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Akne

Als Akne bezeichnet man chronische Entzündungen der Talgdrüsen und Haarfollikel im Gesicht und am Oberkörper. Fast alle Jugendliche leiden zeitweise unter Akne. Männer sind stärker betroffen als Frauen.

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Was ist Akne?

Definition

Akne ist eine chronische entzündliche Erkrankung der Talgdrüsen, von der die meisten Jugendlichen (durch hormonelle Veränderungen während der Pubertät) betroffen sind. Der Schweregrad kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.

Die typischen Hautveränderungen (Pickel, Pusteln, Mitesser, fettige Haut) treten vor allem im Gesicht und am Oberkörper auf und verschwinden in den meisten Fällen nach der Pubertät von selbst.

Schwere Akne (vor allem im Gesicht) kann zu einer seelischen Belastung werden und das Selbstwertgefühl erheblich beeinträchtigen. Lassen Sie sich von Ärzt*innen und/oder Therapeut*innen helfen!

Symptome

Die Hautveränderungen durch Akne treten meist im Gesicht, am Hals, am oberen Teil der Brust, am Rücken und an den Schultern auf.

Aknetypen (Acne vulgaris)

  • Acne comedonica: Offene (schwarze) und geschlossene (weiße) „Mitesser“, die nicht oder kaum entzündet sind.
  • Acne papulopustulosa (entzündlich): Mit Eiter gefüllte Pusteln, bei Berührung schmerzhafte Papeln sowie kleine Knoten (bis 10 mm groß), die Narben hinterlassen können.
  • Acne conglobata (entzündlich): Schwere Form der Akne, die vor allem Männer trifft. Hochentzündliche und schmerzhafte Knoten, die sich zu tiefen Abszessen entwickeln können.

Ursachen

Die genauen Ursachen für die Entstehung der Akne sind auch heute noch nicht ganz geklärt.

Eine wichtige Rolle spielt die hormonelle Umstellung während der Pubertät: Es kommt zu einer verstärkten Talgproduktion und einer Verhornungsstörung im Bereich der Talgdrüsen. Das Hornmaterial verstopft den Talgdrüsengang, und der Talg kann nicht mehr ungehindert abfließen. Das begünstigt das Entstehen von sog. „Mitessern".

Aufgrund der Überaktivität der Drüse finden bestimmte Bakterien verbesserte Wachstumsbedingungen und vermehren sich. Diese sog. Proprionibakterien (Propionibacterium acnes) sind zwar nicht zwangsläufig zur Auslösung einer Akne notwendig, aber sie tragen zur Intensivierung und Aufrechterhaltung der Entzündung bei.

Faktoren, die Akne begünstigen:

  • Die Entwicklung von Akne scheint auch erblich bedingt zu sein.
  • Einige Medikamente sowie Hormone und Dopingpräparate für den Muskelaufbau können Akne auslösen.
  • Möglicherweise verschlimmern bestimmte Nahrungsmittel die Akne, z. B. Schokolade, Pommes, Mayonaise und Milchprodukte, hierfür gibt es aber keine eindeutigen wissenschaftlichen Beweise.
  • Bei erwachsenen Frauen kann Akne auf das polyzystische Ovarialsyndrom oder andere hormonelle Störungen zurückzuführen sein.

Häufigkeit

  • Akne ist die weltweit häufigste Hauterkrankung in westlichen Ländern.
  • Nahezu alle Teenager, vor allem zwischen dem 14. und 18. Lebensjahr, sind von Akne betroffen.
  • Junge Männer leiden häufiger und meist schwerer an Akne als ihre Altersgenossinnen.
  • Etwa 60 % der Betroffenen haben milde Verläufe, die nicht ärztlich behandelt werden müssen.

Untersuchungen

  • Bei der ärztlichen Untersuchung zeigen sich die typischen Hautveränderungen mit Mitessern, Pickeln und Pusteln.
  • Dabei wird auch der Schweregrad der Akne beurteilt.
  • Weitere Untersuchungen sind in aller Regel nicht erforderlich. Bei mittelschwerer bis schwerer Akne sollte eine Überweisung an eine dermatologische Praxis erfolgen, bei starker psychischer Belastung ist eine psychologische Mitbetreuung angezeigt.

Behandlung

Die Therapie ist abhängig vom Aknetyp, vom Schweregrad der Akne, dem Alter der Patient*innen sowie vom Hauttyp und evtl. Begleitumständen wie Schwangerschaft oder Kinderwunsch.

Die Wirkung der Behandlung zeigt sich oft erst nach 4–6 Wochen.

Äußerliche Anwendung (Creme, Gel oder Lösung)

  • Benzoylperoxid ist in erster Linie bakterienabtötend, hat aber keinen Einfluss auf die Mitesser. Da es bleichend auf Textilien wirkt, sollte bei abendlicher Anwendung ein Handtuch auf das Kopfkissen gelegt werden.
  • Retinoide (Vitamin-A-Säure-Präparate) wirken entzündungshemmend und reduzieren die Bildung von Mitessern. Retinoide sind verschreibungspflichtig und haben Nebenwirkungen (z. B. hautreizend). Frauen im gebärfähigen Alter sollten bei Anwendung sicher verhüten. Nicht verwenden bei Schwangerschaft und Stillzeit!
  • Azelainsäure ist entzündungshemmend und wirkt antibakteriell. Sie ist auch für die Erhaltungstherapie (zur Erhaltung des Therapieerfolgs) geeignet.
  • Antibiotika bekämpfen Bakterien und sind entzündungshemmend. Sie sollten immer in Kombination mit Benzoylperoxid und so kurz wie möglich angewendet werden. Sie sind verschreibungspflichtig. Nie in Kombination mit Antibiotika zum Einnehmen (s. u.)!

Systemische Therapie (Tabletten)

  • Bei mittelschwerer bis schwerer Akne kann es nötig sein, Medikamente in Form von Tabletten einzunehmen. Folgende Wirkstoffgruppen kommen infrage:
  • Antibiotika: Bevorzugt wird Doxycyclin über maximal 3 Monate eingesetzt. Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit! Bei langfristiger Anwendung können sich resistente Keime vermehren und zu einer Follikulitis führen.
  • Hormonpräparate: Manchen Frauen hilft die „Pille“ mit antiandrogener Wirkung, die die Androgene (männliche Sexualhormone) hemmt. Da diese Hormone viele Nebenwirkungen haben können (vor allem Thrombosen), sollte die Einnahme sorgfältig abgewogen werden. Mädchen und Frauen dürfen sie nur zur Aknebehandlung verschrieben werden, wenn sie gleichzeitig verhüten möchten und wenn andere Aknetherapien (lokale oder orale Antibiotikatherapie) nicht wirksam waren.
  • Isotretinoin ist ein sog. Retinoid (Abkömmling von Vitamin A) und sehr wirksam in der Behandlung von schwerer Akne. Aufgrund von zahlreichen möglichen Nebenwirkungen sollte die Verschreibung gut überdacht werden. Bei Frauen im gebärfähigen Alter ohne sichere Verhütung sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit dürfen Retinoide nicht angewendet werden, da sie zu Fehlbildungen des Kindes führen können. Die Blutwerte sollten während der Therapie alle 6 Wochen kontrolliert werden.

Weitere Behandlungen

  • Wenn Sie von der Akne Narben zurückbehalten, kann eine kosmetische Behandlung mit Dermabrasion, Kryotherapie, Kortisonspritzen oder Laserbehandlung wirkungsvoll sein. Hierüber kann Sie Ihre Hautarztpraxis informieren.
  • Bei einem durch die Akne stark beeinträchtigten Selbstwertgefühl sowie dadurch ausgelösten Depressionen und Ängsten ist eine psychotherapeutische Behandlung möglich und in vielen Fälle sehr hilfreich.

Was können Sie selbst tun?

  • Das Gesicht sollte morgens und abends mit Wasser und einem hautfreundlichen Reinigungsmittel (mit einem pH-Wert von 5,5–7) gereinigt werden.
  • Drücken oder kratzen Sie nicht an den Pickeln, da dies die Entzündungen verschlimmern und zu Narben führen kann.
  • Im Rahmen einer medizinischen manuellen Aknetherapie (z. B. Zusammenarbit mit einer Hautarztpraxis) können Mitesser hygienisch und sicher entfernt und Pickel vorsichtig geöffnet werden.
  • Natürliche Sonne kann die Akne manchmal etwas bessern.
  • Patient*innen mit fettiger Haut profitieren am meisten von wasserhaltigen Lösungen oder Gels, während Betroffene mit trockener Haut Cremes, Lotionen oder Salben verwenden sollten.
  • Sie können versuchen, Ihre Ernährung umzustellen. Schnell abbaubare Kohlenhydrate, wie z. B. Süßigkeiten, sowie gesättigte Fettsäuren (Fast Food) und evtl. auch Milchprodukte scheinen die Entwicklung der Akne zu befördern. Ungesättigte Fettsäuren (z. B. in Fisch) wirken möglicherweise vorbeugend. Ein solcher Versuch der Ernährungsumstellung sollte aber nicht länger als einige Wochen dauern.

Prognose

Akne tritt bei den meisten jungen Menschen in der Pubertät auf. Die Beschwerden verschwinden in der Regel im Erwachsenenalter von allein, und in vielen Fällen ist keine ärztliche Behandlung nötig.

Nach Abklingen der Entzündung können Narben oder Pigmentveränderungen zurückbleiben, psychische Probleme wegen der kosmetisch störenden Hautveränderungen sind möglich.

Weitere Informationen

  • Akne – Informationen für ärztliches Personal

Illustrationen

Autorin

  • Ulrike Boos, Redakteurin Deximed, Freiburg

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Akne. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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