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Perikarditis

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Definition:
Entzündung des Perikards, die infektiös oder nichtinfektiös verursacht sein kann. Am häufigsten viral bedingt, gefolgt von Autoimmunerkankungen. Weitere Ursachen sind bakterielle Infekte, Malignome, Traumen (einschließlich kardialer Operationen/Interventionen), metabolische Veränderungen.
Häufigkeit:
Keine genauen Daten zur Prävalenz im ambulanten Bereich. Am häufigsten zwischen 20. und 50. Lebensjahr, Männer häufiger betroffen als Frauen.
Symptome:
Akuter Brustschmerz, evtl. mit Ausstrahlung. Schmerz nicht belastungsabhängig, Verschlechterung bei Inspiration und Husten, Besserung bei Aufsitzen und Vorwärtsbeugen; evtl. Fieber. Bei chronischer konstriktiver Perikarditis Leistungsschwäche, Ödeme und Dyspnoe.
Befunde:
Perikardiales Reibegeräusch ist pathognomonisch, aber nicht immer vorhanden. Im EKG konkave ST-Hebungen in multiplen Ableitungen, Senkung der PQ-Strecke. Laborchemisch Entzündungszeichen. Echokardiografisch evtl. Perikarderguss. Bei konstriktiver Perikarditis Ödeme, Halsvenenstauung, Hepatomegalie, Aszites.
Diagnostik:
Diagnose in erster Linie durch Klinik, EKG, Labor und Herzecho. Bei Unklarheit CT und/oder MRI als Zweitliniendiagnostik, evtl. Analyse von Perikardflüssigkeit.
Therapie:
Körperliche Schonung, medikamentöse Behandlung der akuten Perikarditis mit NSAR oder ASS sowie Colchicin; ggf. Behandlung einer Grunderkrankung. Perikardpunktion bei großen Ergüssen/Tamponade. Bei chronisch-konstriktiver Perikarditis Perikardektomie.
  • Michael Handke, Prof. Dr. med., Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Intensivmedizin, Freiburg i. Br.