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Krampfadern

Krampfadern (Varizen) sind erweiterte oberflächlich Venen (Blutgefäße) der Beine. Sie sind meist harmlos, können jedoch als kosmetisch störend empfunden werden.

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Was sind Krampfadern?

Krampfadern sind ausgeweitete Blutgefäße (Venen) direkt unter der Haut, die besonders häufig an den Beinen und der Innenseite der Oberschenkel auftreten. Die Gefäße verlaufen meist geschlängelt und bilden Knäuel. Fachsprachlich werden Krampfadern als Varizen bezeichnet. Krampfadern gelten als ungefährliche Erscheinung, die meist keiner Behandlung bedürfen. Sie können allerdings leichte Beschwerden wie ein Schweregefühl in den Beinen und Krämpfe hervorrufen. Darüber hinaus werden sie häufig als kosmetisch unangenehm empfunden. 

Krampfadern sind häufig und treten bei 10–20 % aller Männer und 25–35 % aller Frauen auf. Frauen suchen häufiger als Männer ärztliche Hilfe aufgrund von Krampfadern, daher werden Krampfadern auch in der Öffentlichkeit eher mit Frauen verbunden. Das Alter beim ersten Auftreten variiert: Bei manchen Betroffenen entwickeln sich bereits im Jugendalter Krampfadern, allerdings steigt die Häufigkeit deutlich mit dem Alter.

Ursachen

Venen sind Blutgefäße, die das Blut aus den verschiedenen Geweben des Körpers zurück zum Herzen leiten. Venen enthalten Klappen, die wie Ventile funktionieren. Mit diesen Klappen soll sichergestellt werden, dass das Blut nur in eine Richtung, nämlich zum Herzen, strömen kann. Besonders wichtig sind diese in den Beinvenen, da das Blut gegen die Schwerkraft zum Herzen fließen muss. Sind die Venenklappen defekt, strömt Blut in die Gegenrichtung und sammelt sich in den Beinvenen. In der Folge erhöht sich der Druck in den Venen, sie weiten sich aus, werden überdehnt und sind leichter zu erkennen.

Manche Personen neigen eher zur Ausbildung von Krampfadern. Dazu können mehrere Faktoren beitragen:

  • Die Anlage kann erblich bedingt sein. Häufig haben bereits mehrere Personen in der Familie Krampfadern.
  • Frauen entwickeln häufig während der Schwangerschaft Krampfadern.
  • Ausgedehntes Stehen erhöht den Druck in den Beinvenen und kann so zu Krampfadern führen.
  • Auch starkes Übergewicht begünstigt die Entwicklung von Krampfadern.
  • Entzündungen des Unterhautfettgewebes und vorangegangene Beinvenenthrombosen können darüber hinaus zur Entstehung beitragen.

Krampfadern können zu oberflächlichen Gefäßentzündungen, zur Entwicklung von Ausschlägen und zu Wunden an den Beinen beitragen. Das Risiko für Komplikationen wie Blutgerinnsel in den Beinen ( tiefe Venenthrombosen) ist gering.

Symptome

Krampfadern sind vor allem ein kosmetisches Problem. Manche Betroffene haben auch Sorgen vor Komplikationen, die aber nur selten auftreten.

Bei einigen Patienten verursachen Krampfadern Beschwerden: Manche haben das Gefühl, dass die Beine besonders schwer sind, insbesondere beim Stehen. Die Beschwerden sind häufig am Ende des Tages und bei warmem Wetter stärker und werden durch Hochlegen der Beine gelindert. Manche Betroffene entwickeln Ausschläge, Juckreiz oder Wadenkrämpfe. Kleine Blutungen aus den Krampfadern können zu einer Verfärbung der Haut an den Beinen führen. Krampfadern können dazu beitragen, dass Wunden an den Beinen schlecht heilen.

Diagnostik

Die Diagnose kann durch das typische Bild der sich schlängelnden Venen an Füßen, Beinen und möglicherweise Oberschenkeln gestellt werden. Soll das genaue Ausmaß bestimmt werden, beispielsweise vor einer Operation, so ist eine Ultraschall Untersuchung die Methode der Wahl.

Therapie

Krampfadern sind ungefährlich. Daher ist in den meisten Fällen keine Behandlung nötig. Nur wenige Betroffene entwickeln Wunden an den Beinen oder andere Komplikationen. 

Sie können selbst Maßnahmen ergreifen, um mögliche Beschwerden zu lindern. Vermeiden Sie langes Stehen oder Sitzen – günstiger ist Laufen oder Radfahren. Beim Sitzen kann es helfen, die Beine hochzulagern. Elastische Strümpfe (Kompressionsstrümpfe) drücken die Gefäße zusammen und verhindern so einen Blutstau in den Beinen. Sie sollten jedoch bei Erkrankungen des arteriellen Gefäßsystems unter Umständen nicht angewandt werden. Falls Sie unter Übergewicht leider kann es helfen, Gewicht abzunehmen. Bei Ekzemen oder Wunden an den Beinen sollten Sie eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen, um eine korrekte Behandlung sicherzustellen. Bei ausgeprägten Ödemen kann eine spezielle Kompressionstherapie helfen, die Schwellungen zu reduzieren.

Einige Medikamente können helfen, Beinschwellung und Beschwerden zu reduzieren. Hierzu zählen Weinlaubextrakt, Rosskastaniensamenextrakt und Oxerutin.

Eine chirurgische Behandlung der Krampfadern kann dann angezeigt sein, wenn Sie starke Beschwerden haben oder die Neigung zur Bildung von Hautwunden besteht. Auch kosmetisch störende Krampfadern können ein Anlass für eine Operation sein. In der Regel kommen auch bei der chirurgischen Behandlung Kompressionsmaßnahmen begleitend zum Einsatz.

Bei der klassischen Operation werden die oberflächlichen Blutgefäße dadurch entfernt, dass die Blutgefäße in der Leiste und an den Knöcheln geöffnet werden. Dann wird ein Draht durch das Blutgefäß geführt und das gesamte Blutgefäß herausgezogen („Stripping“). Der Nachteil dieses Eingriffs ist, dass es zu Blutergüssen mit bläulicher Verfärbung in dem Bereich kommt, aus dem die Vene herausgezogen wurde. Diese Blutergüsse verschwinden normalerweise innerhalb von zwei bis drei Wochen. Einige Patienten leiden aufgrund von Nervenschädigungen an Taubheitsgefühlen und Kribbeln in den Beinen. Es besteht ein Risiko, dass die Krampfadern nach einer solchen Operation wiederkommen, weil sich andere Venen ausdehnen. Diese neuen Krampfadern sind jedoch normalerweise kleiner als die ursprünglichen.

Statt Blutgefäße und Krampfadern chirurgisch zu entfernen, wird inzwischen immer häufiger ein Verfahren angewendet, bei dem das Gefäß von innen erhitzt und damit zerstört wird. Durch die Haut wird eine Sonde ins Blutgefäß eingeführt. Das Blutgefäß wird einer Wärmebehandlung unterzogen (mit elektromagnetischen Wellen wie Laser- oder Radiowellen), sodass sich das Gefäß zusammenzieht oder durch ein Gerinnsel verschlossen wird. Diese Behandlung kann, im Gegensatz zur klassischen Operation, unter lokaler Betäubung durchgeführt werden, und die Patienten leiden nach dem Eingriff nicht unter unangenehmen Blutungen unter der Haut. Die sonstigen Ergebnisse sind bislang ähnlich gut wie bei der klassischen Operation, jedoch sind Erfahrungen noch nicht über so einen langen Zeitraum gesammelt worden wie bei der Venenstripping-Operation.

Es ist auch möglich, Krampfadern mit Injektionen, also dem Einspritzen von Substanzen, zu veröden. Diese Behandlung besteht in der Injektion einer lokal reizenden Substanz in flüssiger oder aufgeschäumter Form in die Vene. Dies führt dazu, dass die Krampfader zerstört wird und kollabiert. Dieses Verfahren ist zunächst ebenso effektiv wie eine Operation und eignet sich am besten für kleine Krampfadern. Allerdings zeigte sich in manchen Studien ein erneutes Auftreten von Krampfadern nach einigen Jahren.

Prognose

Krampfadern sind in der Regel ungefährlich. Allerdings haben sie die Tendenz, über die Jahre größer zu werden und können Beschwerden zu verursachen. Bei etwa jedem fünften Patienten treten sie Jahre nach einer operativen Entfernung wieder auf.

Weitere Informationen

Autoren

  • Dietrich August, Dr. med., Arzt in Weiterbildung Innere Medizin, Freiburg im Breisgau