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Erythema multiforme

Erythema multiforme ist eine akute Entzündung der Haut. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Überempfindlichkeits- oder Autoimmunreaktion nach Infektionen oder nach Einnahme bestimmter Medikamente.

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Was ist Erythema multiforme?

Erythema multiforme ist eine akute entzündliche Hauterkrankung, die nach einer Infektion oder nach Einnahme bestimmter Medikamente auftritt. Die Hautveränderungen können verschiedene Formen haben, darunter flache rote Flecken, Hautknötchen, Schwellungen oder Blasen. Typisch ist, dass die einzelnen Hautveränderungen nach einigen Tagen das Aussehen einer sogenannten Schießscheiben-Läsion annehmen, mit einem helleren Zentrum, das von roten Ringen umgeben ist. Die Erkrankung wird daher auch Scheibenrose genannt.

Das Erythema multiforme tritt vor allem auf den Streckseiten der Arme und Beine, an den Handrücken, in den Handflächen, an den Fußsohlen oder den Schleimhäuten auf. Der Hautauschlag erscheint in der Regel beidseitig und kann leicht jucken oder brennen. In der Hälfte der Fälle sind die Mundschleimhäute mitbetroffen.

Erythema multiforme kommt häufig nach einer Infektion mit Herpes-simplex-Viren vor.

Die Erkrankung betrifft vor allem Menschen in der Altersgruppe von 20–40 Jahren, Kinder und ältere Menschen sind selten betroffen.

Schwere Formen

Das Stevens-Johnson-Syndrom galt früher als eine Variante des Erythema multiforme. Dies ist eine schwere Hautreaktion auf Arzneimittel. Neben Hautausschlägen sind Ablösungen der Haut, Entzündungen der Schleimhäute, Fieber und Unwohlsein charakteristisch für die Erkrankung. Die Symptome können die Haut, die Mundhöhle, die Augen, die Genitalien, den Bereich um den After sowie die Atemwege betreffen. Die toxische epidermale Nekrolyse ist eine schwere Form des Stevens-Johnson-Syndroms mit großflächigen Hautschäden. Früher nahm man an, dass diese drei Hauterkrankungen (Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse) verschiedene Varianten der gleichen Krankheit seien. Heute wird jedoch davon ausgegangen, dass es sich beim Erythema multiforme um eine separate Krankheit handelt, die sich von den beiden anderen unterscheidet.

Wenn das Erythema multiforme Veränderungen der Schleimhäute hervorruft, treten diese ausschließlich in der Mundhöhle auf. Veränderungen an anderen Schleimhäuten deuten auf das Stevens-Johnson-Syndrom oder die toxische epidermale Nekrolyse hin. Auch andere schwere Hauterkrankungen können zu Beginn einem Erythema multiforme ähneln und sollten daher von Ihrem Arzt ausgeschlossen werden.

Ursache

Mehr als die Hälfte der Fälle von Erythema multiforme ist auf eine Infektion mit Herpes-simplex-Viren zurückzuführen, die Bläschen an Mund und Lippen verursacht. Infektionen mit Mykoplasmen, Streptokokken, Pilzen oder dem Epstein-Barr-Virus sind weitere mögliche Ursachen. Die Erkrankung kann auch nach Einnahme bestimmter Medikamente, häufig in Kombination mit einer Infektion, auftreten. Insbesondere Antibiotika, Schmerzmittel, Antiepileptika und entwässernde Arzneimittel können ein Erythema multiforme hervorrufen. Zudem gibt es Hinweise auf eine erbliche Veranlagung für Erythema multiforme.

Das Stevens-Johnson-Syndrom und die toxische epidermale Nekrolyse sind fast immer auf die Einnahme von Medikamenten zurückzuführen. 

Behandlung

Das Erythema multiforme ist eine selbstbegrenzende und in den meisten Fällen leichte Erkrankung, die oft keine weitere Behandlung erfordert. Um die Entzündung einzudämmen, können mittelstarke Kortison-Cremes aufgetragen werden. Die Mundschleimhaut kann mit Kamillenextrakt behandelt werden. Gegen Juckreiz können Sie Antihistaminika einnehmen. Bei ausgeprägten Beschwerden kann Ihr Arzt Kortison-Tabletten verschreiben. Die Behandlung des Erythema multiforme geschieht in erster Linie dadurch, dass versucht wird, die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren. Der erste Schritt in der Behandlung ist in diesem Fall, die vermutete Infektionserkrankung zu behandeln oder das Medikament abzusetzen, das die Erkrankung ausgelöst hat.

Die Ursache von wiederkehrenden Ausbrüchen ist oft eine zugrunde liegende Herpes-Infektion. In diesen Fällen kann eine vorbeugende Behandlung der Herpes-Infektion mit Aciclovir erfolgen.

Prognose

Die meisten Fälle verlaufen leicht, und die Hautveränderungen verschwinden innerhalb von 2–4 Wochen von selbst. In der Regel treten keine Komplikationen auf. Gelegentlich können Rückfälle vorkommen, mit meist 1–2 Ausbrüchen pro Jahr.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden