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Toxoplasmose

Der Parasit Toxoplasma gondii kommt weltweit vor. Wer von ihm angesteckt ist, spürt meistens keine Symptome und weiß daher häufig nichts von seiner Infektion.

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Was ist Toxoplasmose?

Toxoplasmose ist eine Krankheit, die durch einen einzelligen Parasiten namens Toxoplasma gondii hervorgerufen wird. Die meisten Personen, die den Parasiten in sich tragen, weisen keine Krankheitsanzeichen auf (ca. 80 % der Infizierten). Einige Personen bekommen leichte grippeähnliche Symptome wie Fieber, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Eine Infektion mit diesem Parasiten ist für gesunde Personen nicht gefährlich.

Bei Menschen mit eingeschränktem Immunsystem kann eine akute Infektion oder die Reaktivierung einer zurückliegenden Infektion schwerwiegende Erkrankungen des Gehirns oder der Augen hervorrufen. Auch ein Befall der Lunge oder der Leber ist möglich. Gefährdet sind insbesondere Patienten mit HIV und Empfänger von Transplantationen.

Bei Schwangeren, die diese Infektion noch nie vorher hatten, kann der Parasit zu Fehlgeburten, Totgeburten oder Erkrankungen und Entwicklungsstörungen des Neugeborenen führen. Am häufigsten treten Augenentzündungen auf. Auch später kann es noch zu Lernschwäche und Entwicklungsverzögerungen kommen.

Häufigkeit

Toxoplasma gondii kommt weltweit vor, vor allem in warmen und feuchten Gegenden. Rund 30 % der Weltbevölkerung sind mit dem Parasiten infiziert. In Deutschland sind 20 % der jungen Erwachsenen (18–29 Jahre) und bis 76,8 % der Älteren (70–79 Jahre) infiziert. Häufig bemerken die Betroffenen die Infektion nicht.

Ursachen

Toxoplasma gondii zählt zu den am häufigsten vorkommenden Parasiten.

Menschen können sich mit dem Parasiten auf drei Arten anstecken:

  1. beim Verzehr von nicht ausreichend erhitztem Fleisch
  2. beim Verzehr von verunreinigten Lebensmitteln (z. B. Gemüse)
  3. beim Umgang mit Katzen oder durch Kot verunreinigter Erde (z. B. bei Gartenarbeiten oder beim Reinigen der Katzentoilette).

Katzen sind die Endwirte der Toxoplasmen. Nachdem sich eine Katze infiziert hat, wird der Parasit durch den Katzenkot in ansteckender Form ausgeschieden. Wenn Menschen und Tiere Lebensmittel verzehren, die mit Erregern von Katzen verunreinigt sind, dann können sie sich infizieren.

Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch erfolgt nur über die Plazenta von der Mutter auf das Kind, wenn sich eine Frau während der Schwangerschaft zum ersten Mal infiziert.

Diagnostik

Eine sichere Diagnose ist nur mittels Blutuntersuchung möglich, bei der die Antikörper gegen Toxoplasma gondii bestimmt werden. Da die meisten Personen keine Symptome aufweisen, wissen die meisten auch nicht, ob sie infiziert sind.

Zum Nachweis einer durch Toxoplasmose verursachten Gehirn- oder Lungenentzündung können bildgebende Verfahren eingesetzt werden.

Behandlung

Bei gesunden Personen (Ausnahme: Schwangere und Neugeborene) muss die Erkrankung nicht behandelt werden. Die Infektion geht von allein vorüber, und man wird danach zeitlebens immun. Eine Behandlung wird trotzdem in solchen Fällen empfohlen, bei denen Augen, Hirn oder Herz in Mitleidenschaft gezogen sind.

Toxoplasmose sollte bei Schwangeren, Neugeborenen und bei Personen mit Immunschwäche behandelt werden. Zur Therapie werden über 4–6 Wochen Antibiotika eingenommen. Wenn eine Schwangere medikamentös behandelt wird, sind die Aussichten für das Kind gut.

Vorbeugung

Parasiten im Fleisch werden abgetötet, indem man das Fleisch zwei Tage lang bei –20 °C einfriert oder es vier Minuten lang auf über 60 °C erhitzt.

Die Parasiteneier im Katzenkot können mehrere Jahre überleben, daher sollten Kinderspielplätze vor Katzenkot geschützt werden.

Katzen als Haustiere sind mit Trocken- oder Konservenfutter bzw. Abgekochtem zu füttern. Die Katzentoilette sollte täglich gereinigt werden, da frische Parasiteneier erst nach 48 Stunden ansteckend werden.

Besonderer Rat für Schwangere

Schwangere, die bisher noch keine Toxoplasmose hatten, sollten die Infektion durch besondere Vorsicht vermeiden:

  • Vermeiden Sie Fleisch und Fleischprodukte, die nicht durchgekocht sind.
    • Einfrieren verringert die Gefahr für Toxoplasmose beachtlich, schützt aber nicht gegen Listeria-Bakterien.
  • Spülen Sie Gemüse und Früchte, die roh verzehrt und nicht geschält werden, gut ab.
  • Halten Sie gute Hygiene in der Küche und beim Zubereiten von Speisen, spülen Sie anschließend Geräte und Hände gut ab.
  • Waschen Sie sich vor dem Essen, nach der Gartenarbeit und nach dem Besuch von Sandspielplätzen gründlich die Hände.
  • Überlassen Sie die Katzenpflege und vor allem die Säuberung der Katzentoilette einer anderen Person. Andernfalls arbeiten Sie mit Handschuhen und waschen auch die Hände gründlich nach jedem Kontakt.

Schwangere auf Auslandsreisen:

  • Berücksichtigen Sie die oben genannten Ratschläge insbesondere, wenn Sie ins Ausland reisen.
  • Trinken Sie kein Wasser aus unbekannter Quelle.
  • Gehen Sie lieber dort essen, wo der hygienische Standard zufriedenstellend ist. (Tipp: Wie sehen die Toiletten aus?)
  • Beim Urlaub unter eher einfachen Verhältnissen, abseits von Hotels oder touristischen Plätzen, erhöht sich die Infektionsgefahr. Diese Art Urlaub wird während der Schwangerschaft nicht empfohlen.
  • Wenn Sie im Ausland waren (oder auch hier zu Hause) und das Gefühl haben, angesteckt worden zu sein, empfiehlt sich eine Blutuntersuchung nach drei Wochen, um den Verdacht auszuräumen oder zu bestätigen und ggf. eine Behandlung einzuleiten.

Screening-Untersuchungen zur Früherkennung einer Toxoplasmainfektion in der Schwangerschaft werden in Deutschland gegenwärtig nur bei begründetem Verdacht auf Toxoplasmose als Kassenleistung durchgeführt.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden