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HIV und AIDS

HIV-positiv, AIDS – Namen einer gefürchteten Viruserkrankung, die das Immunsystem der Betroffenen schwächt. Das Gesicht der Erkrankung hat sich in den letzten Jahren gewandelt, dank einer wirksamen medikamentösen Behandlung. Der effektivste Schutz ist dennoch weiterhin die Prävention, insbesondere Safer Sex.

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Fakten zu HIV und AIDS

  • Die HIV-Infektion ist eine chronische Infektion mit dem humanen Immundefizienzvirus. In der westlichen Welt handelt es sich meist um den Virustyp HIV1; es sind neben HIV2 (v. a. in westafrikanischen Ländern) aber auch noch andere, seltenere Typen dieses Virus bekannt.
  • Häufigster Übertragungsweg ist ungeschützter Geschlechtsverkehr.
  • HIV zerstört einen bestimmten Typ von Immunzellen. Mit Ausbreitung des Virus verschlechtert sich daher die Immunabwehr. Betroffene werden anfällig für Infektions- und Krebserkrankungen, die bei Gesunden oftmals nicht in dieser ausgeprägten Form bzw. deutlich seltener vorkommen.
  • AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome = erworbenes Immundefizienzsyndrom) ist die letzte Phase einer HIV-Infektion. Es handelt sich um einen Sammelbegriff für schwerwiegende Infektionen und Tumoren, die sich bei einer unbehandelten HIV-Infektion entwickeln und zum Tod führen können.
  • Zwischen dem Zeitpunkt der Ansteckung und dem Ausbruch der Symptome können Jahre bis Jahrzehnte vergehen.
  • Heutzutage gibt es eine effektive medikamentöse Therapie, mit der der Krankheitsverlauf gestoppt und in einigen Fällen umgekehrt werden kann. Die Lebenserwartung bei strikter und lebenslanger Einnahme der Medikamente entspricht annähernd der von gesunden Menschen.
  • Die wichtigste vorbeugende Maßnahme ist weiterhin der Gebrauch von Kondomen beim Geschlechtsverkehr.
  • Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko (häufiger Partnerwechsel, gleichgeschlechtlicher Sex unter Männern, intravenöser Drogenkonsum) sollten sich regelmäßig auf HIV testen lassen.

HIV und AIDS – was ist das?

Das humane Immundefizienzvirus

In den 1980er-Jahren fanden Wissenschaftler*innen die Ursache einer weltweiten Epidemie, der zahlreiche junge Erwachsene zum Opfer fielen. Die Betroffenen litten und verstarben an teilweise ungewöhnlichen Krankheiten. Das verantwortliche Virus wurde HIV genannt (humanes Immundefizienzvirus), die Spätphase der Infektionserkrankung erhielt die Bezeichnung AIDS – Acquired Immune Deficiency Syndrome (erworbenes Immundefizienzsyndrom). Der Name des Virus benennt die gefährliche Eigenschaft des Virus: Es greift bestimmte Zellen des Immunsystems an und vermehrt sich in ihnen, sodass diese nicht mehr ihre eigentliche Funktion übernehmen können, nämlich den Schutz vor eindringenden Bakterien, Viren und Parasiten, von denen wir tagtäglich umgeben sind. Die Folge ist eine Anfälligkeit für unterschiedliche Infektionen und Krebserkrankungen, die im späten Stadium der HIV-Infektion (AIDS) lebensbedrohlich verlaufen.

Infektionsweg

Auch der Infektionsweg wurde enträtselt. Die Übertragung erfolgt über Körperflüssigkeiten wie Sperma, Vaginalsekret und Blut, soweit bekannt aber nicht über Speichel, Tränenflüssigkeit, Stuhl und Urin. Der häufigste Übertragungsweg – ungeschützter Geschlechtsverkehr – stellt für alle sexuell aktiven Menschen eine potenzielle Ansteckungsquelle dar. Safer Sex, das Benützen von Kondomen, ist daher die wichtigste vorbeugende Maßnahme. Das gilt heute immer noch, auch wenn eine Behandlung existiert, die HIV-positiven Menschen eine annähernd normale Lebenserwartung ermöglicht.

