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Mitralklappeninsuffizienz

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Definition:
Unvollständiger Klappenschluss der Mitralklappe mit systolischem Rückfluss des Blutes in den linken Vorhof. Veränderungen, die zur Insuffizienz der Klappe führen, können den Klappenring, die Segel, die Sehnenfäden oder die Papillarmuskel betreffen. Primäre Mitralinsuffizienzen beruhen auf einer pathologischen Veränderung des Klappenapparates selbst, sekundäre auf einer Erkrankung des linken Ventrikels. 
Häufigkeit:
Mitralklappeninsufizienz (nach Aortenstenose) zweithäufigster behandlungsbedürftiger Klappenfehler. Degenerative Veränderungen inzwischen häufigste Ursache.
Symptome:
Leistungsschwäche, belastungsabhängige Atemnot, Palpitationen bei Vorhofflimmern.
Befunde:
Holosystolisches Herzgeräusch über dem Apex mit Ausstrahlung in die Axilla. Pulmonale Stauungszeichen. Im EKG evtl. p-mitrale, Vorhofflimmern. Laborchemisch evtl. BNP-Anstieg bei LV-Dysfunktion. 
Diagnostik:
Verdachtsdiagnose durch Anamnese und klinischen Befund. Echokardiografie entscheidendes bildgebendes Verfahren für definitive Diagnosestellung und Schweregradbeurteilung.
Therapie:
Überwiegend operativ, heutzutage meistens Rekonstruktion der Klappe. Behandlung sekundärer Insuffizienzen bei KHK häufig im Rahmen einer koronaren Bypass-OP. Bei hohem Risiko einer Mitralklappen-OP kann im Einzelfall eine Katheterintervention mit Clipping der Mitralsegel eine Option sein.
  • Thomas M. Heim, Dr. med., Wissenschaftsjournalist, Freiburg
  • Michael Handke, Prof. Dr. med., Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Intensivmedizin, Freiburg i. Br.