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Rachenkrebs (Hypopharynxkarzinom)

Bei einem Karzinom des Hypopharynx handelt es sich um einen bösartigen Tumor in der Schleimhaut des unteren Teils des Rachens.

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Was ist ein Karzinom im Hypopharynx?

Der Hypopharynx bezeichnet den Bereich des Rachens, der unterhalb des Kehldeckels (Epiglottis) liegt. Hypopharynxkarzinome sind bösartige Tumoren, die in der Schleimhaut des unteren Schlundbereichs entstehen. Sie werden auch Schlundrachenkrebs genannt.

In über 95 % der Fälle geht der Tumor von einer oberflächlichen Zellschicht, dem sog. Plattenepithel, aus. Es wird zwischen einem Hypopharynxkarzinom und einem Krebs im Bereich der Stimmbänder, dem Larynxkarzinom, unterschieden. Häufig ist eine genaue Abgrenzung allerdings nicht möglich.

Symptome

In den frühen Phasen können wenige oder auch gar keine Symptome auftreten, was es schwierig machen kann, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Schmerzlose Lymphknotenschwellungen am Hals sind oftmals das erste Symptom eines Hypopharynxkarzinoms. Andere Symptome sind das Gefühl eines „Kloßes im Hals" oder Schwierigkeiten beim Schlucken. Später treten auch wunde Stellen im Rachen auf. Einige Betroffene haben Mundgeruch oder blutigen Auswurf. Bei Befall des Kehlkopfes kommt es zu Heiserkeit.

Ursachen

Es liegen nur begrenzte Kenntnisse über die Ursachen vor. Verschiedenen Ergebnissen zufolge entsteht der Krebs vor allem im Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch und Rauchen. Ein bestimmter Virustyp, das häufig vorkommende humane Papillomavirus, ist Studien zufolge neben anderen Karzinomen auch mit Krebs im Hypopharynx assoziiert. 

Häufigkeit

  • Es handelt sich um eine seltene Erkrankung, die 6 % aller Kopf-Hals-Tumoren ausmacht.
  • In Deutschland gab es 2016 bei Frauen 4.180 und bei Männern 9.720 neue Erkrankungen der Mund- und Rachenkarzinome.
  • Nach einer dänischen Studie sind zu 80 % Männer betroffen.
  • Das Hypopharynxkarzinom ist häufiger unter der älteren Bevölkerung.
    • Das Durchschnittsalter zum Diagnosezeitpunkt liegt bei 64 Jahren.

Untersuchungen

Die Anamnese bzw. bestimmte Sympome weisen auf die Erkrankung hin. Durch eine laryngoskopische Untersuchung des unteren Halses kann der Tumor möglicherweise gesehen werden. Bei der Untersuchung wird ein kleiner Schlauch mit Beleuchtung durch die Nase oder durch den Mund in den Rachen geführt. Für die endgültige Diagnose ist eine Gewebeprobe notwendig, die unter dem Mikroskop untersucht und beurteilt wird.

Bei Nachweis eines Hypopharynxkarzinoms erfolgt im weiteren Verlauf eine Untersuchung der Stimm- und Schluckfunktion. Um die Ausdehnung des Tumors festzustellen, ist auch eine Bilddiagnostik notwendig. Hierfür kommen Ultraschall, CT und/oder MRT zum Einsatz. Zur Erkennung von Fernmetastasen wird eine Szintigrafie durchgeführt.

Die genannten Untersuchungen sind entscheidend für die Therapie und um eine Vorstellung von der Prognose zu erhalten.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Tumorklassifikation und setzt sich höchst individuell aus Chemotherapie, chirurgischer Entfernung des Tumors sowie Strahlenbehandlung zusammen. Kleinere, lokalisierte Tumoren können prinzipiell in einer Operation bzw. durch CO2-Laser entfernt werden. Bei größeren Karzinomen wird ein Teil des Hypopharynx entfernt, teilweise auch der Kehlkopf. Da der Tumor über die Lymphe streuen kann, wird nicht selten auch eine Entfernung verschiedener Lymphknoten am Hals empfohlen (Neck Dissection).

Was können Sie selbst tun?

  • Nach einem chirurgischen Eingriff an Ihrem Kehlkopf sollten Sie unbedingt die Angebote für Sprech- und Schlucktherapien wahrnehmen.
  • Gehen Sie zu den empfohlenen Tumornachsorgeterminen, um Rückfälle oder Metastasen Ihrer Erkrankung frühzeitig zu entdecken.

Vorbeugung

Prognose

  • Die Tumorgröße und Lokalisation sind entscheidend für die Prognose.
  • Ca. 41 % der Patient*innen mit Hypopharynxkarzinomen überleben mindestens 5 Jahre nach Diagnosestellung, abhängig vom Alter, Stadium des Tumors und Nikotinkonsum.
  • Insgesamt hat sich die Überlebensrate in den letzten Jahren verbessert.

Weitere Informationen

Autorin

  • Hannah Brand, Dr. med., Ärztin, Berlin