Medikamente

Die neuen Medikamente verlangen von den Patient*innen ein hohes Maß an Disziplin. Täglich müssen mehrere Pillen geschluckt werden. Wird die Therapie vernachlässigt, kann das Virus Resistenzen gegen die Mittel entwickeln. Um es dann noch in Schach zu halten, müssen oftmals weitere Pillen zusätzlich eingenommen werden. Das aber bedeutet natürlich auch ein größeres Risiko für Nebenwirkungen. Mit der richtigen Therapie können Betroffene heute aber ein normales Leben führen mit Familie, Freund*innen und im Beruf.

Entwicklungsländer

Ganz anders sieht die Situation in ärmeren Ländern aus. Dort grassiert weiterhin die HIV-Epidemie und kostet jährlich hunderttausenden Menschen das Leben. Darunter sind viele Kinder, die sich während der Geburt oder durch das Stillen mit dem Virus infizieren.

Gibt es einen Impfstoff?

Hoffnungen werden weiterhin in die Entwicklung eines Impfstoffs gelegt. Noch immer zeichnet sich aber diesbezüglich kein Durchbruch ab.

Häufigkeit

In Deutschland leben ca. 90.000 Personen mit HIV, darunter hauptsächlich Bevölkerungsgruppen mit besonders hohem Infektionsrisiko. Dazu zählen Männer, die gleichgeschlechtlichen Sex haben, Menschen, die aus Ländern mit hoher Verbreitung von HIV in der Allgemeinbevölkerung stammen, sowie Personen, die Drogen intravenös konsumieren.

Weit häufiger verbreitet ist die Infektion in afrikanischen Ländern südlich der Sahara, in großen Teilen der Karibik und in einigen Ländern in Südostasien. Die Ansteckungszahlen steigen in den meisten Entwicklungsländern immer weiter. Es wird geschätzt, dass 2015 etwa 38 Millionen Menschen weltweit eine HIV-Infektion hatten, darunter etwa 1,8 Millionen Kinder, die jünger als 15 Jahre sind. Weltweit stecken sich jährlich rund 2 Millionen Menschen neu mit HIV an.

In Deutschland versterben jährlich etwa 500 Menschen an den Folgen einer HIV-Infektion. 2019 kam es geschätzt zu 2.600 Neuinfektionen, 2018 waren es 2.500. Auf die ganze Welt bezogen lag 2019 die geschätzte Zahl der Todesfälle bei 690.000.

Eine mit HIV infizierte Mutter kann das Virus während der Geburt oder beim Stillen auf ihr Kind übertragen. Dieses Risiko liegt bei 15–35 %, wenn die Mutter keine Medikamente gegen das Virus einnimmt. Wird sie während der Schwangerschaft behandelt, sinkt das Ansteckungsrisiko für das Baby auf etwa 1 %. Falls noch keine Therapie der Schwangeren erfolgt ist, kann ein geeignetes Medikament auch noch kurz vor der Geburt gegeben werden, was die Gefahr für das Kind ebenfalls deutlich senkt.

Symptome

Bei vielen Personen entwickeln sich trotz der Ansteckung mit HIV über einen längeren Zeitraum keine Symptome. Bei ungefähr der Hälfte der HIV-Infizierten kommt es ca. 2–6 Wochen nach der Ansteckung zu leichten Symptomen (Stadium A der HIV-Infektion). Vielen fallen diese frühen Symptome nicht auf, da sie den Beschwerden einer gewöhnlichen Virusinfektion ähneln: Fieber, Halsschmerzen, Müdigkeit, geschwollene Lymphknoten an Hals und Nacken, evtl. ein Hautausschlag mit kleinen roten Flecken und Knötchen, möglicherweise auch Gewichtsverlust. Die Beschwerden verschwinden nach einigen Wochen von selbst.

Meist erst nach mehreren Jahren, manchmal schon nach 2 Jahren, im Durchschnitt aber nach 7–12 Jahren, teilweise sogar erst nach 30 Jahren, zeigen sich die für die HIV-Infektion typischen Symptome einer Immunschwäche. Ursache hierfür ist die ständig sinkende Anzahl funktionstüchtiger Immunzellen infolge der HIV-Infektion. Medizinisch wird hier ein Stadium B von einem Stadium C unterschieden.

