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Akne

Als Akne bezeichnet man chronische Entzündungen der Talgdrüsen und Haarfollikel im Gesicht und am Oberkörper. Fast alle Jugendliche leiden zeitweise unter Akne. Männer sind stärker betroffen als Frauen.

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Was ist Akne?

Definition

Als Akne (Pickel, Mitesser) bezeichnet man eine chronische Entzündung der Talgdrüsen und Haarwurzeln im Gesicht und am Oberkörper. Die sog. Mitesser heißen so, weil man früher dachte, die Talgansammlungen seien kleine Parasiten, die an der Haut „mitessen“. Heute weiß man, dass die Entzündung nicht durch Parasiten, sondern oft durch Bakterien ausgelöst wird.

Der Schweregrad kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.

Akne ist keine bedrohliche Erkrankung, kann jedoch aufgrund der kosmetisch störenden Erscheinungen psychische Probleme mit sich bringen. Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Schwere der Akne und geringem Selbstwertgefühl, sozialer Phobie, Angst und Depression, was zu Fehlzeiten in der Schule und am Arbeitsplatz führen kann. Eine erfolgreiche Behandlung verbessert deutlich das psychische Wohlbefinden.

Symptome

Die Hautveränderungen finden sich meist im Gesicht, am Hals, am oberen Teil der Brust, am Rücken und an den Schultern.

Mitesser können als kleine weiße Schwellungen erscheinen, die nicht entzündet sind. Dies sind Talgansammlungen in den Talgdrüsen. Mitesser können auch als kleine dunkle Punkte erscheinen, wenn sie von einer dunklen Masse von Hautresten abgedeckt sind. Wenn sich die Mitesser entzünden, verwandeln sie sich in entzündete, rote Beulen. Diese können weiter anwachsen und kleine, eitergefüllte Blasen bilden. Manchmal hinterlassen diese Hautveränderungen Narben.

Akne wird nach zunehmendem Schweregrad unterteilt:

  • Oberflächliche Akne, die durch Mitesser gekennzeichnet ist.
  • Akne, die durch kleine, rote oder empfindliche Beulen gekennzeichnet ist, teilweise mit Eiterpusteln.
  • Akne, die durch größere Eiterherde gekennzeichnet ist, die oft unschöne Narben hinterlassen.

Ursachen

Die genauen Ursachen für die Entstehung der Akne sind auch heute noch nicht ganz klar. Viele verschiedene Ursachen kommen in Betracht und spielen gemeinsam eine Rolle in der Entstehung von Akne-Mitessern und -Pickeln.

Die Haarfollikel sind mit den Talgdrüsen verbunden. Der Talg dient dazu, Haut und Haare geschmeidig zu halten und zu schützen. Wenn die Talgdrüsen am Haarfollikel durch Hormone beeinflusst werden, sondern sie mehr Talg ab, und um die Öffnung bildet sich eine Hautverdickung. Der Haarfollikel wird aufgrund einer Verengung der Öffnung aufgeweitet, und es sammeln sich Talg und abgestorbene Hautzellen im Haarfollikel an. Auf diese Weise bilden sich Mitesser.

Ein normal auf der Haut in den Haarfollikeln vorkommendes Bakterium ist Propionibacterium acnes. Dieses Bakterium ist in der Lage, den Talg abzubauen. Dabei werden einige Substanzen frei, die zu lokalen Reizungen und Entzündungen führen und Akne-typische Hautveränderungen auslösen können.

Risikofaktoren

  • Die Entwicklung von Akne scheint auch erblich bedingt zu sein und beruht auf einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber den körpereigenen Geschlechtshormonen.
  • Einige Medikamente sowie Hormone und Dopingpräparate für den Muskelaufbau können Akne auslösen.
  • Akne kann auch durch Druck und Reiben auf der Haut sowie durch Kosmetika verursacht werden. Durch Drücken und Quetschen der Pickel kann sich eine leichte Akne verschlimmern.
  • Inwieweit die Ernährung einen Einfluss auf die Entstehung der Akne hat, muss noch weiter erforscht werden. Es gibt Hinweise, dass eine Ernährung mit viel Zucker und schnell abbaubaren Kohlenhydraten sowie gesättigten Fettsäuren die Akne verschlimmern kann. Auch Milchprodukte könnten eine Rolle spielen.
  • Bei erwachsenen Frauen kann Akne auf das polyzystische Ovarialsyndrom oder andere hormonelle Störungen zurückzuführen sein.

Häufigkeit

  • Fast alle Jugendlichen leiden zeitweise unter Akne, vornehmlich in der Zeit der Pubertät.
  • Männliche Jugendliche sind häufiger und meist schwerer betroffen als weibliche.

Untersuchungen

  • Bei der ärztlichen Untersuchung zeigen sich die typischen Hautveränderungen mit Mitessern und Pickeln.
  • Dabei wird auch der Schweregrad der Akne beurteilt.
  • Weitere Untersuchungen sind nicht erforderlich.

Behandlung

Die Therapie ist abhängig vom Aknetyp, vom Schweregrad der Akne, dem Alter der Patient*innen sowie vom Hauttyp und evtl. Begleitumständen wie Schwangerschaft oder Kinderwunsch. 

Die Wirkung der Behandlung zeigt sich oft erst nach 4–6 Wochen.

Lokale Behandlung

  • Bei leichteren Formen der Akne wird eine lokale Behandlung mit Benzoylperoxid als Gel oder Creme empfohlen.
  • Der Wirkstoff kann mit Adapalen (ein Retinoid) oder Clindamycin (ein Antibiotikum) kombiniert werden.
  • Benzoylperoxid wirkt bleichend, bei abendlicher Anwendung sollte daher ein Handtuch auf das Kopfkissen gelegt werden.

Antibiotika

  • Wenn eine lokale Behandlung nicht ausreicht, können Antibiotika zum Einnehmen verschrieben werden.
  • Bevorzugt wird Doxycyclin (in der Schwangerschaft Erythromycin) über maximal 3 Monate eingesetzt.
  • Bei langfristiger Anwendung können sich resistente Keime vermehren und zu einer Follikulitis führen.

Isotretinoin

  • Isotretinoin ist ein sog. Retinoid (Abkömmling von Vitamin A) und ist sehr wirksam in der Behandlung von schwerer Akne.
  • Aufgrund der Gefahr von Nebenwirkungen sollte die Verschreibung von Isotretinoin zum Einnehmen gut überdacht werden.
  • Bei Frauen im gebärfähigen Alter ohne sichere Verhütung sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit dürfen Retinoide nicht angewendet werden, da sie zu Fehlbildungen des Kindes führen können.

Hormonelle Verhütungsmittel

  • Manchen Frauen hilft die Anwendung von bestimmten oralen Kontrazeptiva („Pille“), die die Hormonwirkung günstig beeinflussen.
  • Da diese Pillen jedoch ebenfalls viele Nebenwirkungen haben können (vor allem Thrombosen), sollte man genau abwägen, ob es sinnvoll ist, sie einzunehmen.
  • Mädchen und Frauen dürfen sie nur zur Aknebehandlung verschrieben werden, wenn sie gleichzeitig verhüten möchten und wenn andere Aknetherapien (lokale oder orale Antibiotikatherapie) nicht wirksam waren.

Weitere Behandlungen

  • Wenn Sie von der Akne Narben zurückbehalten, kann eine kosmetische Behandlung mit Dermabrasion, Kryotherapie, Kortisonspritzen oder Laserbehandlung wirkungsvoll sein. Hierüber kann Sie Ihre Hautarztpraxis informieren.
  • Ein durch die Akne beeinträchtigtes Selbstwertgefühl sowie Depressionen und Ängste können psychotherapeutisch behandelt werden.

Was können Sie selbst tun?

  • Das Gesicht sollte morgens und abends mit Wasser und einem hautfreundlichen Reinigungsmittel (mit einem pH-Wert von ca. 6,5) gewaschen werden.
  • Drücken oder kratzen Sie nicht an Pickeln, da dies die Entzündungen verschlimmern und zu Narben führen kann.
  • Mitesser müssen sehr vorsichtig entfernt werden. Möglicherweise können Kosmetiker*innen oder Hautärzt*innen damit behilflich sein.
  • Natürliche Sonne kann die Akne manchmal etwas bessern.
  • Bei fettiger Haut sollten fetthaltige Hautpflegemittel vermieden werden, denn diese können die Talgkanäle verstopfen.
  • Sie können versuchen, Ihre Ernährung umzustellen. Schnell abbaubare Kohlenhydrate, wie z. B. Süßigkeiten, sowie gesättigte Fettsäuren (Fast Food) und evtl. auch Milchprodukte scheinen die Entwicklung der Akne zu befördern. Ungesättigte Fettsäuren (z. B. in Fisch) wirken möglicherweise vorbeugend.

Prognose

Akne tritt bei Männern und Frauen um die Pubertät herum auf und bessert sich in den meisten Fällen zum Ende der Pubertät. In 10 % der Fälle bleibt die Erkrankung über das 25. Lebensjahr hinaus bestehen.

Nach Abklingen der Entzündung können Narben oder Pigmentveränderungen zurückbleiben. In einzelnen Fällen können sich mit Eiter gefüllte Hohlräume (Abszesse) in der Haut bilden.

Weitere Informationen

  • Akne – Informationen für ärztliches Personal

Autor*innen

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden
  • Caroline Beier, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, Hamburg

Quellen

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Akne. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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