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Acetylsalicylsäure bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Acetylsalicylsäure (ASS) ist ein weltweit sehr häufig eingesetztes Medikament. Neben dem Einsatz bei akuten Schmerzen oder Fieber hat es vor allem in der Behandlung und Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkten und Schlaganfällen eine große Bedeutung.

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Was ist Acetylsalicylsäure?

Acetylsalicylsäure, häufig als ASS abgekürzt, ist ein Arzneimittel, das vor mehr als 100 Jahren entdeckt wurde und seitdem in der Medizin eingesetzt wird. Das Medikament ist auf dem Markt unter einer Vielzahl von Handelsnamen erhältlich. Ursprünglich wird das Medikament vor allem zur Schmerzstillung und Fiebersenkung eingesetzt.

Acetylsalicylsäure bewirkt jedoch ebenfalls eine verminderte Aktivität von Blutplättchen (Thrombozyten). Thrombozyten sind an der Blutstillung beteiligt, indem sie verklumpen und so ein verletztes Blutgefäß schließen können. Durch Acetylsalicylsäure in niedriger Dosierung wird dieser Vorgang gehemmt. Diesen Effekt macht man sich bei Menschen, die an Arteriosklerose und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, zunutze. An einer verengten oder vergeschädigten Gefäßwand können sich leichter Blutgerinnsel bilden, was durch den Einsatz von Acetylsalicylsäure verhindert werden kann. Die Verklumpung von Blutplättchen, die bei Verletzungen der Gefäßwand eine Blutung stillen, nennt man Thrombozytenaggregation. Aus diesem Grund zählt man Acetylsalicylsäure auch zu der medikamentösen Gruppe der Thrombozytenaggregationshemmer.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Arteriosklerose

Acetylsalicylsäure wird bei vielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen in niedriger Dosierung über eine bestimmte Zeitspanne oder sogar lebenslang eingesetzt, um die Verklumpung von Blutplättchen zu hemmen. Ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung vieler Herz-Kreislauf-Erkrankung ist das metabolische Syndrom. Langfristig können aber viele Risikofaktoren, zu denen auch Rauchen gehört, zu einer Arteriosklerose, einer Verkalkung der Blutgefäße, führen. Da die Arteriosklerose auch eine Verengung der Gefäße mit sich bringt, kann es hierdurch beispielsweise zu einer arteriellen Verschlusskrankheit in den Beinen (Schaufensterkrankheit) kommen. Eine Verengung der Herzkranzgefäße führt zu den Brustschmerzen bei körperlicher Anstrengung, die bei einer Angina pectoris typisch sind. Durch Blutgerinnsel, die sich insbesondere an verengten Gefäßen bilden können, steigt die Gefahr für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. Wenn man bereits einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt hatte, besteht ein erhöhtes Risiko, dass ein solches Ereignis erneut auftritt.

Acetylsalicylsäure als Prävention

Bei vielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird Acetylsäure zur Vorbeugung von Komplikationen eingesetzt. Das Medikament ist fast nie alleiniger Bestandteil der Vorbeugungsmaßnahmen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Viele der Risikofaktoren, z. B. für einen Schlaganfall, hängen auch mit den Lebensgewohnheiten zusammen und können von Ihnen direkt beeinflusst werden.

Man spricht von einer Primärprävention, wenn die Maßnahmen vor dem ersten Auftreten einer Erkrankung durchgeführt werden. Sekundärprävention hingegen bedeutet, dass nach einem Schlaganfall oder Herzinfarkt bestimmte Schritte eingeleitet werden, um das Risiko für ein erneutes Ereignis zu senken. Als Primärprävention wird ASS in der Regel nur bei Menschen mit sehr hohem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt. Als Sekundärprophylaxe spielt das Medikament in der Behandlung von Angina pectorisHerzinfarkten, der KarotisstenoseSchlaganfällen und der arteriellen Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit) eine wichtige Rolle.

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Autoren

  • Jonas Klaus, Arzt, Freiburg i. Br.