Stadium B: Dieses ist gekennzeichnet durch Krankheiten, die zwar im Rahmen einer fortgeschrittenen HIV-Infektion auftreten, aber (noch) nicht die Krankheit AIDS definieren. Im Stadium B können folgende Krankheiten entstehen: länger anhaltendes Fieber, Gewichtsverlust, lang andauernde Durchfälle, wiederkehrende Schübe einer Gürtelrose an mehreren Hautregionen, hartnäckige Pilzinfektionen im Mundraum oder an der Vagina/Vulva sowie (bösartige) Zellveränderungen im Bereich der Zervix und Infektion von Unterleibsorganen bei Frauen (z. B. Eierstockabszess). Zudem kann es auch zu Schädigungen von Nerven kommen, was zu Taubheitsgefühl, Kribbeln an der Haut oder auch Muskelschwäche führen kann (periphere Neuropathie).

Stadium C: Bei der weit fortgeschrittenen Immunschwäche kommen weitere Infektionen und Krebserkrankungen hinzu, die die Krankheit AIDS ausmachen. Typisch sind u. a. ein seltener Hautkrebs (Kaposi-Sarkom), Lymphdrüsenkrebs, Tuberkulose, nicht therapierbare Herpesvirus-Infektionen unterschiedlicher Organe, komplizierte Entzündungen von Gehirn und Lunge, Pilzbefall der Speiseröhre, Luftröhre und/oder Lunge, Blutvergiftung, Infektionen mit sehr seltenen Erregern (z. B. Toxoplasmose, Kryptokokken) sowie anhaltendes Fieber und chronischer Durchfall mit deutlicher Abmagerung. Unbehandelt endet AIDS nach wenigen Jahren mit dem Tod.

Ursachen

Das Immunsystem besteht aus vielen verschiedenen Arten von Immunzellen bzw. weißen Blutkörperchen. Diese befinden sich unter anderem im Blut und sind dafür zuständig, Infektionen zu bekämpfen. Eine wichtige Funktion haben die T-Helferzellen, die unter den weißen Blutkörperchen zu den Immunzellen gehören: Sie erkennen Eindringlinge und aktivieren andere Immunzellen, die gegen die Erreger kämpfen. Das humane Immundefizienzvirus benutzt genau diese T-Helferzellen für seine Vermehrung. Sie gehen dabei zugrunde, und trotz der ständigen Neubildung sinkt die Gesamtzahl dieser Immunzellen. Daher fehlt dem Immunsystem ein wichtiges Alarmsignal, und Infektionen sowie bestimmte Krebserkrankungen können sich leichter ausbreiten.

Ein Messwert, der während der Therapie einer HIV-Infektion regelmäßig erhoben wird, ist daher die Anzahl der T-Helferzellen: Je höher deren Zahl ist und je niedriger die Menge an nachweisbaren Viren ist, desto besser wirkt die Therapie.

Infektionswege

Infektiös sind Blut, Blutprodukte, Samenflüssigkeit und Scheidensekret von HIV-positiven Patient*innen. In den Zellen der Darmschleimhaut sind ebenfalls relativ große Mengen des HI-Virus zu finden. Auch in Speichel, Tränen, Stuhl und Urin können (theoretisch) Viren vorkommen; es wurde bisher jedoch noch nie eine Infektion aufgrund von Kontakt mit diesen Flüssigkeiten beschrieben. Auch über Hautkontakt (bei unverletzter Haut) kommt es zu keiner Ansteckung.

Häufigster Übertragungsweg sind daher ungeschützte Sexualkontakte. Die Ansteckungsgefahr ist jedoch insgesamt niedrig: Selbst bei unbehandelten HIV-positiven Partner*innen kommt es bei weniger als 1 ungeschützten Verkehr auf 1.000 zur Infektion. Das Risiko erhöht sich jedoch, wenn

  • die infizierte Person viele Viruskopien in sich trägt. Das ist in den ersten 3 Monaten nach der Neuinfektion, bei einer unzureichenden Therapie und während der AIDS-Phase der Fall.
  • eine*r der Partner*innen eine Geschlechtskrankheit hat wie Syphilis oder Gonorrhö.
  • die nichtinfizierte die (vaginal/anal/oral) empfangende Person beim Geschlechtsverkehr ist.
  • die nichtinfizierte Person Verletzungen in der Schleimhaut hat.

