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Krebserkrankungen der Nase und des Nasenrachens

Krebserkrankungen der Nase betreffen sowohl den vorderen Teil der Nase als auch ihren hinteren Teil, den sogenannten Nasenrachen. Sie werden als Nasopharynxkarzinome bezeichnet. Solche Tumoren entwickeln sich häufig unauffällig, und die Erkrankung ist oft bereits recht weit fortgeschritten, wenn die Diagnose gestellt wird.

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Worum handelt es sich bei einem Nasopharynxkarzinom?

Krebserkrankungen sind durch unkontrolliertes Zellwachstum gekennzeichnet: Während gesunde Zellen sich nur in bestimmten Grenzen vermehren, sind bei Krebszellen diese Kontrollmechanismen verloren gegangen. So entstehen Ansammlungen dieser Zellen und nach und nach Tumoren. Es wird zwischen gutartigen (benignen) und bösartigen (malignen) Tumoren unterschieden. Bei einem malignen Tumor (Krebs) kommt zu diesem unkontrollierten Wachstum außerdem die Eigenschaft hinzu, dass er in das umgebende Gewebe einwächst und sich auf andere Teile des Körpers ausbreiten kann.

In der Nase sind die meisten Tumoren harmlos, es kann sich aber auch um eine Krebsgeschwulst handeln. Daher ist es wichtig, alle Tumoren genauer zu untersuchen. Tumoren, die weiter hinten in der Nase entstehen, also im Nasenrachen (Nasopharynx), sind viel häufiger bösartig.

Krebserkrankungen der Nase oder des Nasenrachens sind in Mitteleuropa eine seltene Krebsart, z.B. in Asien jedoch deutlich häufiger.

Ursache

Über die direkte Ursache für Krebserkrankungen der Nase ist nicht viel bekannt, allerdings sind einige Faktoren bekannt, die zu ihrer Entstehung beitragen können. So können zum Beispiel Holzstaub (erhöhtes Risiko bei Schreinern), Nickel und Lederstaub zu einigen der Krebserkrankungen beitragen, die in der Nasenhöhle auftreten. Erbanlagen spielen wohl auch eine Rolle. Es ist außerdem bekannt, dass bestimmte Viren (Epstein-Barr [EBV], humane Papillomviren [HPV]) die Entwicklung von Krebs im Nasenrachenraum (Nasopharynxkarzinom) begünstigen können, v.a. in Asien. In Europa und in den Vereinigten Staaten ist Alkohol- und Tabakkonsum als Risikofaktor aber wahrscheinlich von größerer Bedeutung als Viren.

Symptome

Typisch für diese Krebsart, insbesondere bei einer Lokalisation im Nasenrachenraum, ist, dass es lange dauert, bevor sich Symptome zeigen. Die Krankheit entwickelt sich oft unauffällig, und die Symptome treten häufig erst in einem späten Stadium auf. Dies erhöht die Gefahr, dass der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose bereits weit fortgeschritten sein kann.

So können Betroffene zum Beispiel feststellen, dass sie zu häufigem Nasenbluten neigen, was vorher nicht der Fall war. Die Nase kann sich allmählich verstopft anfühlen, was der Betroffene ebenfalls vorher nicht kannte. Es können auch Symptome im Ohr (einseitiges Druckgefühl, Entzündungen, Ohrgeräusch) oder Halsschmerzen auftreten und die Lymphknoten am Hals können vergrößert sein. Möglich sind auch Kopfschmerzen. Bei einer weiter fortgeschrittenen Erkrankung kommt es möglicherweise auch zu Lähmungen von Nerven kommen, mit der Folge von Doppeltsehen, Schmerzen und Taubheitsgefühlen im Gesicht.

Diagnostik

Beim Hausarzt kann sich der Verdacht auf einen Tumor anhand der Symptome und einer Untersuchung der Nase und des Rachens stellen. In diesem Fall erfolgt die Überweisung an einen Facharzt. Hier wird eine gründliche Untersuchung durchgeführt, um zu klären, ob es sich um Krebs handelt oder ob der festgestellte Tumor gutartig ist. Mit CT- und MRT-Untersuchungen kann der Tumor genauer dargestellt und seine Ausdehnung geklärt werden. Die entscheidende Untersuchung ist eine Endoskopie (Spiegelung des Nasenrachenraums), bei der Gewebeproben des Tumors entnommen und anschließend mikroskopisch untersucht werden. Bei der mikroskopischen Untersuchung kann mit hoher Sicherheit festgestellt werden, ob es sich um eine Krebserkrankung handelt oder nicht.

Therapie

Die Therapie hängt davon ab, wo sich der Tumor befindet, um welche Art von Tumor es sich handelt und wie weit fortgeschritten die Erkrankung ist. Wenn es möglich erscheint, kann versucht werden den Tumor operativ zu entfernen. Bei einem Tumor in der Nase bietet sich eine Operation an, bei einem Tumor im Nasenrachenraum sind Operationen aber seltener möglich.

Tumoren im Nasenrachenraum neigen dazu, sich bereits in einem frühen Stadium auf andere Gewebe auszubreiten. Größere Tumoren im Rachen zu operieren, beinhaltet oft ein hohes Risiko, größere Blutgefäße und wichtige Nerven zu verletzen, die in dieser Körperregion eng beieinander liegen. Daher wird der Arzt mit jedem Patienten im Einzelfall genau abwägen, welche Risiken und Nutzen einer Operation zu beachten sind. Eine zusätzliche oder alleinige Strahlentherapie ist für die meisten Patienten zu empfehlen. Durch Fortschritte sowohl bei den diagnostischen bildgebenden Verfahren als auch bei den Strahlentherapietechniken konnten die Ergebnisse einer solchen Behandlung verbessert werden. In ejnigen Fällen verkleinert sich der Tumor durch die Strahlentherapie deutlich, sodass er anschließend besser chirurgisch entfernt werden kann. Grundsätzlich erfolgt bei Tumoren in frühen Stadien allein eine Strahlentherapie; bei fortgeschritteneren Erkrankungen wird die Strahlentherapie mit Chemotherapie kombiniert. Hier kommen je nach Krebstyp verschiedene Wirkstoffe in Betracht.

Prognose

Die Prognose ist bei den Tumoren am besten, die frühzeitig erkannt werden. Häufig handelt es sich dabei um Tumoren, die im vorderen Teil der Nasenhöhle wachsen. Bei vielen solcher Tumoren besteht eine gute Prognose im Vergleich zu Tumoren weiter hinten im Nasenrachenraum. Allerdings spielt der Krebstyp ebenfalls eine Rolle für die Heilungschancen. Studien haben gezeigt, dass die 5-Jahres-Überlebensrate bei Krebs des Nasenrachenraums zwischen 90 % und 58 % bei früh erkannten im Vergleich zu weiter fortgeschrittenen Erkrankungen variiert.

Nach der Therapie sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig.

Weiterführende Informationen

Illustrationen

 

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen