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Vergrößerte Mandeln (Tonsillenhyperplasie)

Vergrößerte oder hyperplastische Mandeln (Tonsillen) sind besonders bei Kleinkindern keine Seltenheit. Mit zunehmendem Lebensalter werden die Mandeln auch im Verhältnis zur Körpergröße kleiner, und meist gehen die Beschwerden zurück. Dies gilt jedoch nicht für alle Personen, und manchmal kommt es damit immer wieder zu Mandelentzündungen oder anderen Beschwerden. In diesem Fall kann eine operative Entfernung der Mandeln notwendig werden.

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Was ist eine Tonsillenhyperplasie?

Definition

Bei den Tonsillen handelt es sich um die Gaumenmandeln, die im allgemeinen Sprachgebrauch meist einfach als Mandeln bezeichnet werden. Es handelt sich um Gewebe auf beiden Seiten des Rachens zwischen den Gaumenbögen, das Teil des Immunsystems ist und daher eine Funktion bei der Abwehr von Krankheitserregern hat. Im Laufe der Kindheit vergrößern sich die Mandeln durch ständigen Kontakt mit neuen Krankheitserregern, nehmen aber ab einem Alter von etwa 10 Jahren meist wieder eine normale Größe an. Bei einer Tonsillenhyperplasie sind die Mandeln dagegen auch dann vergrößert (hyperplastisch), wenn keine akute Infektion vorliegt.

Symptome

Bei starker Vergrößerung können die Mandeln von rechts und/oder links so weit zur Mitte reichen, dass sie an das sonst frei liegende Zäpfchen stoßen. Daher können Betroffene mit vergrößerten Mandeln (auch ohne Mandelentzündung) z. B. an Schluckbeschwerden, Atemproblemen und Schlaf- oder Hörstörungen leiden.

Ursachen

Bei einer Tonsillenhyperplasie sind die Mandeln auch ohne Infektion vergrößert. Dabei findet man auch eine dauerhafte Entzündung der Mandeln, die erst mit klinischen Symptomen und Entzündungszeichen zu einer Mandelentzündung als eigener Erkrankung wird. Auch im Rahmen einer systemischen Erkrankung (Lymphome, Mononukleose) kann es zu einer Tonsillenhyperplasie kommen.

Häufigkeit

Vergrößerte Mandeln sind bei Kindern relativ weit verbreitet. Die Tonsillen erreichen ihre maximale Größe bei 10-jährigen Kindern und werden dann kleiner, womit auch die Beschwerden abnehmen.

Untersuchungen

  • Vergrößerte Mandeln können Sprach-, Schluck-, Schlaf- oder Atembeschwerden verursachen.
  • Vergrößerte Mandeln sind bei einer normalen Inspektion des Rachens bei weit geöffnetem Mund leicht zu erkennen.
  • Dabei wird geprüft, ob die Mandeln und die umgebende Haut zusätzlich gerötet/entzündet ist oder ob die Mandeln eitrig belegt sind, um eine Mandel- oder Rachenentzündung auszuschließen.
  • Es können auch Blutuntersuchungen durchgeführt werden.

Behandlung

  • Da sich die Beschwerden bei vergrößerte Mandeln bei vielen Kindern mit dem Alter bessern, wird mit einer Operation meist so lange wie möglich gewartet.
  • Eine Operation kann durchgeführt werden, um Schnarchen zu reduzieren oder wenn die Atmung im Schlaf beeinträchtigt ist.
  • Eine Operation kann auch nötig sein, wenn über einen Zeitraum von 12 Monaten mehr als 5 eitrige Mandelentzündungen diagnostiziert und antibiotisch behandelt wurden.
  • Bei der Operation können die Mandeln entweder als Ganzes oder Anteile davon entfernt werden. Die anschließenden Schmerzen lassen sich mit Schmerzmitteln in der Regel gut behandeln.

Prognose

  • Nach einer Operation verschwinden die Symptome meist schnell.
  • Es kann allerdings zu (auch lebensgefährlichen) Nachblutungen, Infektionen oder auch Gewebeverletzungen im Rahmen der Operation kommen.
  • Bei weniger als 10 % kommt es nach dem Eingriff erneut zu vergrößerten Mandeln, aber nur etwa die Hälfte dieser Patient*innen muss erneut operiert werden.

Weitere Informationen

Autor

  • Markus Plank, MSc BSc, Medizin- und Wissenschaftsjournalist, Wien