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Pilzinfektionen

Pilzinfektionen der Haut werden durch Hefen oder Fadenpilze (Dermatophyten) verursacht. Die Infektion mit Dermatophyten wird Tinea genannt und ist beispielsweise die Ursache von Fußpilz, Nagelpilz, Tinea inguinalis, Ringelflechte und Scherpilzflechte. Sie kann mit Antipilzcremes oder Tabletten behandelt werden.

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Was sind Pilzinfektionen?

Pilzinfektionen der Haut werden durch Faden- und Hefepilze hervorgerufen, die sich an verschiedenen Stellen des Körpers ausbreiten. Fadenpilze (Dermatophyten) und die Hefepilze Candida und Malassezia sind die häufigsten Ursachen von Pilzinfektionen der Haut. Auch Schimmelpilze können bereits krankhaft veränderte Haut infizieren. 

Infektionen mit Dermatophyten (Fadenpilzen)

Fußpilz (Tinea pedis) ist weltweit die häufigste Form einer Pilzinfektion der Haut. Typisch für den Fußpilz, der zumeist zwischen der 4. und 5. Zehe beginnt, ist die Schuppenbildung mit Rötung und mitunter auch Juckreiz. Eine diffuse Schuppenbildung und Rötung der Fußsohle ist ebenfalls verbreitet. Einige Pilzformen können zu feuchten Ausschlägen führen.

Nagelpilz tritt häufig zusammen mit Fußpilz auf. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Die Nägel verfärben sich gelb, werden dicker, verformen sich und können sich lösen oder bröckeln. In der Regel greift der Pilz nur einige Fußnägel an. Pilzinfektionen der Fingernägel sind selten und treten meist zusammen mit chronischen Pilzinfektionen der Hände auf.

Pilzinfektionen der Hände gehen zuweilen mit Fußpilz einher. In der Regel ist nur eine Hand betroffen, und die Infektion äußert sich in einer roten, schuppigen Handfläche.

Tinea inguinalis ist weit verbreitet und betrifft vor allem junge Männer, die viel Sport treiben. Die Haut in der Leistengegend rötet sich, hinzu kommt eine leichte Schuppenbildung am Rand. Der Ausschlag wächst langsam.

Pilze an anderen Stellen des Körpers führen zu einem abgegrenzten roten und schuppigen Ausschlag. Die Ringelflechte verdankt ihren Namen dem Erscheinungsbild: dem charakteristischen roten, schuppigen Ring, der zur Mitte hin allmählich heller wird. Die deutlich abgegrenzten Ringe wachsen langsam nach außen.

Die Scherpilzflechte tritt in der Regel bei Kindern auf und verursacht auf der Kopfhaut schuppige Partien mit Haarausfall. Durch Tiere übertragene Pilze sind selten, können aber zu einem akuteren Krankheitsbild mit Schwellungen und starken Entzündungen führen. Solche Pilze auf der Kopfhaut verursachen unter Umständen Narben und stoppen das Haarwachstum. Bei Männern kann diese Infektionsart auch im Bart vorkommen.

Hefepilze: Candida

Infektionen mit Hefepilzen sind recht häufig. Betroffen sind am ehesten sehr junge, sehr alte oder sehr kranke Menschen. Durch den Hefepilz Candida verursachte Hautinfektionen treten in der Regel bei Kleinkindern im Windelbereich und bei Frauen unter den Brüsten auf, außerdem unter den Achseln oder in der Leistengegend. Außerdem sind Candida-Infektionen im Mund bei Säuglingen (Kandidose) und älteren Menschen mit Zahnprothesen verbreitet. Auch Einrisse in den Mundwinkeln, sogenannte Rhagaden, können durch eine Infektion mit Candida verursacht werden. Candida-Infektionen im Unterleib treten häufig bei jungen Frauen auf. Hautinfektionen äußern sich durch Rötungen mit leichter Schuppenbildung, und oft sind am Ausschlagrand kleine infizierte Inseln zu finden. Candida kann auch zu chronischen Nagelentzündungen führen.

Hefepilze: Malassezia

Der Hefepilz Malassezia bevorzugt fette, feuchte Haut. Er verursacht unter anderem die sogenannte Kleienpilzflechte am Rumpf. Diese Erkrankung äußert sich in Form von dezent schuppigen blassen oder braunen Flecken, die etwa fingernagelgroß sind. Häufig sind die Flecken leichter erkennbar, wenn die Haut sonnengebräunt ist, weshalb viele Betroffene den Eindruck haben, sie hätten sich im Urlaub angesteckt.

Außerdem führt diese Hefepilzart zur Malessezia-Follikulitis, einer Entzündung der Haarfollikel am Oberkörper und an den Oberarmen. Die Hautveränderungen sehen aus wie kleine Pickel.

Risikofaktoren

Verschiedene Faktoren und Krankheiten erhöhen das Risiko, an einer Pilzinfektion zu erkranken, darunter Diabetes, Schwangerschaft, Übergewicht und die Einnahme von Kortison oder Antibiotika. Auch Feuchtigkeit und Hitze begünstigen Pilzinfektionen der Haut.

Diagnose

Pilzinfektionen können Ähnlichkeit mit zahlreichen anderen Hauterkrankungen haben. Lassen Sie daher ärztlich überprüfen, ob Ihre Erkrankung auf einen Pilz zurückzuführen ist.

Infektionen mit Dermatophyten lassen sich durch einen Abstrich des Ausschlags bestätigen, der unter dem Mikroskop begutachtet wird. Zusätzlich kann eine Pilzkultur angelegt werden. Haare und Nägel können auf die gleiche Weise untersucht werden.

Eine Candida-Infektion wird mithilfe einer Pilzkultur oder unter dem Mikroskop bestätigt. Außerdem lässt sich die Diagnose anhand des charakteristischen Aussehens und der Position am Körper stellen.

Die Kleienpilzflechte lässt sich ebenfalls diagnostizieren, wenn eine Hautprobe unter dem Mikroskop untersucht wird. Aber auch diese Erkrankung ist oft so charakteristisch, dass keine Proben erforderlich sind.

Therapie

Leichtere Dermatophyten-Infektionen werden mit Antipilzcreme behandelt. Bei heftigeren Pilzinfektionen, bei Nagelpilz oder Scherpilzflechte ist eine Behandlung mit Tabletten (Antimykotika) erforderlich. Wenn die Kopfhaut befallen ist, kann zusätzlich ein ketoconazolhaltiges Shampoo eingesetzt werden. Bei starkem Juckreiz oder einer ausgeprägten Entzündungsreaktion können in der Anfangsphase zusätzlich kortisonhaltige Salben verschrieben werden. Die lokale Behandlung mit einem speziellen Nagellack ist möglich, wenn lediglich einzelne Nägel von der Infektion betroffen sind. 

Menschen mit Fußpilz sollten auf luftiges Schuhwerk achten und Baumwollstrümpfe tragen, die bei 60 °C gewaschen werden sollten. Die Zehenzwischenräume sind nach dem Baden und Duschen sorgfältig abzutrocknen. Um andere nicht anzustecken, sollten Sie im Badezimmer und in öffentlichen Schwimmbädern Badeschuhe tragen. Schulkinder sollten in Innenräumen ihre Schuhe ausziehen dürfen. Wechseln Sie außerdem regelmäßig Ihre Handtücher.

Bei einer Candida-Infektion ist häufig eine lokale Behandlung mit Antipilzcremes ausreichend. Die Kleienpilzflechte wird 2–3 Wochen lang mit einer Antipilzcreme oder einem -shampoo behandelt.

Prognose

Die meisten Pilzinfektionen sind leicht zu behandeln und verschwinden mit der richtigen Therapie. Allerdings treten häufig Rückfälle auf.

Nach der erfolgreichen Behandlung von Nagelpilz müssen die betroffenen Nägel erst wieder vollständig nachwachsen. Dies dauert bei Fingernägeln 6–8 Monate und bei Fußnägeln 12–18 Monate.

Bei Haar- und Bartpilzen oder wenn Pilzinfektionen trotz gezielter Behandlung nicht abklingen, werden Patient*innen häufig an eine dermatologische Praxis überwiesen.

Weitere Informationen

Autorin

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Pilzinfektionen der Haut. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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