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Hypertrophe Kardiomyopathie

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Definition:
Hypertrophe Kardiomyopathie ist definiert durch das Vorliegen einer erhöhten linksventrikulären Wanddicke, die nicht durch abnorme Ladebedingungen (z. B. arterielle Hypertonie, Klappenerkrankungen) allein erklärt werden kann. Abhängig vom Vorliegen einer Obstruktion des linksventrikulären Ausflusstrakts wird zwischen hypertropher obstruktiver (HOCM) und hypertropher nicht-obstruktiver (HNCM) Kardiomyopathie unterschieden.
Häufigkeit:
Die Prävalenz liegt bei ca. 200/100.000. Klinische Manifestation in jeder Altersstufe möglich, bei Erwachsenen am häufigsten in der 3. Dekade. Männer und Frauen etwa gleich häufig betroffen.
Symptome:
Häufig asymptomatisch über viele Jahre. Belastungsangina/-dyspnoe, Palpitationen, Schwindel, Synkope. Gefahr des plötzlichen Herztods als Erstmanifestation vor allem bei Wettkampfsportlern.
Befunde:
Bei Obstruktion des Ausflusstrakts Systolikum mit evtl. Verstärkung unter Valsalva-Maneuver.
Diagnostik:
EKG, Echokardiografie (alternativ oder ergänzend MRT), LZ-EKG, Belastungstest.
Therapie:
Medikamentöse Behandlung einer Ausflusstraktobstruktion mit Beta-Blocker oder Verapamil, bei unzureichendem Ansprechen evtl. operative oder katheterinterventionelle Behandlung der Obstruktion. Ggf. medikamentöse Behandlung von Herzinsuffizienz, Angina oder Vorhofflimmern. ICD-Implantation zur Sekundärprophylaxe bzw. zur Primärprophylaxe nach Risikostratifikation.
  • Michael Handke, Prof. Dr. med., Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Intensivmedizin, Freiburg i. Br.
  • Dirk Nonhoff, Dr. med., Facharzt für Allgemeinmedizin, Köln