellen der Diagnose.

Therapie

Wenn Sie Veränderungen in der Mundhöhle entdecken, von denen Ihr Arzt denkt, sie könnten Vorstufen eines Karzinoms sein, kann die Prognose verbessert werden, wenn Sie den Konsum von Tabak und Alkohol vollständig stoppen. In einigen Fällen ist zu beobachten, dass diese Vorstadien eines Karzinoms nach der vollständigen Beendigung des Tabak- und Alkoholkonsums zurückgehen und sich normalisieren.

Auch wenn Sie bereits ein Karzinom entwickelt haben, sollten Sie aufhören zu rauchen und Alkohol vermeiden. Die Hauptbehandlung besteht in der operativen Therapie des Tumors und der umgebenden Strukturen. In einigen Fällen kann neben der Operation eine zusätzliche Strahlenbehandlung notwendig sein, um eine Ausbreitung und ein Wiederaufflammen der Krankheit zu minimieren. Bei Patienten mit HNO-Krebs im fortgeschrittenen Stadium (Stadium III und IV), die jünger als 70 Jahre sind, wird mittlerweile routinemäßig gleichzeitig eine Strahlentherapie mit einer wöchentlichen Chemotherapie (Cisplatin) verabreicht.

Was in Ihrem Fall gilt, hängt von den Charakteristika Ihrer Krankheit ab.

Prognose

Die Prognose hängt davon ab, wo der Tumor sitzt und wie früh er erkannt wird. Tumoren auf den Lippen haben eine deutlich bessere Prognose als andere Tumoren in dem Bereich. Dies hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass diese Art von Krebs in der Regel früher entdeckt wird als andere Tumoren, die sich tiefer in der Mundhöhle befinden. Deshalb beginnt die Therapie früh, und das Ergebnis wird somit besser.

Weiterführende Informationen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Mundhöhlenkarzinom. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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