Personen mit einer gut behandelten HIV-Infektion sind beim Sex mit Kondom praktisch nicht ansteckend. Eine effektive Therapie führt dazu, dass die sog. Viruslast unter 50 Viruskopien/ml Blut fällt. Bei einem solchen Wert ist eine Ansteckung eines anderen Menschen äußerst selten. Eine Partnerschaft bzw. Sexualität zwischen einem HIV-positiven und einem HIV-negativen Menschen ist daher ohne wesentlich erhöhtes Risiko möglich.

Drogenkonsument*innen müssen unbedingt auf steriles Spritzenbesteck achten. Nadeln dürfen unter keinen Umständen geteilt bzw. mehrfach von verschiedenen Personen benutzt werden.

Ein vor allem in Gegenden mit starker HIV-Verbreitung wichtiger Infektionsweg ist die Übertragung von der Mutter auf ihr Kind. Risikoreich sind insbesondere die vaginale Geburt sowie das Stillen. Durch geeignete Maßnahmen (medikamentöse Behandlung der Mutter, Kaiserschnitt, Verzicht auf Stillen) kann die Übertragung auf das Neugeborene verhindert werden.

Heutzutage werden alle Blutkonserven und medizinischen Blutprodukte auf HIV getestet. Daher ist das Infektionsrisiko bei Bluttransfusionen verschwindend gering.

Medizinisches Personal und HIV

Beim Stich mit einer HIV-infizierten Nadel beträgt das Infektionsrisiko maximal 0,3 %. Durch entsprechende Reinigungsmaßnahmen und Einnahme von Medikamenten direkt nach der Verletzung mit einer kontaminierten Nadel lässt sich das Infektionsrisiko weiter verringern. Diese medikamentöse Therapie nennt man Postexpositionsprophylaxe (PEP). Jede Nadelstichverletzung muss gemeldet werden.

Diagnostik

HIV kann im Rahmen einer Blutuntersuchung nachgewiesen werden. Der Test wird in Gesundheitsämtern und Arztpraxen angeboten. In Gesundheitsämtern kann dies anonym erfolgen. Es gibt unterschiedliche Testverfahren, wobei eines nach 6 Wochen, ein anderes 3 Monate nach einer Risikosituation durchgeführt werden kann. Bei einem positiven Testergebnis (also einem Virusnachweis) werden weitere, umfangreichere Blutuntersuchungen durchgeführt.

Um z. B. nach einer risikoreichen Situation schneller einen Hinweis auf eine mögliche Infektion zu haben, sind spezielle Tests auf HIV auch schon nach wenigen Tagen möglich. Diese Tests sind jedoch nicht so sicher wie die späteren Untersuchungen. Seit 2018 bieten Apotheken und manche Drogerien frei verkäufliche Selbsttests an.

Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko (häufiger Partnerwechsel, gleichgeschlechtlicher Sex unter Männern, intravenöser Drogenkonsum) sollten sich regelmäßig auf HIV und auch andere sexuell übertragbare Krankheiten testen lassen, um nicht unwissentlich Sexualpartner*innen zu gefährden.

Behandlung

Seit einigen Jahren gibt es eine sehr wirksame HIV-Therapie. Sie erlaubt Erkrankten bei lebenslanger und disziplinierter Einhaltung der Behandlung eine beinahe normale Lebenserwartung.

Psychosoziale Hilfe

Die Diagnose einer HIV-Infektion kann ein großer Schock sein. Ärztliche Unterstützung, das private Netz und Selbsthilfegruppen helfen dabei, die Diagnose zu akzeptieren. Dank moderner Arzneimittel hat ein Leben mit HIV heute nicht mehr viel zu tun mit den Bildern, die wir aus den 1980er- und 1990er-Jahren aus den Medien, Filmen und Büchern kennen.

Medikamentöse Behandlung der HIV-Infektion

Wann der richtige Zeitpunkt für den Beginn der HIV-Therapie ist, wird weltweit unterschiedlich beantwortet. In Deutschland lautet die vereinfachte Empfehlung, bei ersten deutlichen HIV-assoziierten Symptomen oder ab einer bestimmten Anzahl verbliebener T-Helferzellen die Therapie einzuleiten.

Es werden Medikamente eingesetzt, die die Vermehrung des Virus auf unterschiedliche Weise verhindern. In jedem Fall handelt es sich um eine Kombinationstherapie aus mindestens drei Substanzen. Es gibt heute vier Medikamentengruppen gegen HIV mit jeweils mehreren Einzelsubstanzen. Der Erfolg der Therapie hängt ganz wesentlich von der Therapietreue der Patient*innen ab. Werden die Mittel falsch eingenommen oder die Therapie unterbrochen, kann das Virus Resistenzen entwickeln. Dies erschwert die weitere Therapie und macht es meist notwendig, die Zahl einzunehmender Medikamente zu erhöhen.

Medikamentöse Behandlung

HIV-Patient*innen bekommen leicht Krankheiten, die ebenfalls einer intensiven Behandlung bedürfen. Dabei kann es sich um Hauttumoren, spezielle Lungenentzündungen, Virus- und Pilzinfektionen der Haut, des Verdauungstrakts oder anderer Organe handeln.

Aus ärztlicher Sicht ist es zudem wichtig, dass Infizierte gegen Hepatitis (Leberentzündung), evtl. gegen das humane Papillomavirus und andere Viren geimpft sind.

Vorbeugung einer Weiterverbreitung des Virus

Bei einem positiven Testergebnis erhalten Betroffene Informationen darüber, mit welchen Maßnahmen die Übertragung der HIV-Infektion auf andere verhindert werden kann. Solche Maßnahmen sind z. B. die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr, ein verantwortungsvolles Sexualverhalten und keine gemeinsame Verwendung von Spritzen/Nadeln bei Drogenkonsum.

Bei Personen mit besonders hohem Risiko für eine Infektion kann unter bestimmten Bedingungen eine sog. Präexpositionsprophylaxe sinnvoll sein. Dies umfasst die Einnahme von bestimmten Medikamenten zur Vorbeugung einer Infektion. Demgegenüber dient eine Postexpositionsprophylaxe nach einer möglichen Infektion (z. B. Nadelstichverletzung bei der Blutabnahme von HIV-Infizierten, ungeschützter Geschlechtsverkehr mit einer wahrscheinlich oder sicher infizierten Person u. Ä.) dazu, potenziell übertragene Viren sofort abzutöten, damit es nicht zu einer Infektion kommt.

Prognose

Die HIV-Infektion ist inzwischen (zumindest in den Industrieländern) von einer tödlich verlaufenden Krankheit zu einer chronischen Erkrankung mit lebenslangem Behandlungsbedarf geworden. Selbst wenn es bereits zum Ausbruch von AIDS gekommen ist, bestehen gute Chancen, den weiteren Verlauf der Krankheit mit Medikamenten zu stoppen oder gar umzukehren. Bei erfolgreich behandelten HIV-Patient*innen ist davon auszugehen, dass die gleiche Lebenserwartung besteht wie bei anderen chronischen Erkrankungen, z. B. Diabetes mellitus.

Dies darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine HIV-Infektion weiterhin eine lebenslange und unbehandelt tödlich verlaufende Erkrankung ist. Die Infektion kann mit teilweise sehr belastenden Folgekrankheiten einhergehen. Zudem können die verordneten Medikamente u. U. schwere Nebenwirkungen verursachen. Bei allen Infizierten sind lebenslang regelmäßige Kontrolluntersuchungen nötig.

Vorsorge ist also in jedem Fall besser als Nachsorge. Und Sexualpartner*innen müssen vor einer Ansteckung geschützt werden.

Bei Kindern verläuft die HIV-Infektion vergleichsweise schwerer als bei Erwachsenen. Daher wird grundsätzlich früh nach der Diagnose einer HIV-Infektion möglichst mit einer geeigneten Therapie begonnen. Der Besuch des Kindergartens bzw. der Schule ist grundsätzlich ohne Risiko für die anderen Kinder möglich. Besondere Vorsicht gilt allerdings bei Kindern, die aufgrund ihres Verhaltens andere Kinder verletzen oder die selbst gerade an z. B. einer Hautkrankheit mit offenen Wunden leiden.

Weitere Informationen

Autor*innen

  • Markus Plank, MSc BSc, Medizin- und Wissenschaftsjournalist, Wien
  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen
  • Dorit Abiry, Doktorandin am Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf