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Speichelstein (Sialolithiasis)

Bei der Sialolithiasis bilden sich Steine in den Ausführungsgängen einer Speicheldrüse oder in der Drüse selbst.

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Was ist Sialolithiasis?

Laut einer englischen Studie kommt es pro Jahr bei 1 von 15.000 bis 30.000 Menschen zu symptomgebenden Speichelsteinen. Speichelsteine machen die Hälfte aller Erkrankungen der Speicheldrüsen aus.Bei der Sialolithiasis bilden sich Steine in iner Speicheldrüse oder in deren Ausführungsgängen. Der Mensch hat drei wichtige Speicheldrüsen. Die größte Speicheldrüse (Glandula parotis bzw. Ohrspeicheldrüse) befindet sich am Kieferwinkel vor dem Ohr. Die beiden kleinen Speicheldrüsen (Glandula submandibularis bzw. Unterkieferspeicheldrüse und Glandula sublingualis bzw. Unterzungenspeicheldrüse) befinden sich vor dem Unterkiefer. Der Ausführungsgang der größten Speicheldrüse endet in Höhe der Wange im Mund. Der Ausführungsgang der beiden anderen Speicheldrüsen mündet seitlich des Zungenbändchens.

Ursache

Die Steinbildung in den Speicheldrüsen wird mit einer Stauung des Speichels in Verbindung gebracht. Stauungen können durch eine Verengung des Ausführungsgangs einer Drüse, beispielsweise nach einer Verletzung, oder aufgrund einer verringerten Speichelproduktion, beispielsweise durch Medikamente (Anticholinergika), welche die Speichelproduktion reduzieren, oder bei Dehydratation (großer Flüssigkeitsverlust) entstehen. Dabei kommt es häufig zu einer gleichzeitigen Entzündung der Speicheldrüse.

Die Unterkieferspeicheldrüse hat einen langen und breiten Ausführungsgang, sodass es leichter zu einer Stauung des Speichels oder Steinbildung kommen kann. Darum ist dies die bevorzugte Lokalisation (80–90 %) von Speichelsteinen.

Symptome

Die stärksten Beschwerden werden meist durch Mahlzeiten ausgelöst. Häufig kommt es zu Schmerzen und Schwellungen. Einige Patienten leiden unter starken Schmerzen in der betroffenen Speicheldrüse. Die Schwellung kann relativ groß werden und leicht sichtbar sein. Die Symptome entstehen, weil keine Flüssigkeit aus der Speicheldrüse abfließen kann.

Diagnostik

Wenn Sie einen Arzt aufsuchen, haben Sie wahrscheinlich geschwollene Speicheldrüsen und zeigen einige der genannten Symptome. Der Arzt kann die Steine in Ihrem Mund ertasten und daraufhin eine sichere Diagnose stellen. Dies ist allerdings nicht immer der Fall. Können die Steine nicht ertastet werden, muss eventuell eine Ultraschalluntersuchung, manchmal eine Untersuchung mit MRT oder CT gemacht werden.

Therapie

Wenn dies keine allzu großen Schmerzen verursacht, kann der Arzt versuchen, die Steine manuell zu entfernen. Ansonsten wird heutzutage meist ein chirurgischer Eingriff vorgenommen. Dazu wird der Ausführungsgang geöffnet und der Stein entfernt. In einigen Fällen wird auch die sogenannte Dilatationstechnik angewandt, mit der der Ausführungsgang erst gedehnt wird, damit der Stein leichter entfernt werden kann. Alternativ wird der Stein zum Teil auch mit einem Endoskop entfernt.

Die Therapie hängt dabei von Ihrem Krankheitsbild und den verfügbaren Methoden ab, die von Arzt zu Arzt unterschiedlich sein können. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt zu den Therapiemöglichkeiten beraten.

Durch einen Stein, der den Ausführungsgang einer Speicheldrüse blockiert, steigt auch das Risiko einer Speicheldrüsenentzündung.

Weitere Informationen

  • Speicheldrüsenentzündung
  • Sialolithiasis – Informationen für ärztliches Personal

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln