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AV-Block

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Definition:
Gestörte Erregungsüberleitung von den Vorhöfen auf die Kammern im Bereich des AV-Knotens. Abhängig von der Schwere der Überleitungsstörung wird unterschieden zwischen AV-Block I°, II° (Wenckebach und Mobitz) und III°.
Häufigkeit:
Die Prävalenz nimmt mit dem Alter zu. Bei gesunden 20-Jährigen beträgt die Prävalenz des AV-Block I° 0,5–2 %, bei gesunden 60-Jährigen 5 %. Höhergradige AV-Blockierungen vor allem bei Patient*innen mit struktureller Herzerkrankung.
Symptome:
AV-Block I° nur selten symptomatisch. Höhergradige AV-Blockierungen führen zu Leistungsintoleranz, Schwindel und Synkopen.
Befunde:
Bei höhergradigen AV-Blockierungen niedriger Puls, Hypotonie. 
Diagnostik:
Die Diagnose wird anhand des EKG gestellt. Bei einem AV-Block I° beträgt die PQ-Zeit mehr als 0,20 s. Bei AV-Block II° Wenckebach zunehmende PQ-Zeit von Schlag zu Schlag bis zum Ausfall einer Überleitung. Bei AV-Block II° Mobitz Überleitung meistens nur jeder 2. oder 3. P-Welle. Bei AV-Block III° keine Überleitung von P-Wellen mit kompletter Dissoziation von P-Wellen und langsamem ventrikulärem Ersatzrhythmus.
Therapie:
Medikamentöse Stabilisierung oder temporärer Schrittmacher im Rahmen akuter Notfallsituationen. Permanente Schrittmacherimplantation bei symptomatischer Bradykardie. Bei AV-Block II° Mobitz und AV-Block III° Schrittmacherimplantation unabhängig von der Symptomatik aus prognostischen Gründen.
  • Michael Handke, Prof. Dr. med., Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Intensivmedizin