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Trockene Nasenschleimhaut (Rhinitis sicca)

Eine trockene Nase mit vermehrter Verkrustung der Nasenschleimhaut wird fachsprachlich als Rhinitis sicca bezeichnet. Die Beschwerden treten häufig durch Einwirkung verschiedener Reizstoffe auf. Sie können gelindert werden, indem die Schleimhaut feucht gehalten wird.

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Eine der Hauptfunktionen der Nase ist das Anwärmen und Befeuchten der eingeatmeten Luft. Danach soll die Feuchtigkeit wieder aus der ausgeatmeten Luft gefiltert werden. Wie die Luft durch die Nase strömt, ist ausschlaggebend dafür, wie gut diese „Luftaufbereitung“ funktioniert. Der enge Kontakt zwischen der Luft und der feuchten Nasenschleimhaut ist für diese Funktion entscheidend.

Was ist die Rhinitis sicca?

Es gibt keine aussagekräftigen Daten zur Häufigkeit, die Erkrankung ist jedoch nicht selten.„Rhinitis“ bedeutet Entzündung der Nasenschleimhaut und „sicca“ bedeutet trocken. Die Rhinitis sicca ist also eine Bezeichnung für eine anhaltende oder chronische Erkrankung mit Trockenheit, Verwundbarkeit und Reizung in der Nase. Auf der Nasenschleimhaut können sich trockene Krusten bilden. Die Erkrankung ist unzulänglich abgegrenzt und definiert. Sie umfasst verschiedene Nasenbeschwerden: Rhinitis sicca anterior, primäre und sekundäre Rhinitis atrophicans, Rhinitis atrophicans cum foetore („Stinknase") und das „Empty-Nose-Syndrom“.

Was sind die Ursachen?

Mögliche Ursachen für eine trockene Nasenschleimhaut können verschiedene Krankheiten (z. B. Autoimmunerkrankungen), innere und äußere Faktoren sowie Umweltfaktoren sein. Ständiges Einatmen von trockener und staubiger Luft, warme, trockene Räume oder Umgebungen, reizende Dämpfe, Zigarettenrauch, Arbeit mit Chrom, Schnupfen von Kokain oder Schnupftabak, Nebenwirkungen von Medikamenten und mechanische Reizungen (Nasebohren) gehören zu den häufigsten Ursachen. Die Beschwerden können auch als Komplikation nach einer Nasenoperation oder nach einer Strahlentherapie im Bereich der Nase auftreten.

Wie äußert sich diese Erkrankung?

Die ausgeprägtesten Symptome sind eine trockene Nase und eine verkrustete Nasenschleimhaut ohne ausreichende Bildung von Nasensekret. Durch die Verkrustung kann die Nase verstopfen, was unangenehm sein kann. Die Nase fühlt sich gereizt an und kann jucken und brennen. Gelegentlich treten auch Riechstörungen auf. Durch die Reizung der Schleimhaut kann es bei einer Rhinitis sicca zu Nasenbluten kommen.

Bei bestimmten Formen der Erkrankung (Rhinitis atrophicans) können übel riechende Krusten entstehen, die zur sogenannten „Stinknase" führen.

Wie wird die Erkrankung diagnostiziert?

Die Diagnose basiert im Wesentlichen auf der Anamnese, Untersuchung der äußeren und inneren Nase, möglicherweise einer Endoskopie der Nase und des Nasenrachenraums, Allergietests und Bakterien- und Blutuntersuchungen, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Die oben genannten Symptome sind typisch für die Erkrankung. Die ärztliche Untersuchung zeigt in der Regel keine Auffälligkeiten, aber die Schleimhaut kann trocken und mit Krusten bedeckt sein. Es sollte abgeklärt werden, ob eine Allergie vorliegen könnte, wenn Sie auf bestimmte Stoffe reagieren. Bei der Überweisung an einen Spezialisten kann der HNO-Arzt eine Nasenspiegelung sowie eine gründliche Untersuchung der Schleimhaut und der Nasenhöhle durchführen. Wenn der Verdacht einer Erkrankung der Nasennebenhöhlen besteht, kann zusätzlich eine Magnetresonanztomografie (MRT) durchgeführt werden.

Wie wird eine trockene Nase behandelt?

Eine chronische Reizung der Nasenschleimhaut kann zu einer leichten Verwundbarkeit und Beschwerden führen. Die Schleimhaut kann so schwer geschädigt sein, dass chronische Wunden und sogar Löcher in der Nasenscheidewand entstehen können.

Bei einer solchen Entzündung sollte die Schleimhaut geschont und keinen Reizstoffen wie Staub, Zigarettenrauch, Dämpfen und anderen möglichen Auslösern ausgesetzt werden. Die Nase sollte auch nicht mit Wattestäbchen, Haarspangen o. Ä. gereinigt werden.

Sie sollten die Schleimhaut befeuchten und mit Vaseline oder einer anderen neutralen Salbe oder gegebenenfalls mit einem geeigneten Öl einreiben. Diese Behandlung können Sie jeden Abend durchführen. Sie können auch Kochsalztropfen verwenden, Kochsalzlösung inhalieren oder die Nase damit spülen. Die Kochsalzlösung können Sie leicht selbst herstellen: kochen Sie dazu einen halben Liter Wasser mit einem Teelöffel Salz auf. Vor der Verwendung muss die Lösung auf Zimmertemperatur abkühlen.

Verwenden Sie keine abschwellenden Nasentropfen! Diese können die wunde Schleimhaut noch mehr reizen und die Beschwerden verschlimmern. Empfohlen werden Nasenpflegesprays mit Salzwasser, Dexpanthenol oder Hyaluronsäure.

Kommt es zu einer bakteriellen Infektion in der Nase, d. h. die Haut ist rot und geschwollen, eventuell mit Pickeln im Nasenloch, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Ihr Arzt wird Ihnen eine antibiotikahaltige Salbe verschreiben, z. B. mit dem Wirkstoff Mupirocin. 

Prognose

In der Regel sind die Beschwerden lang anhaltend und chronisch, sodass die Therapie lange fortgeführt werden muss. Haben Sie aber Geduld und befolgen den Rat des Arztes, können die Beschwerden gelindert werden.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden