Ursachen und Risikofaktoren von Akne

Eine Akne entsteht, wenn die Talgdrüsen der Haut mit Talg und abgestorbenen Hautzellen verstopfen und sich dann entzünden können. Es gibt eine Reihe von Ursachen, warum zu viel Talg gebildet wird und sich die Talgdrüsen entzünden. Oft spielen viele Faktoren eine Rolle.

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Ursachen

Die klassische Ansicht ist, dass drei Faktoren zu der Bildung von Akne beitragen:

  • Überproduktion von Talg (Sebum)
  • Verstopfung der Ausgänge aus den Talgdrüsen und Haarfollikeln
  • Einfluss von Hautbakterien.

Heute weiß man, dass viele Faktoren eine Rolle spielen, insbesondere auch der Einfluss von (männlichen) Hormonen auf die Talgdrüsen. Es gibt wohl auch eine genetische Veranlagung.

Eine Akne entsteht, wenn die Talgdrüsen der Haut mit Talg und abgestorbenen Hautzellen verstopfen. Talgdrüsen sondern Talg ab, der Haut und Haaren schützt und geschmeidig hält. Er wird in der Regel entlang der Haarwurzel durch die Haut nach draußen transportiert. Wenn der Körper zu viel Talg und abgestorbene Hautzellen produziert, sammeln sich diese Stoffe in den Kanälen der Talgdrüsen an und verstopfen diese durch die Bildung eines weichen Pfropfs.

Ein solcher Pfropf kann bewirken, dass sich die Drüsenwand nach außen wölbt und einen hellen Mitesser bildet. Der Pfropf kann auch dunkler sein und einen schwarzen Mitesser bilden. Wenn sich die verstopften Haarfollikel entzünden, zeigen sich an der betroffenen Stelle Pickel in Form von roten Flecken mit einer weißen Mitte (Eiter). Eine Verstopfung und Entzündung, die tief im Haarfollikel entsteht, zeigt an der Hautoberfläche eine empfindliche Beule (Zyste). Andere Poren der Haut, wie beispielsweise Schweißdrüsen, sind normalerweise nicht von Akne betroffen.

Die Gründe der erhöhten Talgproduktion bei Akne sind nicht bekannt. Eine Anzahl von Faktoren wie Hormone, Bakterien, bestimmte Medikamente, Erbanlagen und Stress können jedoch eine Rolle spielen.

Der Einfluss der Ernährung auf die Entstehung von Akne ist bislang nicht eindeutig zu beantworten. Mehrere Studien deuten darauf hin, dass die Aufnahme von Speisen und Süßigkeiten mit schnell aufzunehmenden Kohlenhydraten zu hohen Blutzuckerwerten führen. Der hohe Blutzucker stimuliert die Ausschüttung von Insulin und einem Insulin-ähnlichen Wachstumsfaktor (IGF-1). Dies hat eine unmittelbare Wirkung auf die Talgdrüsen und stimuliert die äußere Hautschicht zu vermehrtem Zellwachstum. Dies steigert im Endeffekt die Gefahr der Aknebildung. Es wird auch vermutet, dass manchmal Milchprodukte ungünstig sein können. Kuhmilch enthält viele Stoffe, die zum Wachstum (des Kalbes) beitragen und auf diesem Wege Einfluss auf die Talgdrüsen nehmen. Man muss aber sagen, dass der Einfluss der Ernährung auf die Akne bislang nicht eindeutig bewiesen ist und man somit weder eindeutige Empfehlungen noch Verbote aussprechen kann! Es ist jedem Betroffenen aber freigestellt, seine Ernährung für eine Weile umzustellen und den Effekt abzuwarten.

Akne hat nichts mit schlechter Hygiene zu tun. Im Gegenteil führt zu intensives Reinigen der Haut leichter zu Reizungen und kann die Akne verschlimmern. Wasser, sowie sparsamer Umgang mit Pflegemittel mit normalem Haut-pH-Wert reichen aus, die Haut gründlich zu reinigen.

Hautbakterien können zwar die verstopften Talgdrüsen besiedeln, z. B. das „Aknebakterium“ Propionibacterium acnes, und zu einer Entzündung führen, sie sind aber nicht die alleinige Ursache. Oft ensteht sogar eine Entzündung ohne Erregernachweis, d. h. die Haut entzündet sich und bildet Eiter, ohne dass ein Keim dabei beteiligt ist. Es gibt auch andere Keime, die manchmal bei Akne-Patienten nachweisbar sind, dies sind bestimmte andere Bakterien, Pilze und selten auch eine Milbenart. Ein Abstrich von der Haut oder den Pickeln wird dennoch nur selten gemacht, weil er die Therapieentscheidung in der Regel nicht beeinflusst. Oft reicht ein Blick auf die Verteilung und das Aussehen der Pickel, damit die Ärztin oder der Arzt vermuten kann, um welche Art der Entzündung es sich handelt, um dann entsprechend einen Therapievorschlag zu machen.

Prädisponierende Faktoren

Hormonelle Veränderungen im Körper können Akne auslösen oder verschlimmern. Solche Veränderungen sind typisch für:

  • Jungen und Mädchen im jugendlichen Alter
  • Frauen und Mädchen, rund um Eisprung und Menstruation
  • schwangere Frauen
  • gestresste Personen
  • Personen, die bestimmte Medikamente wie z. B. Kortison einnehmen.

Weitere Risikofaktoren sind:

  • Die Haut mit fettigen oder öligen Substanzen oder bestimmten Arten von Kosmetika in Kontakt zu bringen.
  • Wenn mehrere Familienmitglieder betroffen sind oder Akne-Beschwerden hatten. Wenn die Eltern Akne hatten, besteht ein größeres Risiko, dass auch die Kinder Akne bekommen (genetische Veranlagung).
  • Reiben und Druck gegen die Haut, zum Beispiel von enger Kleidung, einem Kragen oder einem Rucksack.

Weitere Informationen

Autoren

  • Caroline Beier, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, Hamburg

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Akne. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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