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Urtikaria und Angioödem

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Definition:
Akute oder chronische Hautreaktion mit juckenden Quaddeln oder lokaler Hautschwellung, die u. a. durch physikalische Reize, Infektionen oder Allergien ausgelöst werden kann, häufig aber spontan ohne identifizierbaren Auslöser auftritt.
Häufigkeit:
20 % der Bevölkerung sind im Laufe ihres Lebens mindestens einmal von einer Urtikaria betroffen.
Symptome:
Juckende Quaddeln unterschiedlicher Größe und Form, von denen jede einzelne meist nur wenige Stunden besteht. Beim Angioödem lokale Gewebeschwellung der tieferen Hautschichten für bis zu 72 Stunden, mehr mit Spannungsgefühl und ggf. Schmerz als Juckreiz. Beim Angiödem häufig auch gastrointestinale Symptome.
Befunde:
Quaddeln unterschiedlicher Größe und/oder lokale, manchmal erythematöse Gewebeschwellung.
Diagnostik:
Anamnese und klinische Untersuchung, evtl. Blutuntersuchungen, Allergiediagnostik, Provokationstests oder Maßnahmen zum Ausschluss zugrunde liegender Erkrankungen.
Therapie:
Bei Urtikaria Gabe von Antihistaminika; wenn möglich Elimination der auslösenden Ursache. In lebensbedrohlichen Situationen parenteral Antihistaminika, Glukokortikoide und Adrenalin. Diese Medikamente sind beim mastzellvermittelten Angioödem wirksam, nicht bei der bradykininvermittelten Form. Beim hereditären Angioödem Therapie mit C1-INH-Konzentrat (i. v.) oder BR2-Antagonist (s. c.). Wegen evtl. tödlichem Larynxödem ggf. prophylaktische Maßnahmen vor oropharyngealen Eingriffen wie Zahnbehandlungen und Tonsillektomien. Beim Angioödem Notfallausweis und Zusammenarbeit mit spezialisiertem Zentrum.
  • Anneke Damberg, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, Berlin
  • Peter Maisel, Prof. Dr. med., Facharzt für Allgemeinmedizin, Leiter des Centrums für Allgemeinmedizin, Universität Münster (Review)
  • Kurt Østhuus Krogh, spesialist i barnesykdommer, Barne- og ungdomsklinikken, St. Olavs Hospital, Trondheim