Zum Hauptinhalt springen

Akutes Koronarsyndrom (ACS)

Zuletzt aktualisiert:

Zuletzt überarbeitet:

Zuletzt überarbeitet von:



Definition:
Das akute Koronarsyndrom (ACS) ist ein zusammenfassender Begriff für akuten Herzinfarkt (STEMI oder NSTEMI) oder instabile Angina pectoris (ohne Myokardnekrose) mit dem gemeinsamen Symptom Brustschmerz.
Häufigkeit:
In der Hausarztpraxis ist bei ca. 3–4 % der Patient*innen mit Brustschmerz ein ACS die Ursache.
Symptome:
Plötzlich auftretender Brustschmerz, Ausstrahlung möglich in Arm(e), Hals, Unterkiefer, Epigastrium, Schultern. Häufig begleitet von Kurzatmigkeit und Angst.
Befunde:
Der klinische Befund ist häufig unauffällig. Bei großem Infarkt Zeichen der kardialen Dekompensation bis zum Schock.
Diagnostik:
Vor allem anamnestische Angaben, Kaltschweißigkeit und die Annahme der Patient*innen selbst, akut krank zu sein, sind wegweisend. Auf das EKG sollte man sich nicht verlassen. Es kann nur dazu dienen, einen Infarkt mit oder ohne ST-Hebung zu differenzieren und ggf. ein Vorhofflimmern zu detektieren. Die Bestimmung des Troponins als Marker der Myokardzellnekrose ist überall dort wichtig, wo der Weg in die Klinik weit ist. In der Klinik läuft die Diagnose wesentlich über den Troponinspiegel.
Therapie:
Noch vor der Klinik symptomatische Therapie (Morphin, Nitrat, evtl. O2) und Gabe von ASS an die Patient*innen, die es nicht bereits hatten. In der Klinik Erweiterung der Medikation (Ticagrelor als 2. Thrombozytenaggregationshemmer, Statin, evtl. Betablocker) und bei der Mehrheit der Patient*innen Koronarangiografie/PCI. Bei instabiler AP mit rascher Erholung und niedrigem Risiko auch primär konservative Therapie mit Belastungstest zur Ischämiediagnostik im Intervall.
  • Michael Handke, Prof. Dr. med., Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Intensivmedizin, Freiburg i. Br.
  • Günther Egidi, Dr. med., Arzt für Allgemeinmedizin, Bremen (Review)