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Juckender Ausschlag

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Was ist juckender Hautausschlag?

  • Die meisten juckenden Hautausschläge sind harmlos.
  • Viele Hautausschläge können jucken, u. a. weil eine gerötete und warme Haut mehr Flüssigkeit verliert und dadurch örtlich austrocknet. Trockene Haut ist selbst eine häufige Ursache für Juckreiz.
  • Wenn Sie sich kratzen, wird Ihre Haut weiter gereizt, sie wird rot und warm, und der Flüssigkeitsverlust steigt. Kratzen verstärkt mit anderen Worten den Juckreiz.
  • Oft lässt sich der Juckreiz lindern, indem Sie neutrale Feuchtigkeitscremes auf die juckende Haut auftragen.
  • Der Gebrauch von Seife trocknet die Haut aus und verstärkt den Juckreiz.

Was sind mögliche Ursachen?

Chronische Hautausschläge

  • Tritt bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 0–15 Jahren auf, die oft auch Asthma oder Heuschnupfen haben, und in deren Familie Allergien vorkommen.
  • Juckender Hautausschlag, der oft im Gesicht, am Hals und am Oberkörper, an den Ellenbeugen und in den Kniekehlen auftritt.
  • Foto atopisches Ekzem

Atopisches Ekzem

  • Kleine Mengen eines Stoffes, auf den Sie allergisch reagieren, können ein Ekzem auslösen.
  • Typische Symptome sind Juckreiz, Rötung, Bläschen, gefolgt von Abschuppung.

Allergische Kontaktdermatitis

  • Der Hautausschlag hängt von der Menge des irritierenden Stoffes ab, auf den Sie reagieren.
  • Typische Symptome sind Juckreiz, Rötung, Bläschen, gefolgt von Abschuppung.
  • Die häufigste Form des Kontaktekzems ist das Handekzem.

Toxische Kontaktdermatitis

  • Tritt oft bei Männern weit unten an den Armen und Beinen auf; oft entstehen mehrere Ekzeme.
  • Die Erkrankung ist im Alter zwischen 20 und 30 Jahren sowie nach dem 60. Lebensjahr am häufigsten und tritt bei Kindern selten auf.
  • Der Ausschlag ist münzförmig, er juckt und hat eine gleichmäßige rote Farbe.

Nummuläres Ekzem

  • Ein klar abgegrenzter Bereich mit leicht verdickter, rauer Haut.
  • Die Erkrankung entwickelt sich im Laufe der Zeit, wenn Sie ständig an derselben Stelle kratzen und keine andere Hauterkrankung vorliegt.
  • Neurodermitis tritt bei Frauen oft im Nacken auf, bei Männern am Schienbein und bei beiden Geschlechtern rund um den Anus.

Neurodermitis

Akuter Hautausschlag

Insektenstiche

  • Auf der Haut tritt plötzlich eine juckende Stelle auf; manchmal ist in der Mitte ein Stichkanal zu sehen.
  • Die Reaktion auf Insektenstiche ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich.
  • Typisch ist ein ausgeprägter nächtlicher Juckreiz, der oft gleichzeitig mit einem Hautausschlag an den Handgelenken, den Fingern und der Innenseite des Ellenbogens auftritt (siehe Foto).

Skabies (Krätze)

  • Juckender Hautausschlag mit Quaddeln, der nach dem Kontakt mit einem Stoff, auf den Sie allergisch reagieren, oder nach seiner Nahrungsaufnahme innerhalb von Minuten entsteht.
  • Es gibt eine Vielzahl verschiedener Formen und Auslösemechanismen.
  • Foto von durch Kälte ausgelöster Nesselsucht

Nesselsucht (Urtikaria)

  • Treten oft auf, wenn Sie allergieauslösenden Chemikalien ausgesetzt waren.
  • Der Ausschlag besteht aus roten, geschwollenen Hautknötchen und Bläschen.
  • Später kommt es zu einem Flüssigkeitsaustritt und zu einer Krustenbildung; nach ein paar Tagen schält sich Ihre Haut.

Akute Ekzeme

  • Tritt besonders im Frühjahr auf, bis Sie durch Ihre Pigmentierung einen gewissen Schutz erhalten, aber manche Patienten vertragen überhaupt keine Sonne.
  • Zwischen wenigen Stunden und zwei Tagen nachdem Sie der Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren, treten kleine, juckende, rote Knospen/Blasen oder rote Abschuppungen auf.

Polymorphe Lichtdermatose (Sonnenekzem)

Seltene, aber stark juckende Krankheiten

  • Dies ist eine Autoimmunerkrankung der Haut, die durch Juckreiz und das Auftreten praller Bläschen oder Blasen, die größer als 5 mm sind, geprägt ist. Die Haut kann gerötet sein oder normal aussehen.
  • Die Krankheit kann in vielen Formen auftreten.

Bullöses Pemphigoid

  • Häufig auftretende, lang anhaltende, oft stark juckende Hauterkrankung, die im frühen Verlauf von kleinen, scharf abgegrenzten, flachen Hauterhebungen gekennzeichnet ist.
  • Die Schleimhaut ist auch oft involviert, was am häufigsten auf der Innenseite der Wangen deutlich wird, wo weißliche Flecken und Streifen auftreten.

Lichen ruber

  • Relativ seltene, sehr stark juckende Hauterkrankung, die Hautknötchen, Bläschen oder Quaddeln bildet.
  • Fast alle Patienten haben eine symptomarme Glutenunverträglichkeit (Zöliakie).

Dermatitis herpetiformis

Ursachen in Verbindung mit Lokalisation

Was können Sie selbst tun?

  • Juckreiz verschlimmernde Bedingungen:
    • Verzichten Sie auf übermäßiges Baden, die häufige Verwendung von Seife, trockene Umgebungen, lokal reizende Kleidungsstücke (aus Synthetik oder Wolle) sowie gefäßerweiternde Substanzen (Koffein, Alkohol, heißes Wasser).
  • Feuchtigkeitsbehandlung bei trockener Haut:
    • Tragen Sie mehrmals am Tag und vor allem kurz nach dem Baden eine Feuchtigkeitscreme auf.
  • Wenn Allgemeinerkrankungen den Juckreiz verursachen, helfen juckreizstillende Medikamente (Antihistaminika) nur selten.

Wann wird ein Arztbesuch empfohlen?

  • Juckender Hautausschlag ist lästig, und Sie sollten Ihre Ärztin um Hilfe bitten.

Was geschieht bei der ärztlichen Kontrolle?

Anamnese

Die Ärzte können Ihnen folgende Fragen stellen:

  • Seit wann haben Sie Hautausschlag und Juckreiz?
  • Haben Sie einen auslösenden Faktor festgestellt?
    • Sind Sie mit etwas in Kontakt gekommen? Waren Sie in der Sonne?
  • Nehmen Sie irgendwelche Medikamente ein?
  • Haben Sie andere Erkrankungen?
  • Haben Sie andere Beschwerden?

Ärztliche Untersuchung

  • Ihr Arzt wird das Aussehen und die Lokalisation des Ausschlags beurteilen.
  • Beim Verdacht auf eine zugrunde liegende Erkrankung wird er eine umfassendere körperliche Untersuchung durchführen.

Andere Untersuchungen

  • Sind selten erforderlich, können aber bei Unklarheit über die Diagnose sinnvoll sein.
  • Beim Verdacht auf eine Allergie können Allergietests durchgeführt werden.

Überweisung an Spezialisten oder in ein Krankenhaus

  • Ist selten notwendig, aber bei unklarer Diagnose und bei schweren Erkrankungen werden Sie überwiesen.

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden