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Abbildung: Colourbox
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Blutgefäßveränderungen der Haut in der Schwangerschaft

Veränderungen in der Östrogenproduktion während der Schwangerschaft können zu verschiedenen sichtbaren Veränderungen in den kleinen Blutgefäßen der Haut führen.

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Normale Veränderungen bei der Produktion des Hormons Östrogen in der Schwangerschaft können verschiedene Veränderungen in den kleinen Blutgefäßen in der Haut verursachen. In der Fachsprache werden diese als vaskuläre Veränderungen bezeichnet. Blutgefäße können sich erweitern, ihre Anzahl kann steigen und das Blut kann sich in den Gefäßen stauen. Die meisten dieser vaskulären Veränderungen gehen nach der Geburt zurück.

Beispiele für Gefäßveränderungen in der Schwangerschaft

Spidernävus

Spidernävi oder Spiderangiome sind Blutgefäße in der Haut, die wie ein kleiner roter „Stern“ aussehen. Das Spinnennävus tritt bei zwei Dritteln der hellhäutigen und bei 10 % der dunkelhäutigen schwangeren Frauen auf. Es befindet sich vor allem im Gesicht, am Hals, am Brustkorb und an den Armen. Diese Gefäßveränderung tritt üblicherweise im ersten und zweiten Trimester der Schwangerschaft auf.

Rote Handflächen (palmares Erythem)

Ein Palmarerythem tritt bei zwei Dritteln der hellhäutigen und bis zu einem Drittel der dunkelhäutigen schwangeren Frauen auf. Die Handinnenseiten sind gerötet.

Krampfadern treten bei ca. 40 % der Schwangeren in den Beinen, an den und um die Schamlippen (an der Vulva) und als Hämorrhoiden auf.

Pyogenes Granulom

Hierbei handelt es sich um dunkelrote oder blauviolette Knötchen auf dem Zahnfleisch oder, weniger häufig, auf anderen Bereichen der Haut. Die Erkrankung kann gegen Ende des ersten Trimesters oder im zweiten Trimester auftreten.

Die Veränderungen bedürfen keiner Behandlung, und die Erkrankung sollte im Allgemeinen nur beobachtet werden, da diese Veränderungen nach der Geburt zurückgehen. Bei Blutungen wird empfohlen, die Knötchen zu entfernen.

  • Schwellung (Ödem)
    • Blutgefäßveränderungen können in Verbindung mit einer erhöhten Blutmenge dazu führen, dass mehr Flüssigkeit aus den Blutgefäßen austritt. Dadurch schwellen bei bis zu der Hälfte aller schwangeren Frauen Gesicht, Augenlider sowie Arme und Beine an.
  • Sonstige Veränderungen
    • Eine Instabilität der kleinen Blutgefäße in der Haut kann auch zu Gesichtsrötung, nesselsuchtähnlichen Hautreaktionen (Dermografie), Hitze- und Kältegefühlen und bei Kälteeinwirkung bläulich marmorierter Haut führen.
  • Zahnfleischveränderungen
    • Bei allen schwangeren Frauen tritt gerötetes und angeschwollenes Zahnfleisch auf. Die Veränderung kann von einer Entzündung des Zahnfleisches (Gingivitis) und Zahnfleischbluten, beispielsweise beim Bürsten der Zähne, begleitet sein. Dies ist im dritten Trimester am deutlichsten.

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Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden