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HIV-Infektion und AIDS

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Definition:
HIV ist eine chronische Infektion mit dem humanen Immundefizienz-Virus. AIDS ist eine HIV-Infektion, die schwere klinische Symptome einer zellulären Immunschwäche zeigt. Sie wird durch sexuellen Kontakt oder über Blut, Blutprodukte, Gewebs- und Organtransplantationen sowie perinatal von der Mutter auf ihr Kind übertragen.
Häufigkeit:
In Deutschland lebten 2019 ca. 90.700 Menschen mit HIV oder AIDS. Die Zahl der Neuinfektionen im selben Jahr wurde auf 2.600 geschätzt.
Symptome:
Bei 50–70 % löst eine akute Infektion etwa 2–6 Wochen nach der Ansteckung Symptome wie Fieber, Halsentzündung, geschwollene Lymphknoten am Hals, Hautausschlag aus. Der akute Zustand geht von selbst vorüber.
Befunde:
Die Immunschwäche entwickelt sich schrittweise und führt zu einem erhöhten Risiko für Infektionen und maligne Erkrankungen.
Diagnostik:
Diagnosesicherung durch Nachweis von HIV-Antikörpern und Antigen sowie ggf. im Nukleinsäurenamplifikationstest; ggf. Serologie zur Subtypisierung. Quantifizierung von HIV-RNA und CD4-positiven T-Helferzellen für Verlaufsdiagnostik und Therapiemonitoring.
Therapie:
Antiretrovirale Therapie (ART), d. h. Kombinationsbehandlung mit mindestens 3 Medikamenten. Behandlungsbeginn bei Zeichen einer Immuninsuffizienz oder früher zum Niedrighalten der Viruslast, z. B. bei serodiskordanten Paaren. In der Regel lebenslange Behandlung.
  • Thomas M. Heim, Dr. med., Wissenschaftsjournalist, Freiburg