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Schlaganfalltherapie ‒ Was können Patient*innen und Angehörige tun?

Bei einem Schlaganfall kommt es durch eine Durchblutungsstörung im Gehirn zu plötzlichen Funktionsausfällen, wie z. B. halbseitigen Lähmungen. Für die meisten Betroffenen ist ein Schlaganfall ein einschneidendes Ereignis. Der Weg zurück in den Alltag nach einem Schlaganfall kann beschwerlich und zeitaufwendig sein. Wichtig ist es daher, dass Sie als Betroffene oder Angehörige in die Behandlung und die weiteren Schritte einbezogen werden.

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Was ist ein Schlaganfall?

Die häufigsten Folgen eines Schlaganfalls sind:

  • Schwäche oder Ungeschicklichkeit auf einer Seite des Körpers
  • Sprechschwierigkeiten oder Störungen des Sprachverständnis
  • Schlechtes Gleichgewichtsgefühl und ungeschickte Bewegungen
  • Kein Gefühl in einer Hälfte des Körpers
  • Schluckbeschwerden
  • Kontrollverlust bei Harnentleerung und Stuhlgang
  • Schwierigkeiten beim Erinnern, Denken und beim Lösen von Problemen
  • Veränderungen des Sehvermögens

Der Weg zurück in den Alltag nach einem Schlaganfall kann lang sein. Welche Maßnahmen jeweils erforderlich sind, ist individuell verschieden und hängt von der Ausprägung des Schlaganfalls ab. Häufig folgt auf die Notfallbehandlung und den Aufenthalt im Krankenhaus eine Rehabilitation zur Wiedererlangung der eingeschränkten Funktionen. Abhängig von der Ausprägung des Schlaganfalls und der Einschränkungen für den Betroffenen sind dann Schritte notwendig, um die unproblematische Rückkehr in das eigene Zuhause und die weitere Versorgung sicherzustellen. Sowohl die aktive Teilnahme und Motivation des Betroffenen als auch die Unterstützung und Teilhabe der Angehörigen und des sozialen Umfelds spielen für den Erfolg der Behandlungen eine wichtige Rolle.

Betroffene nach Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall erfordert es abhängig von der Art und Schwere des Schlaganfalls viel Kraft, sich für die Behandlung zu motivieren. Als Patient*in im Krankenhaus und in der Rehabilitation sind Sie jedoch die wichtigste Person bei der Durchführung der Behandlung. Bei einer Rehabilitation handelt es sich nicht um eine Zwangsmaßnahme und Ihre aktive Teilnahme ist entscheidend für den Erfolg aller Behandlungsmaßnahmen.

Sie haben das maßgebende Wort, wenn Entscheidungen getroffen werden, die Sie betreffen. Das kann für viele Schlaganfallpatienten zunächst schwierig sein. Signalisieren Sie nach Möglichkeit aktiv den Wunsch, in die Planung der Behandlung einbezogen zu werden. Sie haben auch die Möglichkeit, dem Behandlungsteam konkrete Wünsche und Sorgen mitzuteilen.

Um an den Entscheidungen teilzuhaben, sollten Sie über die Erkrankung und den Heilungsprozess ausreichend informiert sein. Stellen Sie Fragen, wo Unklarheiten bestehen und notieren Sie sich eventuell wichtige Informationen. Wenn Sie auch Ihre Fragen notieren, können Sie diese einfacher in gesammelter Form mit dem Behandlungsteam besprechen.

Wenn Ihnen das Sprechen schwerfällt, kann es schwierig sein, Ihre Wünsche zu äußern. Vielleicht kann Sie die Logopäd*in dabei unterstützen, dem ärztlichen Personal Ihre Gedanken mitzuteilen. Das Gleiche kann auch für Familienmitglieder gelten, die Sie gut kennen.

Die meisten Betroffenen empfinden die Rehabilitation als harte Arbeit. Dabei geht es darum, Fertigkeiten wiederzuerlangen und einen selbstständigen Alltag zu erleichtern. Es ist normal sich dabei gelegentlich erschöpft und bedrückt zu fühlen, weil bisher einfache Tätigkeiten nun schwierig geworden sind. Darum ist es wichtig, sich in regelmäßigen Abständen über die bisher erreichten Fortschritte klar zu werden. Besprechen Sie auch dies mit dem Behandlungsteam und Ihren Angehörigen. Auch kleine Fortschritte sind ein wichtiger Schritt.

Angehörige

Angehörige von Schlaganfallpatient*innen können einige Dinge tun, um die Betroffenen auf ihrem Weg zu unterstützen:

  • Besuchen und reden: Verbringen Sie gemeinsame Zeit und leisten Sie Gesellschaft – z. B. durch gemeinsames Spiele spielen, Fernsehen, Musik hören.
  • Die Motivation ist überaus wichtig für den Erfolg der Behandlung. Hier können Sie als Angehörige/r einen großen Beitrag leisten.
  • Wenn Schwierigkeiten mit der Sprache bestehen, reden Sie mit den Logopäd*innen oder der Pflegekraft darüber, wie Sie helfen können.
  • Informationsveranstaltungen für Schlaganfallpatient*innen und ihre Angehörigen können helfen, die Erkrankung und die Situation der Betroffenen besser zu verstehen.
  • Bitten Sie darum, bei einer der Rehabilitationseinheiten dabei zu sein. Dort können Sie lernen, was bei der Rehabilitation gemacht wird und wie Sie helfen können.
  • Aufmuntern, die Fähigkeiten, die die Patient*innen bei der Rehabilitation gelernt haben, zu üben.
  • Unterstützen Sie das Rehabilitationsteam mit Ihrem Wissen über Ihre/n Angehörige/n, und schlagen Sie Aktivitäten vor, die zu den Wünschen und Interessen der Betroffenen passen.
  • Finden Sie heraus, was die/der Patient*in alleine tun kann und wobei Unterstützung benötigt wird. Vermeiden Sie es, Dinge zu übernehmen, die von den Betroffenen selbst erledigt werden können. Auf diese Weise kann das Selbstvertrauen gestärkt werden.
  • Vergessen Sie nicht, auch auf sich selbst zu achten. Essen Sie gut, finden Sie Ruhe und nehmen Sie sich Zeit, Dinge zu tun, die Ihnen gefallen.

Weitere Informationen

Autoren

  • Jonas Klaus, Arzt, Freiburg i. Br.