Zum Hauptinhalt springen

Nummuläres Ekzem

Das nummuläre Ekzem ist eine entzündliche, nichtinfektiöse Hauterkrankung mit Ausschlag in Form von münzförmigen, juckenden Flecken auf Beinen, Armen oder dem Körper. Die Ursache ist unbekannt, es kann aber allergiebedingt oder durch trockene Haut ausgelöst werden. Die Häufigkeit liegt bei ca. 2 Fällen pro 1.000 Personen.

Zuletzt überarbeitet:

Zuletzt überarbeitet von:



Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

Mehr erfahren

Was ist ein nummuläres Ekzem?

Ein nummuläres Ekzem ist eine entzündliche, nichtinfektiöse Hauterkrankung, bei der sich scharf abgegrenzte Ausschläge bilden. Diese treten typischerweise auf trockener Haut auf und jucken stark. Da die Flecken im Aussehen an Münzen erinnern, trägt die Krankheit die Bezeichnung nummuläres Ekzem. Der Name kommt vom Lateinischen nummulus, Münzchen, d. h. münzförmiges Ekzem.

Prävalenz

In den USA wird eine Häufigkeit von ungefähr 2 Fällen pro 1.000 Personen angegeben, es handelt sich also um eine relativ häufige Erkrankung. Der Ausschlag kommt durchschnittlich im Alter von 42 Jahren vor. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Ursachen

Die Ursache ist meist unbekannt. In einigen Fällen wurde vermutet, dass der Ausschlag als allergische Reaktion nach der Anwendung von oder dem Kontakt mit bestimmten Substanzen auftritt. Es gibt auch Patient*innen, bei denen ein nummuläres Ekzem als Reaktion auf Medikamente auftrat. Außerdem scheint trockene Haut das Auftreten von dieser Art von Ekzem zu begünstigen. Stress und starker Alkoholkonsum können die Symptomatik verstärken.

Symptome und Beschwerden

Die Erkrankung äußert sich in der Regel durch runde oder ovale Flecken, meist an den Beinen oder Armen, sowie am Körper, jedoch selten im Gesicht. Die Flecken haben anfangs die Form kleiner roter Knospen, die dann größer werden und sich zu einem ovalen oder runden Fleck entwickeln. Die Flecken sind meist von dünnen Schuppen bedeckt, es können aber auch nässende Blasen auftreten. Normalerweise verursacht der Ausschlag einen starken Juckreiz.

Diagnostik

Die Diagnose wird aufgrund des typischen Aussehens der juckenden Ekzemflecken auf Beinen, Armen oder dem Körper gestellt. Die Erkrankung kann pilzbedingtem Hautausschlag (Ringelflechte) ähneln, daher wird im Zweifelsfall ein Abstrich entnommen und unter dem Mikroskop auf möglichen Pilzbefall untersucht. Auch Proben aus der Haut oder Allergietests können notwendig sein.

Behandlung

Die Behandlung besteht aus feuchtigkeitsspendenden Ölen oder Salben. Kortisonsalben sind gegebenenfalls nötig, um die Entzündung und den Ausschlag zu behandeln. Intensität und Dauer der Behandlung hängen davon ab, wie ausgeprägt die Hautveränderungen sind. Um einen Rückfall zu verhindern, werden stark feuchtigkeitsspendende Salben oder Öle empfohlen, außerdem wird vom Gebrauch von Seife auf dem Ekzem abgeraten.

In ausgeprägten Fällen können stärkere Medikamente und möglicherweise Phototherapie (Lichtbestrahlung) erforderlich sein. Dies gilt auch für juckreizstillende Medikamente, bis der Ausschlag zurückgegangen ist. Ist das nummuläre Ekzem mit anderen Infektionen verbunden, werden Antibiotika eingesetzt.

Verlauf und Prognose

Die Krankheit ist meist leicht zu behandeln. In einigen Fällen können die Beschwerden jedoch lange anhalten und nach einer erfolgreichen Therapie zurückkehren.

Weitere Informationen

Quellen

Literatur

  1. Altmeyer P. Nummuläres Ekzem. Online Enzyklopädie Dermatologie. Springer 2016.www.enzyklopaedie-dermatologie.de  

Autor*innen

  • Markus Plank, MSc BSc, Medizin- und Wissenschaftsjournalist, Wien