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Lichen sclerosus et atrophicus bei Frauen

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Definition:
Ist eine chronische, progressive, entzündliche, wahrscheinlich autoimmune Hauterkrankung, die meist im anogenitalen Bereich lokalisiert ist. Extragenitale Manifestationen sind seltener. Bei anogenitaler Manifestation und unzureichender Therapie maligne Entartung möglich.
Häufigkeit:
Die geschätzte Prävalenz liegt zwischen 0,1 % bei Kindern und 3 % bei über 80-jährigen Frauen. Auftreten in jedem Lebensalter möglich, häufiger jedoch bei postmenopausalen Frauen.
Symptome:
Typische Beschwerden sind Juckreiz und Schmerzen, Fissuren, Narbenbildung, Dyspareunie und evtl. Schmerzen aufgrund von Verwachsungen. Asymptomatische Verläufe möglich, je älter die Patientin desto eher jedoch symptomatischer Verlauf.
Befunde:
Als Befund können weiße Plaques an Schamlippen und Klitoris vorliegen, die Vaginalschleimhaut ist nicht betroffen. Weiße, verdickte Haut mit ödematösen Labia minora. Kratzeffekte. Im späteren Krankheitsverlauf kommen „Zigarettenpapierhaut“ und evtl. eine Purpura hinzu. Die Erkrankung kann zu Verwachsungen und Vernarbungen führen. Chronisch ulcerierte und erhabene Bereiche sind suspekt auf Malignität.
Diagnostik:
Klinische Diagnose, evtl. ergänzt durch Biopsien, insbesondere bei Verdacht auf Malignität. Laborparameter in der Regel nicht wegweisend.
Therapie:
Eine frühe und konsequente Behandlung mit potenten lokalen Glukokortikosteroiden kann eine Krankheitsprogression und Komplikationen wie Vernarbungen und maligne Entwicklung verhindern. Calcineurininhibitoren sind 2. Wahl. Sexualhormonhaltige Cremes gelten heute als obsolet.
  • Caroline Beier, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, Hamburg